Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Komet genVberlinge«zu Euiitzv-ne demHertzog.

Erledigetdessen Toch-ter vvm bo-ftn Geist.

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Von dem Heiligen Gallo/

lein Weins/ Oel/ und Butter/ Ho-nig/ und gebrattene Fisch : als derHeilige Mann dises alles gebenedeyet/fassen dise drey vertraulich zusammen /haben der Gaben GOttes mit Danckgenossen. Da spräche der HeiligeMann zu dem Priester/ verbleibe diseNacht bey uns/ Morgens will ich mitdir. Doch scheydeten alle drey Män-ner Visen Abend voneinander/ jedernach Hauß. Der Heilige Gall aberzu seinen Brudern in die Einöde / undrastete da aus. Morgens frühe nimter zween seiner Bruder/ undkomtgenArbon zu Willimaro dem Priester/ beydem fände er auch deß Hertzogs Abge-funden/ welche berichteten/ wie dieBesessene drey Tag da lige ungeessen /seye ein grosse Betrübnuß/ und Kum-mer bey dem Hertzog/ und under demgantzen Hofwesen. Machten sich de-swegen eylfertig in einem Schiff auf/und kamen gen Uberlingen an den Hof.Als es Tag worden/ forderte sie derHertzog in die Kammer/ in welcher diebesessene Jungfrau verwahret wurde /und zu derselben Stund läge sie da inder Schooß ihrer Mutter/ mit zuge-thannen Augen/ und aufgesperrtemMund / ihre Glider sahen nicht änderst/als ob sie Todt wären/ aber der Ge-stanck des Munds wäre wie lauterSchwebe!. Der Hertzog neben etli-chen seines Hofs Beambten gehen indie Kammer/ zu zusehen/ was derH.Mann thun werde/ welcher auf gutVertrauen/ und Zuversicht zu demBarmhertzigen GOtt/ fallet auf seynAngesicht/ Demüthig ein gute Zeit inder stille Bettend; da er vom Gebettausgestanden/ nimmst/ und haltet dasTochterlein bey der rechten Hand /dann der leydig Feind hätte es unrü-hig gemacht/ darnach hebt er seynHand auf ihr Haupt/ sprechend : Ichgebiete dir du unreiner Geist/ in Nah-men JEsu Christi / daß du von diserCreatur GOttes weichen sollest. Aufdise Wort eröffnete sie ihre Augen / st-het ihn an/ der böse Geist aber sagtealso zu ihme: bist du nicht Gallus/ somich auß vorigen Wohnungen verjagt?ich bin gäntzlich zur Straffder Schmach/welche der Hertzog dir / und deinen Mit-consorten bewisen/ in seine Tochtereingefahren / dannoch vertreibst du michauß ihr; ziehe ich von bannen / wo kanich hin ? der heilige Gall sagt: du sol-lest dahin/ wo dir in Abgrund der Hol-len die ewige Straft vom Herren be-reit ist. Darauf ist er durch der Jung-frauen Mund in Gestalt eines schwac-hen Vogels / in Gegenwart deß Her-tzogs/ und der sinnigen/ grausam auß-gefahren. Die Tochter aber ist in der-

selbigen Stund Gesund aufgestanden /und von dem H. Mann ihrer Mutter/mit frolocken zugestellet worden.

Darüber der Hertzog dem heiligenGallen die Verehrungen ( welche Si-gebertus der Jungfrau überschickt hät-te) alle zu zustellen/ anbefohlen; be-gehrt beyneben von ihme / er solle dasBischthum Costantz annehmen. Er aberantwortet : So lang mein Vatter/undHerr ColUmbanus das Leben hak/ istmir nicht zugelassen das Amt deß Al-tars zugebrauchen/ er bewillige mir esdann selbst/deßhalben kan ich meinenWillen in deß Hertzogen nicht geben.Ziehet also der Heilige Gall in Fridenvon ihme/ milden ertheilten Verehrun-gen. Weil aber der Hertzog deß hei-ligen Galli Heiligkeit gegenwärtig er-fahren / gäbe er dem Arboner Seepfle-ger Befelch/ und Vollmacht zu deßheiligen Galli Cellen zu gehen/ undallen Vorschub / so vil er begehren oderzum Bau vonnöthen werde haben/ zuthun; Da der heilige Gall zu Arbonwider angelangt / beruffte er alle Arme/und Elende/ theiltunder sie alles/wasihm von Hertzog geschenckt worden/ auß:Magnoaldus aber wolte ein schönensilbernen Becher für einen Kelch darsvon behalten / darüber der heilige Gallihme ein guten Verweiß geben/ mitBefelch/ er solle ihn auch den Armenlassen. Zöge also wider Arm zu sei-ner Cellen/ und forderte Johannen;Diaconum schriftlich zu sich. Der ge-horsamme Diener kommet/ bringt et-liche Speißen/ den heiligen Gallum da-mit zu verehren/ mit sich; nach freund-licher Empfahung begehrte der heiligeGall/ daß Johannes ein Zeitlang beyihme verbleiben wölle/ welches gesche-hen. Underdessen gäbe der heiligeGallus dem Zoanni Bücher/ die heili-ge Schrifft daraus zulehrnen/ under-wise ihn darinn/ daß er zu hohem Ver-stand / und Erfahrung der GöttlichenGeheimnuß käme. Nach disem ersuch-te offtgemelter Hertzog den heiligen Gal-lum / er solle nach Costantz kommen ei-nen Bischofs zu erwöhlen; darzu dannauch Athanasius von Speyr/ Theodo-rus von Augustodum / und Alberinuszu Lugdun/ samt vilen Geistlichen be-ruffen. Schaffte auch / daß auf denersten Sonntag nach Ostern/ diegan-tze Clerisey Costantzer BischthumS sichversammleten/ und er selbst/ neben sei-nen Pursten/ und Grasten erscheinenPersohnlich. Weil dann diser Spno-dus mit solcher mänge gehalten / unddre nächste drey Läg zufasten anbefoh-len worden/ zöge der heilige Gallusmit beydey Diaconen Johanne / und

- Nagn»,

Der Her-tzog trägtdem HvasBischth«mCostantz an-

Schlägt e<aber ab,

Der Hek-hog verehrtihn mitGelt / unvGut / Eraber theilszu Arbonunder dirArmen.

ffdrveret

Jocinnenr

Diaconum

undcrivcißt

denselben.