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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Cinsidler/ und Märtyrer. - 127

mahnet ihn etlicher Sachen halben/die so war doch seyn Geist männlich/ undes ihm verbotte zu offenbaren. Di- willig. Nach Vollender Meß/ lca-ses Gesicht hatderReichenauischeCon- te er sich Lreutzweiß für den Altar m-ventherr sechsten seinem Abt/ undCon- der / GOtt um stärcke/ und ein seeli,vent angezeigt / aber niemand sagen ges Ende anrüstend. Unter dem ka-wollen / was das Kind mit ihme ge- men die Mörder klopffen an / und be-redt habe. gchrten daß man ihnen die Thür öff-

^ ^ ^ nete. St. Meginrad aber ließe sich

Als nun S. Memrad jetzt 25. Jahr des klopffens nit irren / verharret inm dem finstern Wald gewesen/und seinem angefangnenGebett biß zu End/

GOtt seinem Herren in aller Vollkom- nach welchem er die Capellen / und dieheit/ statten Fasten/ Wachen / und HH. Heiligthumer/ so er bey sich inBetten gedienet/ auch von allem/was der Capellen hatte/ verehrte/ undküß-die Welt lieb hat/ sich sreywillig ab- te/ und seinen Streit GOtt/ und sei-sondert / vil Angst / Trübsal / und nen Heiligen befähle / welches die bey-Versuchungen von der Welt/ Fleisch de Bößwicht durch ein Spalt der Thü-und bösen Feind außgestanden / und ren ersehen möchten. Letstlich giengehingegen vil Himmlische Heimsuchun- der H. Mann starckmüthig zu dengen / Süßigkeiten/ und Offenbarun- Mördern hinauß/ grüßte sie freundlich/gen empfunden/ und empfangen/ hät- sprechend - warum habt ihr nicht aeey-te/(deren noch der minder Theil be- let meiner geringfügigen Pcrsohn Meßrannt) kamen zween lasterhafte Bu- zuhören/ daß ich GOtt den Allmäch-ben / der ein mit Nahmen Richürdus/ tigen hatte können für euch anrüsten ?von Nördlingen außdem Rieß gebür- gehrtaber noch hinein/und bettet GOttttg/der ander aber Petrus e,n gebor- und seine Heiligen/ daß sie sich gegenner Bundener / aus Lhurwalchen / euch gnädig erzeigen / und kommt danndurch Anreitzung des Teuffels zu En- widerum zu mrr. Die Mörder gien-dingen (ist jetzt die Statt Rapper- gen in die Capell hinein / ünder demfchweil) dem Dörfflein / und Schiff- Schein rubelten / aber sie giengen baldlende zusamen. Dise beyde verruchte wider hinauß. Der Mann GOttes tz tzpek»Menfthen/ weil sie vil von S. Mein- gäbe ihnen seine Kleider/ und Rock / radw-rdradi Leben / und Wandel vernohmen/ auch Brod/ und Wein/ und sprach : aemEüberredeten sie sich selbst/ daß der H. daß nehmet von meiner Hand/ wannMann vil verborgnes Gelt / und Gut ihr aber erführt habt warum ihrkom-bey feinen Händen habe. Darum men seynd/ so könnt ihr selber nehmendise beyde Mörder fleißig fragten nach was für euch tauglich verbanden ist.dem Weeg zu deß H. Einsidlers Cell/ Eins aber begehre ich von euch / wannunder dem Schein thue heimzusuchen / ihr mich getödet habt/ (dann ich weißund ihr Andacht allda znvcrrichten / das ihr deßwegen allhie seynd) so zün-suhren von Endingen über den See gen der die zwo Kerchen an/ die ihr da se-Hurdey vor Tag/ von bannen eylten hend/ und eine fetzet zu meinem Haupt/sie über den Etzel/ durch den finstern und die andere zu den Füssen/ dannWald hinein ; zogen lang hm/ und der Ursachen hab ich sie gemacht/ ge-het/ von der rechten Straß irrend / her aber auch bald darvon/ auf daßnach langem kamen sie zu der Cell deß ihr allda nicht ergriffen / von denen dieHeil. Manns späht. S. Meginrad mich pflegen heimzusuchen / und um diraber hatte bey sich zween Rappen auft ft Ubelthat gestrafft werdet,erzogen/die er täglich speisete. AIs

einer dise zween Rappen der zween Eiy solche anmüthige Red/und Pro- c-j>. ^

Mörder ansichtig worden / als ihres phetische Weissagung / möchte nichtsHerren Feind / flugen sie in die Höhe/ anders bey den zweyen Mördern zn-als wären sie von einem Raubthier auf- wegen bringen / dann daß der eine /getriben worden / und mit ungewohn- mit seinen lästerlichen Händen / mitlichem/ und übernatürlichem Geschrey/ Nahmen Reichard den Heil. Megin-Nicht ohn grossen widerschall des gan- rad in der Mitten ergrifft/ und seinem'tzen Walds/ darab sich die bösen Bu- Gesellen zugesprochen / daß er auf ih-ben entsetzten/ und erstummten/ daß ne mit seinem Mörderknittel zuschlage/die Rappen ihren bösen Willen erkann- als aber Petrus aus Churwalchen ih-ren. An dem Morgen stundeS.Me- ne lang um die Seiten/ Waden/ainrad ob dem Altar/ und hielte an- und Schenckel so hart er könnte zuge,dächtig Meß/ da offenbaret ihme GOtt/ schlagen/ und der H. Martyr seine Arm/daß er desselben Tags den Todt ley- und Stimm gegen dem Himmel erhebte/den/ und die Marter-Cron erlangen ft>rachReichard demPetro zu: Odufau-svlte/ wiewohl er aber nach Menschli- ler Lropff/ warum schlägst du ihn nichtcher Blödigkeit sehr darab erschracke / auf den Kopff/ daß er einen Todtt

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