Abt/ und Beichtiger. 8f
te / als ein schönen Wald / eins theils ken sie von bannen wider ZU dem Kö-Gebürg/ darneben ein Ebne/ hette nig. Hierzwischen ermahnete Willi-er ein Wohlgefallen allda ein Zellen Marus S. Gallum/ daß er mit ihmzubauen. Da waren aber vil Schlan- an deß Hertzogs Hof ziehe / weil Bun-gen/ welche auf deß heiligen Gallen tzo der Hertzog/ wegen seiner Tochter
Ankunfft alle darvon gewichen/ daß gesagten Unheyls/ sehr bekümmeret ;
hernach keine mehr gesehen worden. Als aber Willimarus den heiligen Gal-
Uber daß kamen beyde wider zu dem lum nicht möchte überreden/ sagt er der
Orth/ in welchem das Creutz erstlich heilige Gallus : daß ist ein Reiß für
aufgericht worden / und spräche der dich / was hab ich mit weltlichen Für-
Priester zu dem Heiligen : wir wollen ssen zuschaffen ? Ich will in die Wüste/
unser Garn/ und Täschen nehmen / daher ich bin kommen / und den Brü-
T. Eall damit wider heimziehen. Der heilige dern / so GOtk da dienen sollen / um
dre»? Gallus aber sprach : Du magst heim- ihr Nolhtursst sehen ; Ziehet also Mlt
mir Nckt gehen / ich aber bin willens noch etwas zweyen Mitbrüdern Magoo / und The-
vbn Svkiß hie zuverbleiben/ und über drey Tag vdoricv/ im Jahr Christi 614. Seines
«I der Ei- mit Gottes hilff/ die nachgehen. Nach Alters 8z. Jahr / in sein geliebte Woh-
dessen Abzug / hat der Heilige Gall nung/und Emöde. Folgenden Tags
drey gantzer Tag Leiblicher Nahrung sagte er den setnigen/ daß/ wann et-
sich einhalten / auf daß er diesen Otth wann der Hertzog käme / sollen sie ihn
durch Gebett / und Fasten erhielte/ und nicht verrichten/ mt Vorwendung / sein
emweyhete. Daraus folgte er nach Abt Columbanus habe ihn in Jrallant
Arbon/ allda wurde er von Willimaro abgefordert/ dahin sey er gezogen. Auf
dem Priester/ freundlich empfangest/ diß begab er sich selb dritr durch Chur
und gehalten. Under dem Mittag- Rhcetier Wildnuß / und wie sie den
mahl/ spräche der Diaconzu dem Prie- nächsten Berg aufgestigen/ kamen sie
ster: Wann ein Bär da were / so wur- in die Wildnuß Senmam / von vannen
de ihme Gallus ein Brod geben: da in den Flecken LZuaradarn/finden allda
Willimarus fragte / was diseWortin- IoannemDiaconum/ ein Gottsförch-
sich hätten ? erzehlete er ihme alles was tigen Mann/ diser beherberget sie sie-
Gaudekiüs in der Wildnuß sich zugetragen. Un- ben Lag ; von dorten begab er sich in
Dilckvff zu/ dervessen / als sie noch beysamen geses- ein stilles Ltnodlein zubetten. Hier-
sen / komt Bottschasst / wie Gauden- zwischen ist der Priester Willimarus
tius in diseck 614. Iaht gestorben/ für nach Uberlingen zum Hertzog verreißt/
dessen See! zubitten / sie angemahnet ihme anzuzeigen/ was sich mit dem H.
worden. Gallo verlosten ; Aber der Fürst be-
'zwunge Wstlimarum/ dem Heiligen«ip. r. Mer den sibenden Tag kommen an- nachzusetzen / und mit sich nach Hofzu-Hnjvgs dere Bries / von Gnnßone dem Her- bringen/ damit durch dessen Gebert /
Antzonis tz »9 an den Priester / deß Innhalts / sein geliebte Tochter möchte von dem
wird imt daß er mit S. Gallo am zwvlssten Tag leydigen Leuffel erlediget werden / fin-den, TMl solle gen Uberlingen kommen ; dann temahl der böse Feind allbereik beken-
bestlstn- der böse Geist hätte Fridburgam ein net/ er müsse durch dises heiligen Ge-
schöne Jungfrau / und deß HertzogS bett außgerriben werden alsbald er
einige Tochter besessen / welcher sie ohn käme gleich wie er schon zuvor zwey-
underlaß peynige/ und nichts essen last mahl von ihme sey verbannet mor-se ; also daß sie sich offt aufder Erden den/ alszuBregentz/ und Tückingen.
schröcklich hin / und hero geweltzet/ und Weil aber Hertzog Guntzo dise herlige
Mit harter Mühe von vier Männer ge- Männer ohne alle Ursach von Bregentz
halten seye worden. Als er dreyßig vertriben/ habe er von GL)tt Gewalt
Tag in diser gestäckt / fienge er an tzr- bekommen/ sein Tochter zu besitzen /
schröcklich zuwüten/ und schreyen. Da- und quälen. Als St. Willimarus
bum sandte der Hertzog ihr Vatter/ zu deß Hertzogs Befelch behend nachkom-
dem König Sigeberro / Königs The- men/ findet er den heiligen Gallum in
odorici Sohn/ welchem sie verbrochen einer Krufst / ein Buch lesend/ grüM
war/ Legaten / Veme wegen seiner ihn freundlich/und verkündet ihm der
Tochter / und seiner Vertrauten leydi- Länge nach / wie der Hertzog gesinnet
gen Zufall ; der König bestelle/ und wäre/ wann er sein Tochter von dcm
abfertigte unverzüglich zween Bischöff/ leydigen Feind entledigen wurde / wol-
eines grossen Verdiensts / und Nah- le er ihn zu einem Bischöff in Lostantz
mens/ welcher der Jungfrau überge- einsetzen/ und bestättigen lassen. In
bene Königliche Verehrung bringen / dem sie also mit einander», in dem Gr-ünd schencken sollen ; da aber der spräch/kommet Johannes der Diacon
böse Geist durch ihr angewents Ge- darzu/ setzte seinem Gebrauch nach /
bett von ihr nicht weichen wolle / reiß- ihnen für Ungesäuert Brod / ein Fläsch-
L z lein
S- Gallwird erfor-dert denLeüfklziide,schweren /weigert sichaber.
Ziehet insein Wild-nuß mit sei-nen Brä-dern.
Kommt inBündren/wird abervon bannenju Guntzo«ne beruffm.
Ioan Di»,con bringetdcm H undseine Gastjucffen.