Einsidler / und Märtyrer.
fen Adclberto / dem Reichsvogten /gemeinen Richtern / und dem gantzenChristlichen Volck zu recht erkennt /daß man beyde Mörder zu der ge-wohnlichen Richtstatt hinaus schleif-ten/ nach Kaiserlichem Recht Radbre-chen / und mit den Rädern zu Aschenverbrennen / und die Aschen in dasfürüberfliessende Wasser geschüt wer-den solle. Die Rappen seynd auchnicht von der Richtstatt gewichen/bißsie beyde getödt worden. Zu Zürichwerden noch die Rock beyder Mörderaufbehalten/ und gezeigt.
Als nun (wie oben gehört) derH.Meginradus den 21. Jenner /indemJahr Christi 86z. ermördt worden /und deß Zimmermanns Haußfrau /mit ihren Nachbauren / zu der Cell /darinn der todte Leichnam läge / kom-men waren / fanden sie nit ohne Ver-wunderung die Kertzen so zu demHaupt deß H. Märtyrers gesetzt war /biß auf die übergelegte Decken abge-brannt / als aber das Feur den H.Leichnam erlangt hatte/ ist die Kertzenvon ihr seibsten ausgelöscht worden-da-rauf verwahreten die gemelke Persvh-nen den H. Leib samt der Capellen /und Kirchen Zierd/ und thaten sol-chen traurigen Zustand Waltherio demAbt der Reicherm»/ bald kund/ dersendete nach S. Meginradi Leichnam/damit er ihn als ein Mrtglid seines Con-venrs / und jetzt ein H. Märtyrer inder Reicherm» begraben möchte. DieAbgesandte kamen in den finstern Wald/luden den H. Leichnam auf einen K ar-ren / und als sie mit dem H. Leib aufden Eßel/ da er erstlich siben Jahr ge-wöhnet/ und allda seinen EinsidlerStand angefangen hätte/ kommen wa-ren/ könnt man ihn nit weiterö brin-gen/ da schnitte man den H. Leib auf/und begrübe sein Hertz / und Eingeweydin die Capell auf dem Etzel/ und führ-
ten den Leib glücklich in das Gotts-hauß Reicherm» / allda er ausserthalbdes MünstMs / hinder dem Chor / ehr-lich mit grosser Reverentz / und Kirchen-gepräng begraben worden. Derbarmhertzige GOtt aber/ wolteden H.Meginkad noch mehr der Welt nichtbekannt/ sonder auch einen getreuenFürsprecher / für die betrübte Men-schen bey seiner Göttlichen Majestätmachen/ und liesse bey seinem Grabgrosse/ und mancherley Wunderlichendenen so den H. MegiNrad in ihremAnligen / Trübsal / und Aengsten an-rüsten wurden/ erfolgen Und willfah-ren/ dardurch St. Meginradi Nahm/nicht allein bey den Nachtbauren/ undumligenden Völckern/ sonder auch bei-den Frcmbden/ so gar auch zu Romgroß / und bekannt worden. Deß-wegen der Bapst Benedicrus der IX.liesse den H. Meginrad in die Zahlder Heiligen einschreiben/ als einenMärtyrer / und Einsidler verehren/undsein lobwürdige Gedächtnuß in derChristlichen - Cakholischen - K irchen zu-begehen/ befehlen um das Jahr Chri-sti IOZ9. als jetzt 178. Jahr nacb ^ei-ner erlangten MarterckCron v.rstosscNwaren : Darauf seyn Grab Mit grossen Freuden eröffnet / die H. Gebeinwürdig / und andächtiglich erhebt/ anfmannigfaltiges anhalten des Abts/unddes Ehrwürdigen Cvnvents zu Einsidrlen St. Meginradi Haupt / und etli-che Gebein von dem Abt Berone / undConvent der Reicherm» nach Einfidlenwiberum gesandt/ in obgesagtem rozy.Jahr/ und auf den 6. Tag Weinmo-nat mit höchsten Freuden / Audacht /und Ceremonien eingeholt/ und in denhohen Altar S. Maurrtij glvrwürdiggelegt worden / allda die H. Reliquiennoch gesehen / und hochehrlich / als ei-nes besondern Patrons/ und Anfän-gers des Fürstlichen Gottshaußgehalten werden.
lk>. k. Klarer, Die L- Schweiq.