S P!aci,dnswirdeinMönch/ ndNibk seineGüter denArmen »nddem H Gi>-isbcrw-
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manches Menschen Hertz/ daß sie denChristlichen Glauben annahmen/ undihr Leben verbesserten. Andere a-ber zündte er mit dem Fcttr der Liebedermaßen an / daß sie nicht allein denHeiligen Glauben annahmen / und ge-mufft wurden / sonder auch die Welt/und das ihrige verliessen/ zu dem H.Sigisberio in die Wildnuß kamen / sichunder das Joch der Gehorsame / undklöfterllchen Zucht willig undergaben.Under denen einer war S. Placidusein frommer/ eyfferiger/ und vapffererVerfechter des Christlichen Glaubens/eines guten Herkommens/ und einJnnwohner diser Lander. Welcher /nach dem er den Geistlichen Stand an-sich genehmen/ seine Vatterliche Erb-güter theils den Armen / theils auchdem H. Sigisberto/ zu dem kunffti-gen Kirchen - und Klofterbau Übergabe/dahero der alte Klosterthurn noch St.Placidi Thurn / und Schloß genanntwrrd. Auf disem Vlatz baucten dieHH. Männer ein Kirchen / zu der H.Gottes Gebähten» Maria Ehr/ samtetlichen schlechten Cellelein / und Woh-nungen. Wie nun dise H. Versain-lung in all^n Tugenden/ Gottsforcht/und Vollkommenheit zunähme/ ver-kündigte der eyffcrige Placidus den blin-den Heiden / und erkalteten Christenden wahren Christlichen Glauben mitallem Ernst/ schonete niemand/ er wä-re gleich hohes/ oderniderigen Stands.Nun wäre damahls um das Jahr Chri-sti 620. ein Praftct/ Vorsteher/ oderLandhcrr über die alte Rhätia / gros-ses Gcwalts/ und Ansehens / mit Nah-men Victor/ der hielte sich sehr übel/thäte was ihn gelüstet / es wäre gleichrecht/ oder unrecht : fürchtete wederdie Menschen noch GOtt/ hielte denFrommen kein Schirm/ straffte dasBoß auch nicht nach der Gebühr; hät-te der Gerechtigkeit kein Achtung/undmüßte ihn auch jedermänniglich / vonseines wütens/ und tobens wegenfürchten.
4 Als nun der H. Placidus des Ty-rannen Vicroris böses Leben / und Tha-ten veruohmen/und gesehen hatte/tratte er für ihn/ wie Helias für Je-zabel/ und Johannes Baptist für He-rodem/ in dem alten Testament/ hiel-te ihme seyn ärgerliches Leben für/undstraffte ihn darum/ gäbe ihme auch ausder heiligen Schrifft zuverstehen / waser / wann er sich nicht wolte verbesseren/zeitlich und ewig zuerwarten hätte. Abwelchem Victorsich nicht allein nicht ge-bessert/ sonder wurde hefftig über denheiligen Placidum erzürnet/ und such-te Anlaß ihne eintweders heimlich zuer-
Von etlichen Heiligen /
morden / oder aber öffentlich zuverkret-ben / und zuverbannen / damtt er ihmein seinen Wercken nicht verhinderlichmöchte seyn- Weil es aber wohl gläub-lich / daß solche Ermahnungen zu vffte-ren mahlen widcrholet worden seynd /hat doch der Landpsteger Victor solchenicht allein verachtet/ sonder seinen ge-fasteten Zorn heimlich gemehret. Undals der heilige Placidus das vermerck-te/ machte er sich bald von Hoff/ wil-lens zu seinem frommen Lehrmeister Si-gisberto zustiehen/ und der gestaltseynLeben von dem Tyrannen zuerretten /oder in seines Geistlichen Vatters Hän-den zusterben. Aber des VictorisHenckersbuben kamen den heiligen Pla-cido vor/ erdappeten ihn in der Flucht/und schlugen ihme das Haupt ab. Auf A- W"welches sich von Stund an ein grosses U» LlWunderwerck erhoben/ also daß deß ^
H. Placidi Leib/ und Cörper ( gleichwie S-Felip/ und RegulazuZürich/)sich von ihme selbsten widerum aufge-bebt/ und seyn eignes abgeschlagenesHaupt / durch Krafft/ undWürckungGottes/ in sein eygne Händ geneh-men/dasselbige fortgetragen/ mit gros-sem Schrecken/ und Verwunderungder Mördern / und Dienern des Ty-rannenö.
Aus der Reiß deß Heil. Placidi zu op. §seinem H. Lehrmeister / begegnete ihmein ehrliche Weibspersohn/ die sprächeder Heil. Märtyrer um den Schleyeeoder Stuchen von ihrem Haupt an /sein Haupt darein zuwicklen. Diefromme Frau risse bald vor schrecken/und forcht den Schleyer von ihremHaupt / warffe den dem Heiligen ent-gegen / und flöhe. Der Heil. Placi-dus aber nähme den Schleyer / wickel-te sein Haupt darein / verrichtete seinReiß / die er ihme selber bey Lebzei-ten vorgenommen / und käme zu seinemH. Lehrmeister Sigisberto/welcher ihnenicht ohn grosser Verwunderung / schre-cken / und hertzlichen Trauen empfan-gen / auch folgents mit sonderen Ehren/ ^ „.-sLobgesang/HymniS/und Psalmen in S.
Martini Capell an unser lieben Frau-en Kirchen den n. Heumonat um das620. Jahr / da sein Marter sich zuge-tragen / begraben lassen. Es ist aberGraf Victor nach der greulichen / auS. Placido verübten Mordthat in kur-tzem auch armseeliglich um sein Lebenkommen: dann als er sich einsmahlSüber Rhein begeben wolte / ist er überdie Brucken hinab ins Wasser unver-sehrter Sachen gefallen / und jämmer-lich ersoffen. Dtses Brassen Vorel-tern / und Nachkömmling seynd Grafi-ken zu Chur gewesen / waren ihre-
Her-