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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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72 Von dem heiligen Sigismund/

Under andern aber begab er sich fürnem- förchtiger frommer Herren / wie auch >lich zu seinem Agaunensischen Kloster / allen mitverhaffren verschonen wolle ;in dem S. Mauritius samt der gantzen dann wo das geschicht / spräche er / undLhebeischen Legion ruhet / etliche Tag du GOtt in dem GOtt ehren / und deinlang dero Fürbitt / durch unabläßlich Fürhaben andern-wirst / so wird GOttfaMi / weinen / und Gebett zuerwer- dich auch ehren / und mit Sig belohnen /ben; damit ihme G-Ott hie zeitliche thust du es aber nicht/wirst du dich selbstStraff aufflege / auf daß er dort der deinen Feinden undergeben / endlichewigen entlediget werde. Und auf an dir / deiner Königin / und Erben er-das alles zu recht ersprießlichem Effect fahren / was du gethan/ und in was fürund Zihl gelange / ermehrete Konig Unglück du dich gestecket habest. AberSigmunddieStifftungdergestalt/daß Alcimi Rath fünde bey Clodormroforthin die Psalmen Davids je ein geringen Platz / gab zUr Antwort: EsChor / und Verß um den andern bey were ein thorrecht Merck/ daß er seineTag / und Nacht gesungen / Und ge- Feind anheimisch zmuck solle bleibenlesen wurden. lassen / und andere im Feld angreiffen /

Und also sich zwischen zweyen Krregö-e-p. s Unlängst hernach im Jahr 518. zo- herien verlieren. Besser ist es / undAHM""» ge König CloddmirUs der ander viß unfehlbahrer / daß sie von einan-Arantzoseni Nahnwns/ welchen man auch Lutmey- dekn abgesondert werden / dann wannbkkciegl. er nennet / aus Franckreich wider Kor diser getödt / so werde Godomerus seinnig Sigmundey / und seinen Bruder Bruder König in Burgund desto unr'Godomarum / Under dem Titul / und verhinderter zubekriegen seyn. AlsoSchein diß seines entleibten Sohns / wurde Alcimus Avituö unverrichter sarwelches doch nur ein lauterer Näbel / chen von Hof gelassen / welcher auchoder Fürwort der Frantzosen war/so ihr den ^.Februarij noch vor S.Srgismun-me lang nach gestellt/und aufsein Reich ditodt starke / wie Haräus meldet imein Aug geworffen hätte / darzu Clo- Jahr 522. Wohl aber ist zuglauben /tildis wie gesagt / ein Anstifftertn / und daß mcht allein S. Avitus für KönigFackel gewesen / und eben wie sie zu- Sigmunden gebetten/sonder noch mehrvor ihrem Ehemann Clodoveum den andere Geistliche / Bischöff/ und Prce-Grossen wider GUnibaldum König zu taten / wie auch Fürsten / und Herren/BUrgund Sigismundi Vattern/ Clor besonder auch der Heil. Abt Avttus zutildis Vatters Bruder / angereiht ; S. Moritz / welchem man dann eygent-also hat sie jetzund auch ClodomiruM lich zugeschriben / was hie der H. Bi-ihren Sohn/ aus Räch angehetzt / daß schoff Avitus bey König Clodomiro be-er Sigismundum/und die Burgunder gehrt / und Propheceyet hatte / undüberzogen. In dem S. Sigmund die als er nichts erlangen könte / erlaubteFrantzosische Macht/ und Kriegrüstung ihm doch der König / daß er nach Hin-mv w.rd erkundschafft / rüstete er sich mit kühnem richtung S. Sigismundi / beyder Söh-gefangen. Hertzen zur Gegenwehr; Als aber das nett / und Königin / derer Cörper zuGlück im Treffen / und Kampff sich auf S. Mauritzen Kloster in Wallis füh-der Frantzosen feiten gewendet / wur- ren / und zur Erden bestatten dörffte.de König Sigmund in die Flucht ge- Andere wie angezeigt werden soll /jagt / und da er zu S. Mauritio auf seyn» anderer Meynung.

Agaunum als sein sondere Zuflucht /

eylends sich gewendet / d'a würd er mit Nachdem S. Slglsckund samt sei-den Seinen ergriffen / gefangen / Und ner Gemahlin / Und beyden Söhnendem König in Franckreich übergeben ; Siglando / und Gunibaldo vom Jahrvon bannen er gen Aureliam/oder Ok- Christi 518. biß in das 521. bey viertientz geführt / und daselbst in Verhaft-- Jahren ( wie Guillimannus vermeint/tung genommen worden. UnderdesseU und wir glaublich zusein erachten / auswar von Sigismundi / seiner Gemah- beyder Königen zu Franckreich / und' lin / auch beeder Söhnen Siglauöi / Burgund Linien) aber nach Cäsar Ba-un!) Gundebaldi Todt gehandelt / und ronij Rechnung 526. bey 8. Jahren zuM'mis beschlossen. Wie dises Alcimus Avi- Qrlientz gefangen gelegen / und weder

um EuÄ tus der X. Abt zu Nutiac / und Bi- durch Fürbitt noch durch andere Ber-gung. schoff zu Wien in Franckreich / eineL gleich könte erlediget werden; befahlt

hohen Ansehens / ( der auch zuvor S. endlich Clodomirus / daß man offt ge-

Sigismund zu der Catholischen Relt- Nannte verhaffte S- Sigmund / und

gion underwisen/ und Epaunensi Con- die Seinige / in den Flecken Colum-cilio vorgestanden / wie zuvor Meldung ttam ( den andere Columniam / ande-

geschehen / ) innen worden / gienge er te aber Colonniam nennen ) führen sol-

für Clodomirum/ bittend : daß er so ten / ihre Häuptek abschlagen / fol-Hochadelich Geblüt / und so Gotts- gends die Cörper in ein tieften Brun-nen

MtilH.Moritz Hit»Kt für ihn/und die fti'nige.

Sigmundwirdent,Pauptet /und in einBrunnengeworffe«.