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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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ria Von dem Heiligen Othmaro /

eingezogen gewesen. Als Paulus I.Das Bapstthum/ und Christliche Kir-chen in dem fünfften Jahr regierte / indem 25. Jahr Käysers ConstantiniCopronymi/ und im 7. Jahr. KönigsPipini in Franckreich Jndickione 14.Sein heiliger Leichnam ward in gesag-ter Jnsul begraben/ und zehen Jahrallda gerastet; darnach noch unverwe-sen gefunden/ an dem Orth/ da nochseinCapell/ und einPfarrhauß stehet/und sein Grab hinder-und um demAl-tar gezeigt wird. Es geschehen auchallda zu unseren Zeiten vil Wunder /und Miracul / sonderlich an den jungen/und krancken Kindern.

caj,.;. Damit aber deß Heil. MannsUnschlud/ und wie fälschlich er verklagt/jedermänniglich offenbar wurde; hatdie Göttliche Straff den obgesagtenLambertum alsbald ergriffen. Dannihne erstlich ein gähes Fieber angestos-sen / von dem er hernach gantz erkrum-met/ also daß er mit nidergebucktemKops/ und Gesicht/ gleich wie einun-vcrnünfftiges Vieh müßte daher gehn.Welcher dann theils durch solche seineUngestalt/ theils auch mit außtruckli-chen Worten allezeit öffentlich bekenet/daß er durch dise seine falsche Verleum-dung sich also rlbel an St. Othmaroversündiget hätte. Nicht weniger hatauch GOtt der Allmächtig den BischofsSydonium zu Costantz/ und Abt dieNeichcnau/ theils um obvermelte Ur-sachen/ theils auch daß er dem Gotts-hauß St. Gallen/ und den Geistlichendaselbsten/ sonstett vil Ubertrang ge-than/ verfolget/ und die Abtthey ansich gezogen / hart gestrafft. Dannauf ein Zeit/ als er in gemeltesGotts-hauß/ und in St. Gallen Kirchenkommen/ fienge alsbald vor S. Gal-len Altar sein Eingeweid hefftig an zu-wallen/ als wäre es ob demFeur/undstieße ihn ein solches Grimmen an/daßer ohn Hilff nit mehr könnte von ban-nen kommen; auch darauf ein hefftigerabscheulicher Durchlaufferfolgte/ daßer auch seinen eygnen Dienern einGrausen machte / deßwegen er ohneVerzug auß der Kirchen getragen / aufein Schiff gesetzt / und von bannendemGottshauß Reichen«» zugeführt ward/allda die Kranckheit für / und für zunah-me/und wolte wegen bösenGeschmacks /schier niemands mehr ihme außwarten /und also nach etlich Lägen beschloße erellendiglich sein Leben. Es vermeinenetliche Chronologi/ Sydonius sehe aufder Reiß nach der Reichen«« deß gä-ben Todts gestorben/ im Jahr 759.oder 760. den 4. Julis. So ist auchwohl zuerachten/ daß beyde Räuber

Warinus der Hegöuische/ und Rut-hardus der Turgöuische Grasten / derRaach Gottes nit entgangen seyen;in-massen dann auch ihre Nachkömling /für Abwendung solcher Straff den H.Othmarum gebetten / wie zusehen andem Kayser Conrado dem ersten dißNahmens / gebohrnerHertzog zu Fran-cken. Dann nach dem der H. Othma-rus von dem Bapst in die Zahl derHeiligen geschriben worden / käme eins-mahls jetzt gemelter Käyser Conradusin das Gottshauß S. Galli/ giengein S. Othmari Kirchen / Vettere gareyfferig vor seinem Altar/und weilen erwar auß dem Geschlecht / und GeblütWartni/ und Ruthardi / die den Hei-ligen verfolget hätten / bäte er ihne umVerzeihung solcher Verfolgung halben;gleich als wann er auch ein Ursach da-ran wäre gewesen/ und verehret dem-selben köstliche Kirchen Zierd / von Sil-ber/ und Gold. Liesse auch hernachdas Schloß oder Pallast Bodmen/ aufdem der H. Abt gefangen gelegen/außdem Gtund schleißen/ zu öffentlicherZeugnuß seines Mißfallens ab solcherThat. Schickte auch Jährlich einenZinß/ oder Opffer von Wachs/ zuge-melten H. Vatters Grab. Solchesthäte folgends auch Rudolphus / deßGrasten Wolffhards Vatter / so eben-mäßig auß solchem Stammen war/ undlegte Jährlich einen Zinß von Stahel /auß der Eysett Grub / die er zu Füssenhatte. Welches dann auch sein SohnWolffhard/und Heinrich gethan. Nachdisem beschemte sich Heinrich dessen/wolten solchen Zinß nicht mehr geben.

Da aber beyde Bruder S. OthmariAbend / einem Gämbs nachjagten /und auf einen hohen Felsen kamen /allda sich zuruhen niderfetzten ; bracheunversehens der Felsen darauf GrassHeinrich sase / fiele samt ihme der Berghinab / und brachte ihn ums Leben.

Dessen Mutter in höchstes Leyd ge-fallen/ käme alsbald mit ihrem andernSohn/ und Tochter/ zu dem H. .Oth-maro / und thäte ihme den versäum-ten Stahel-Zinß / mit weinen aufopftfern.

Nach Messen deß H. Othmari / 4

hat GOtt sein Heiligkeit mit vilenWunderzeichen bewehret / und erkläret.

Dann erstlich war^n die Conventbrü- *der zehen Jahr / nach seiner Begräb-nuß/ daß ist im Jahr des HErren 775.von GOtt durch ein Gesicht ermähnet/den Leib des H. Othmari in das Klosterzubringen. Auf welches 11. derselbi-gen Brüder / in die Jnsul ins Werthob Stein / da er läge / hingezogen ;das Grab in einer Nacht eröffnet/fan-den