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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Des Bischlhums Basel. r^r

Brachmonat. Dessen Heiligen Leichs dio?. l-suremiam 8ur!um (lat-tfi. Il'oi«.uam in seinem Kloster begraben / noch 7. auf den 6. Brachmonat. LeöZm,auf heutigen Tag / unvmvesen geses Esessrem Larünium Oa,-a. ?. perrumhen / und durch tägliche Pilgerfahrten / Esml'ium 80c. ^elu in ihren IVlarr^i-oIo-so wohl aus Helvetia/ Leutfchland / Ms aufgesagten Tag. ^rrnciscus^uil-als Burgund in grosser Zahl besucht limarmum 1 . r. c. i;. ke-

wird/ und leuchtet unausi)vrlich mit vilen bus ttelveüorum.

Wunderreichen. Besitze von S. Claus

vir.

8. vL8lc:i>^u5, confcL>k.

Der heilige Ursicin Beichtiger.

tz->p. r. Heil. Ursicinus ein Jünger

Ukfici« LHfI S. Columbani / und MönchAM deß Luxovischen Klosters in

bM<n das Burgund / der' under dessen,km,ch. Zucht / und Lehr so mächtig zugenomswen hat / daß er bald zu grosser Voltskommenheit gelangte. Als aber derGottfeelige Abt Columbanus / Lheo-dorrcum König zu Burgund/ seinesärgerlichen / und unzüchngen Lebensstraffte / verstieße der König aus neysdigcm Anstifften der Königin Bruneschildis seiner Großmutter im Jahr586. S. Columbanum aus seinemKlosster/ und Abtey ^uzovien/ darinn erallberett 20. Jahr löblich gelebt / undregirt/ in das Exilium/ und Elend.Da nun Columbanus aus BurgundinHelveriam kommen / zogen mit ihme12. Bruder / darunder die Heilige /Gallus / Magnus / Theodorus / Urrsicinus / und Sigisbertus die fürnem-ste waren / die ihren heiligen Natter inTrübsal nicht wvlten verlassen. Besishe S. Columbani Leben hernach.

D UrsicinM ein

r. Als NUN S. Ursicinus mit S. Coslumbano / und andern seinen Gefährsten / und Jüngern herum gezogen /bekäme S. Ursicinus ein Begierd zudem Einsidler Stand / und in einer Ei-nöde zuwohnen. Als nun der Heil.Abt Columbanus willens wäre in Jta-' lien zureisen / erlaubte er seinem Jün-ger Ursicino in ein Wildnuß zuziehen /GOtt fleißiger Mienen/ und ein Sinssidlerisch: ja Engellisches Leben anzustel-len. Wie nun Ursicinus um einWohnung hin / und her gegangen /käme er endlich an das Orth / da sichtzj. die Dub aus der Rauracer gegne/demBurgund Zubegibt / da ligr zwischenhohen / und stotzigen Gebürgen / indem Liessen Thallein Wildnuß (da jetztdas Stattlein S. Ursitz nur einem gu-ten Bergschloß ligt) in solcher Gele-genheit / daß niemand so auf den Berg' Rippelsch genannt / komt; vermeinenmöchte / daß ein solche Wohnung / undbey nach ein Schiffretch Wasser da zu-

binden wäre. In disem Orth hat S.Ursicinus ein abgesondertes / und Ein-sidlerisches Leben angefangen / und einWohnung gemacht / und bey einemfürsticssenden Wasser / und schönenBrunnen / an einem gähen Berg einBruder Häußlein gebauen / und da-selbst GStt Tag / und Nacht / mitgrosser Andacht/Wachen / und Fasten/Betten / und Betrachtungen / vil Iahtgedienet. Sein Speiß wäre Kräuter/Und Wurtzlen / sein Tranck ein frrschcsBrunnenwasser / sein Ligerstakt dieblosse Erd / und ein harter Stein oderFelsen / sein Haußrath ein armes Lel-lelem / sein Bekleidung ein geflickter al-ter blöder Rock.

Da nun GQtt dem Allmächtigengelieben wolle / der Welt seinen ge-treuen Diener zuoffenbahren/ und dasbrennende Liecht nicht länger lassen ver-borgen seyn / sonder auf den Leuchterzusetzen ; begäbe es sich / daß etlichereisige Persohnen der Strassen sich ver-söhnen / lang in disem Thall umher zo-gen/ und keinen Ausgang finden könn-ten / endlich mit grossem verwundern -Und schrecken unsern Heil. Einsidler Urrsicinum antraffen / einander» anreden/und endlich nach einem Gottseeligen Ge-spräch / wohl aufferbauen / voneinün-dern scheideten. Von disem Lag anwurde St. Ursicinus den umligendeuMenschen/ je länger je mehr bekannt/und von ihnen heimgesucht / auch seynRaht in furfallenden Geschäfften / ge-pflegt. Es wurden auch vil ab sei-nem strengen Leben bewegt / und durchseine H. Conversation/ und Gesprächentzündet / die Welt zuverlassen/ zuihme in die Wildnuß zuziehen/ und un-der seiner Regul/ Und Gehorsam einEngelischs Leben zuführen. Darausdann erfolget/ daß der H. Ursicinusnicht allein etliche Jünger bekommen /sonder auch ein Kirchen zu der Ehr desErtz- Apostels St. Petri / gebauct hat»Also lebte St. Ursicinus bey seinenJüngern wie ein getreuer Vatter/ der

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