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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von etlichen Heiligen/

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27. Der.

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IoonmSauß Dün«den wird-um Bi-schoff er.«vövtct-

c^sp. r.Ioanncswird zumB schoß ge,wryher.

8. LpilLopu8, §c donkellor.

Von dem H. Bischoff/ und Bcich-

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s^^Ohannes von vornehmen/ undadelichen Eltern/ aus demChu-rer Rieß/ das ist Rhetia/ ge-bohren ; begäbe sich ( als erDiaconus war) under die Zucht/undDisciplin des H. Abts Galli/ desenheiligen Leben / und Wandel jetzt indem gantzen Land bekannt wäre/ be-sonder weil er des Hertzogen Guntzo-nis Tochter/ Fridiburgam zuUberlin-gen Wohnhafft/ und mit dem bösenFeind besessen entlediget. Als nunBischoff Gaudentius derfünfftein derZahl / im Jahr Christi 618. gestor-ben/ hielte Hertzog Guntzo bey derPriesterschafft zu Costantz an/ und er-langte so vil/ daß St. Gallus einhel-liglich zu einem Bischoff erwvhlet wur-de ; aber der H. Gallus schlüge ausgrosser Demuth/ und hohem Alter/ di-se Ehr / und Bitt aus. Auf daßaber Gallus der Priesterschaftt/ Her-tzogeri Guntzoni / und dem gemeinenVolck zu Lostantz etwas gefallens be-wise/ und sie nit ohn einen treuen Hir-ten verliesse / gäbe er ihnen seinenJünger Johannem zu einem Bischoff.

Welches als Johannes vermerckte/was seyn H. Vatter/ und Lehrmeisterin dem Sinn hatte / ist er in St. Ni-colai (jetzt St. Srephani / so damah-lcn noch außerhalb der Statt gestan-den ) Kirchen sich zuverbergen geflohen/doch endlich auß Ermahnung S. Gal-li/ hat er in die Wahl bewilliget / unddas Bischthum angenohmen. Alsder Bischoff Johannes von den Bi-schöffen Athanasio zu Speyr/ Theo-dors zu Augustodun/ und Alberto zuLyon Venediciert/ und geweyhet wor-den / hielte jeyn Lehrmeister St. Gal-lus ein schöne Predig zu dem Volck /die noch bey Henrico Canisio zulesen.Dieweil aber S. Gall / nach Erwöh-lung zu dem Bischöfflichem Amt seinesJüngers Johannis / noch sechs Jahrlebte; hatte der fromme/ und Gott-seelige BischoffJohannes / genannt Pi-us/ ein gute Hilff/ Trost/ und Zu-flucht in allen schwären BischöfflichenGeschahen/ an seinem Heiligen Vat-ter Gallo.

Wie nun der Bischoff Johanes o?. i-vernohmen hatte / daß seyn H. Lehr-meister zu Arben in des Priesters Wil-limari Behausung im Jahr Christi 624.tödtlich Kranck läge/ liesse er unver-züglich ein Schiff zurüsten / nähmeSpeiß / und Tranck zusich / so er demkrancken S. Gall dienstlich zu seynver-hoffte / und eylte auf Arbon zu. Da Bischolfer aber zu der Schifflende nähere/ und Johann«das grosse Weinen / und Klagen höre-te / spange er Bischoff Johannes aus str.Göttlichem Eyffer/ und grosser Liebezu seinem H. Vatter ( dann er wohlerkennen könnte ihn schon Todt oder mLodtsnöthen zu seyn) von dem Schiffin das Wasser/ undluffeaufdemWas-ser dem Land und Priesterlichem Haußzu / da er seinen H. Vatter noch Leben-dig zufinden »erhoffte/ der aber schonseeliglich verschiden/ und in den Tod-tenbaum gelegt wäre/ er liesse aber denTodtenbaum bald öffnen / beweinete /und küssete mit grossem Leyd/ und be-grübe ihn bey seiner Cell/ wie hievorweitläuffiger in St. Galli Leben zuse-hen am iz. Lap.

Als nun BischoffJohannes seinesseellgen Lehrmeisters beraubt war/näh-me er in dem geistlichen/ 'und Gottsee-ligen Leben von Tag zu Tag je län-ger je mehr zu/ deßwegen ihme der Zu-nahm/ Pius / von seiner Priester-schafft/ und anbefohlnen Schafflein ge-geben worden. So hat auch KönigDagobertus zu Franckreich ein Fürstdiser Landen / bey dises Bischoffs Jo-hannis Regierung/ nicht allein vil Gutsgethan/ Gelt / und Gut dem Bischthumvergäbet / sonder auch um das JahrChristi 6z6. seinen Umkreiß/und Be-zirck bescheiden/ und auß gemarcket / wieanderstwo zu lesen. Und nach dem er B,schollJohannes bey za. Jahr löblich in Hei- Ivan««ligkeit deß Lebens / und grosser Sorg- 6«^fältigkeit/ überfein anvertrauteHeerdChristi geregierthätte/ starbeer einesseeligen Todts/ ulld führe von diserWelt zu den Himmelischen Freuden imJahr deß Herren 650. oder 652, DeeTag seines Ableibens/ und Be-gräbnuß ist allein GStt bekallt.

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V.