Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Abt/ und Beichtiger.

16.

BryftinemGrab er.loichr einbrennendeKertz ohneschaden sel,

Ma wer,den r. En.»ei grirhen.

trüge er am Abend ein brennende Ker-tzen in die Kirchen/ hat selbe auf denLeuchter bey des Heiligen Grab auf-gesteckt/ welche darab brennend aufdas Grab gefallen/ verbrennede dieGrabdecken halben theils/ ist auch al-so erloschen / hat weder dem Stab/ nochandern Decken/ und Sachen/ so überdem Grab gehangen/ kein emtzigenSchaden mehr gethan. Frühe kom-men die Brüder in die Kirchen / erse-hen was geschehen / entsetzten sich da-rüber nicht wenig : danckten GOTTdarneben / daß er größer» Schaden /und Brunst genädiglich abgewendethätte. Über den dritten Tag/ alssie zur Metten gierigen/ fanden sie bren-nende Liechter m der Kirchen/ und zwe-en Knaben/ einen zum Haupt/ denandern zu den Füssen / bey dem Grabstehen/ und die verbrennte Decke zwi-schen ihnen ligen: Man hörete auchzween Chör der Engeln / einen umden andern auf daß tteblichest Singen.Morgens gehen die Brüder mit Sorg/und Forchr in die Kirchen/ finden dieDecke / jo zuvor halb verbrennet war /über dem Grab außgebreilet/ ohn al-les Zeichen des Brands; Es wäre auchdie Breite/ und Länge daran/ dreyElen erweitert/ damit dis Wunder-werck desto höher gehalten- und ge-pryßen wurde.

-.5- Zeiten Carolomanni des gros-

dem?> sen Hoffmeisters/ war in emem DorffGallo ver. ein armen Mann / dtser hätte ihm für-lobt/ wird genohmen/ neben seinem Weib des H.

Letten / und Begräbnuß zuoesu-ma>l ver, ^bn / dessen Weib harte ein Äirar De-cke avß 2lndacht zugerichr/ an dem H.Orth/ samt einer Büdnußvon Wachs/zuopffern/ welches sie rn daö Tuch ein-gewicklet/ und zu andern Kleidern inihre Trucken gelegt. Es g schabeaber daß ihr Haust/ und alles w da-rinnen abgcbrönnen / und zu A chenworden. Nach der Bruch- woffe manaus der Wal.'statt das alle Eyftn zusa-men lesen / befanden darneben auchdas versprochne oder verlobte Altar-Luch under der Aschen / auch das wäch-sene Bild gantz unversehrt darinnen / dadoch das Feur die Trucken/ und alleswas darum wäre/ verzehret hätte.Daraufverrichteten sie ihrGelübd/ undzeigten Das Wunder an.

In selbigem Dorff/ zu KönigsPipini Zeiten/ wurde ein MannWilli-mar genant/ sehr Kranck/ diser ver-spräche ein Roß / und zween Hchsen(wanner wrder Gesund wurde) indeßheiligen Galli Kirchen zuverehren: Alser noch selben Tag Gesund worden/be-

p. k'. Murer, Die Schweiy.

letzt.

e.

Ein Kran,eker ver,tzricht <S-Gallo einOpffer /wie er datzzuhalten«n-ttriheak

§1

gab es sich / daß er mit Birthlome sei-nem Herren bettens wegen/ eben aufdemselben Roß/ daß er Verlobt/ zudes heiligen Galli Cell geritten - Alsaber nach verrichtet Wallfahrt/ alleandere wider nicht weit von der Kir-chen aufgesessen / stunde dessen Pferdallein stttt / daß es weder mit schla-gen / noch sporcn möchte von dannengetriben werden ; Darum straffteihn die Schand selber / daß er seinSchuld/ und Betrug bekennete/ opf-ferte das Pferd bey der Kirchen-Thürauf/ und zöge mit andern/ nach em-pfangenem Seegen/ nach Hauß.

Im vierden Jahr der RegierungCarolomanni/ fasse ein Armer in ge- wi'rdkund.nannten; Dorff Rotunwüla / welcher dar.zu dem heiligen Gallen Wallfahrtenwolle / und weil er kern Opffer hätte /seyn Andacht damit zubezeugen/ ist eraus Teufstijcher Emgebung zu Nachteinem Reichen in sein Hof eingestigen/

Harem besetzten Imenstock in sein Haußgetragen ; da er die Immen nun er-steckt/ das Honig vom Wachs geleu-rert/ gehet er nicht lang darnach mitanderen S. Galio zu/ und als ein jeg-licher dort seyn opffer aufopfferte / be-findet jener/ so das enttrembdte Gutherjür rhun wolle / daß das Wachs inemen Stein verändert sey; entsetzetsich hefitig darüber/ bekennet feinemMit gefäyrden/ wie er gehandlet/ undein Diebstall wollen opfern / welchesaber dem heiligen Gm.o Mißfallen.

Als Victor der ChurRhätrer Graf/ ^verstanden / wie tägnch bey deß Hell. Mw/Vic,Gatt» Grab a ojse Wunveewerck ge- lorsodasschchen/ druck« ihn der Neyd/ wolr ^mit Kriegsmacht heimlich du ch dre ^2"/Wildnuß das.Kloster überfallen/ und wir-- -wge.des heiligen Gattl Gcbun/ wo mög- we .m»ut»ltch entsüyeen. Ais aber dessen An-schlag ruchtbah^ worden / hat man heim-liche Wachten/ theils von Ä!o/lerleu-ten/ theils von umligendcr Baurschaftangeordnet / und den Grasten von derTyranney abgehalten. In einer Nacht/als man des Grasten Überfalls sichbesorgte / und auf einem Berg bey demKloster/ Wacht gehalten; sahen dieWächter ein klares Liecht von dem Him-mel herab kommen/ auch den gantzcnKuchenban mit Liechtern umgeben / dieverwunderten sich/ lausten der Kirchenzu/ als sie dahin kommen/und demGlantz noch vor Augen hätten / evheb-te sich das Lrecht wider dem Himmelzu. Auß dlsem Wunder nahmen dieWächter ab / ihr Schütz / und Wachtumsonst/ und vergebens zuseyn; weilGOtt selbst ein Beschirmer dis Orths/

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