Komet genVberlinge«zu Euiitzv-ne demHertzog.
Erledigetdessen Toch-ter vvm bo-ftn Geist.
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Von dem Heiligen Gallo/
lein Weins/ Oel/ und Butter/ Ho-nig/ und gebrattene Fisch : als derHeilige Mann dises alles gebenedeyet/fassen dise drey vertraulich zusammen /haben der Gaben GOttes mit Danckgenossen. Da spräche der HeiligeMann zu dem Priester/ verbleibe diseNacht bey uns/ Morgens will ich mitdir. Doch scheydeten alle drey Män-ner Visen Abend voneinander/ jedernach Hauß. Der Heilige Gall aberzu seinen Brudern in die Einöde / undrastete da aus. Morgens frühe nimter zween seiner Bruder/ undkomtgenArbon zu Willimaro dem Priester/ beydem fände er auch deß Hertzogs Abge-funden/ welche berichteten/ wie dieBesessene drey Tag da lige ungeessen /seye ein grosse Betrübnuß/ und Kum-mer bey dem Hertzog/ und under demgantzen Hofwesen. Machten sich de-swegen eylfertig in einem Schiff auf/und kamen gen Uberlingen an den Hof.Als es Tag worden/ forderte sie derHertzog in die Kammer/ in welcher diebesessene Jungfrau verwahret wurde /und zu derselben Stund läge sie da inder Schooß ihrer Mutter/ mit zuge-thannen Augen/ und aufgesperrtemMund / ihre Glider sahen nicht änderst/als ob sie Todt wären/ aber der Ge-stanck des Munds wäre wie lauterSchwebe!. Der Hertzog neben etli-chen seines Hofs Beambten gehen indie Kammer/ zu zusehen/ was derH.Mann thun werde/ welcher auf gutVertrauen/ und Zuversicht zu demBarmhertzigen GOtt/ fallet auf seynAngesicht/ Demüthig ein gute Zeit inder stille Bettend; da er vom Gebettausgestanden/ nimmst/ und haltet dasTochterlein bey der rechten Hand /dann der leydig Feind hätte es unrü-hig gemacht/ darnach hebt er seynHand auf ihr Haupt/ sprechend : Ichgebiete dir du unreiner Geist/ in Nah-men JEsu Christi / daß du von diserCreatur GOttes weichen sollest. Aufdise Wort eröffnete sie ihre Augen / st-het ihn an/ der böse Geist aber sagtealso zu ihme: bist du nicht Gallus/ somich auß vorigen Wohnungen verjagt?ich bin gäntzlich zur Straffder Schmach/welche der Hertzog dir / und deinen Mit-consorten bewisen/ in seine Tochtereingefahren / dannoch vertreibst du michauß ihr; ziehe ich von bannen / wo kanich hin ? der heilige Gall sagt: du sol-lest dahin/ wo dir in Abgrund der Hol-len die ewige Straft vom Herren be-reit ist. Darauf ist er durch der Jung-frauen Mund in Gestalt eines schwac-hen Vogels / in Gegenwart deß Her-tzogs/ und der sinnigen/ grausam auß-gefahren. Die Tochter aber ist in der-
selbigen Stund Gesund aufgestanden /und von dem H. Mann ihrer Mutter/mit frolocken zugestellet worden.
Darüber der Hertzog dem heiligenGallen die Verehrungen ( welche Si-gebertus der Jungfrau überschickt hät-te) alle zu zustellen/ anbefohlen; be-gehrt beyneben von ihme / er solle dasBischthum Costantz annehmen. Er aberantwortet : So lang mein Vatter/undHerr ColUmbanus das Leben hak/ istmir nicht zugelassen das Amt deß Al-tars zugebrauchen/ er bewillige mir esdann selbst/deßhalben kan ich meinenWillen in deß Hertzogen nicht geben.Ziehet also der Heilige Gall in Fridenvon ihme/ milden ertheilten Verehrun-gen. Weil aber der Hertzog deß hei-ligen Galli Heiligkeit gegenwärtig er-fahren / gäbe er dem Arboner Seepfle-ger Befelch/ und Vollmacht zu deßheiligen Galli Cellen zu gehen/ undallen Vorschub / so vil er begehren oderzum Bau vonnöthen werde haben/ zuthun; Da der heilige Gall zu Arbonwider angelangt / beruffte er alle Arme/und Elende/ theiltunder sie alles/wasihm von Hertzog geschenckt worden/ auß:Magnoaldus aber wolte ein schönensilbernen Becher für einen Kelch darsvon behalten / darüber der heilige Gallihme ein guten Verweiß geben/ mitBefelch/ er solle ihn auch den Armenlassen. Zöge also wider Arm zu sei-ner Cellen/ und forderte Johannen;Diaconum schriftlich zu sich. Der ge-horsamme Diener kommet/ bringt et-liche Speißen/ den heiligen Gallum da-mit zu verehren/ mit sich; nach freund-licher Empfahung begehrte der heiligeGall/ daß Johannes ein Zeitlang beyihme verbleiben wölle/ welches gesche-hen. Underdessen gäbe der heiligeGallus dem Zoanni Bücher/ die heili-ge Schrifft daraus zulehrnen/ under-wise ihn darinn/ daß er zu hohem Ver-stand / und Erfahrung der GöttlichenGeheimnuß käme. Nach disem ersuch-te offtgemelter Hertzog den heiligen Gal-lum / er solle nach Costantz kommen ei-nen Bischofs zu erwöhlen; darzu dannauch Athanasius von Speyr/ Theodo-rus von Augustodum / und Alberinuszu Lugdun/ samt vilen Geistlichen be-ruffen. Schaffte auch / daß auf denersten Sonntag nach Ostern/ diegan-tze Clerisey Costantzer BischthumS sichversammleten/ und er selbst/ neben sei-nen Pursten/ und Grasten erscheinenPersohnlich. Weil dann diser Spno-dus mit solcher mänge gehalten / unddre nächste drey Läg zufasten anbefoh-len worden/ zöge der heilige Gallusmit beydey Diaconen Johanne / und
- Nagn»,
Der Her-tzog trägtdem HvasBischth«mCostantz an-
Schlägt e<aber ab,
Der Hek-hog verehrtihn mitGelt / unvGut / Eraber theilszu Arbonunder dirArmen.
ffdrveret
Jocinnenr
Diaconum
undcrivcißt
denselben.