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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Is6.

Von etlichen Heiligen/

erfrcuete/ und deßwegen ihme seyn der Priester bessere Achtung deren Din/Haußhaltung vertrauere/und zuver- gen hinfürozuhaben/antwortete. Un-waltcn Übergabe / da war nun dem H. der disem gienqe der H. Florinus von >

Florino Gelegenheit gegeben/ seine an- dem Schloß mit einem steiften G'.au-gebohrne Barmhertzigkeit/ und miltes ben/ und Hoffnung zu Gott/ der dieHertz gegen den Armen reichlich zuer- seinige niemahl verlasset / zu einem Bru-zeigen/ und keinen presthaftten Mcn- nen/ fülte die Flaschen mit Wasser an/schenohneinSteur/ und Allmusen von und gienge nach Hauß zu seiner ge-sich zulassen. Der Allmächtige GOtt wohnlichen und rechten Stund. Wieaber bencdeyete des Priesters Gut / nun die Stund zuessen vorhanden wa-und Einkommen mit seinem H. See- re/ befähle der Priester das Essenaufi-gen/ daß/ je mehr der H. Florin All- zutragen/ Florino aber den Wemein-musengabe/ je mehr Wein im Keller/ zuschencken( dann der Priester durchund Früchten in dem Speichern ge- den Thorwart schon verstanden hätte/funden wurden. Es stunde ohnferrn was sich zugetragen / und das WasserHeremusten ein Schloß mit Nahmen für Wein in der Flaschen wäre) da-Canitia/ dahin die Landleut/ wie auch rauf begehrte St. Florinus nach ge-der Priester Alexander/ all ihr beste wohnlichem Brauch von seinem HerrnHaab/ und Güter an Wein/und den Seegen/nach welchemschenckte erFrüchten/ Gelt nnd Gut legten / und seinem Herren ein / und reichte ihn sei-fiöhneten/ wegen der streiffenden Alle- nem Herren dar; als aber der Priestermannier / so in Rhätiam fielen/ und Alexander den Tranck versucht/ und für j

raubten was sie vermöchten. Wann das Wasser den allerbesten Wein ge-haun der fromme Priester Wein / und truncken hätte / stunde der Priester vomFrüchten/ auch anders nothtürfttig Tisch auf/fallet dem H. Florino zu-wäre/ müßte der Gottseelige Florinus fußen/ und begehrt seyn Diener hinfü-solches im Schloß Canitia abholen / ro zusein / er solle den Herrenstand /dardurch er vil Gelegenheit bekäme/ unddiePriesterlicheAemter/undSeel-den armen nnd presthaffren Menschen mit sorg vertretten/ und ansich nehmen,reichem Allmusen beyzubringen / und Aber der Heil. Florinus wolte keinesHilffzuerzeigcn/daß nahmen die Wäch- zu diser Zeit annehmen/ auch nichtter/ und Thbrwarter auf dem Schloß mehr bey dem Pfarrherren wohnen /wohl in acht / und vermeinten / daß und die Weltliche Geschähst / und Hauß-er auf dem Wecg den Armen reichlich Haltung verrichten. !

anßschenckte/ und von Stund an wi- .

der käme anders zuhollen ; deßwegen Wie nun der Heil. Florinus ein cap. 4- ,

sie ihn für einen Verschwender seines Zeit lang ihme selber gelebt/ und sei- i

Herren Guts hielten/ und ihnen für- ner Andacht/, und Seelen Heyl allein mMcr.nahmen dise Sach dem Pfarrherren gepflegt hatte / ward er zu einem Prie-

ster geweyhet/ und ist seines Pfarr-herrens Alexandri zu HeremusienNach-

anzuzergen.

;. Nicht lang hernach begäbe es sich/ kömmling worden. Dise Pfarrkir-daß der Heil. Florinus mit einer Fla- chen zu St. Petro genannt/ und ser-schcn vom Pfarrhoff zum mehr gesag- nen undergebnen Schäfstein des Flc-tcn Schloß wandlete Wein abzuholen/ ckens Heremusium / stunde er mit gro-- welchen er im Schloß gefastet/ und als sem Nutzetltch Jahr lang vor. Wien-er wider nach Hauß rc,»en wolte/ be- ber die Zeit seines Absterbens herzu na-gegnete ihm ein arme Weibspersohn / hete/ zeigte er seinem Volck den Platzmit Nahmen Maximian« / die begehr- seiner künfftigen Begräbnuß / befählete von ihme etwas Weins für ihren ihnen auch 2. Todtenbäum zumachen /krancken Mann / der Gottseelige Flo- in deren einen sie seinen todten Leich-rinus gäbe ihr die gantze Fläschen mit nam schließen/ und zum ersten in dasWein aus Barmhertzigkeit/ und zöge liesse / und ausgegrabne Grab einsetzendyn Schloß widerum zu / einen andern sollen / in den oberen Baum aber solrWein in der Flaschen zuholen; aber ten sie seine Alben / und Meßgewand' die Thorwarter des Schlosses wolten allein einschließen / und mit eisenenihn nicht mehr einlassen / dieweil siege- Spangen wohl verwahren / und übersehen/ daß er den Wein der armen seinen Leichnam stellen/ und also dasFrauen geschenckt / und weisseten ihn gM* Grab mit Erden zuschließen,vom Schloß mit bösen / und trutzigen Da spräche der heilige Mann/ nachWorten ab. In dem lauffte der ein meinen Todt werden meine Eiteren /Thorwart vom Schloß Canitia zum und Verwanden kommen/ und michPfarherm Alexander / den gantzen euch entziehen; wann sie dann dieVerlaust anzuzeigen/ und in wegen sei- Sarch mit eisen beschlagen finden/' ner Untreullchkeit zu verklagen. deine werden sie die Sarch mit freuden neh-

tiren/