Des Bischkhums Chut.
wen / an das Ort meiner Geburt tra-gen/ und euch kein wettere Ungelegen-hcit machen. Bald hernach erkranck-te St, Florinus / und starbe den 17»Weinmonat eines secligen Todts. ErWar von fernen Sch Wein / undKirch-genössen beweynet/ und nach seinemWillen begraben/ an das Ort / undPlatz auf Weis / und Weg/ wie erFlon, ihnen befohlen hatte. Da nun seineMr. Eltern / und Nachbauten ihres Kinds/und H. Priesters Todt vernahmen /kamen sie den H. Leichnam nach ihremHauß/ und Vatterland zuführen» A-ber die Pfarrkinder von Heremusienwollen weder das Grab noch den H»Leichnam zeigen/ und geben/ bis siezu den Fausten/ und Wehrstreichen ka-men. Da war das Grab gezeigt undgeöffnet / da sahen sie den mit eisenverwahrten Todtenbaum/ darum dochnichts als seyn Alb/ und Meßgewand/solchen nahmen sie mit Freuden / undführten ihn nach Hauß gen Amatia indie Kirchen / in Meynung/ daß sieS»Florin bekommen / dessen Leichnam dochu Heremusien verblieben / und mit vi-en Wunderlichen geleuchtet/ wie theilsgesagt soll werden. Diser H. Listaber ordnete Sr. Florinus bey Leb-zeiten an/ damit er Todt seinen Schäff-lein nicht entzogen / und seinetwegenkein Blut vergossen wurde»
x. Es erkaltete aber bey den Rhätier/und Heremusineren mitler Zeit die Lie-* be/ und Andacht gegen dem H. Flo-rino also / daß sie so gar seyn Grab nichtmehr wüßten. Als der AllmächtigeGOTT aber Visen groben Unverstandnicht mehr gedulten wolle/ da erschinezu einer Nacht S. Florin dem Pfarr-herren bey S> Petro / der Pfarr He-remusien mit Nahmen Saturnino zeig-te ihme an / wer er wäre / wo seynGrab auf dem Freudhoffzusinden/miternstlichem Vefclch/ daß er ihme vonsolchem Platz in die Kirchen/ bindet S.Petri Altar transferieren/ und begra-ben solle. Da aber Saturninus bi-st Erscheinung nur für einen Traumhielte / erschiene ihme S. Florinus zudem ander mal / mit strenger Ermah-nung dem Volck seinen Willen zuvsten-,baren. Dessen er von GOtt ein rei-che Belohnung empfangen solte/ wonicht/ so wurde die Straft GOttes/wegen seines Ungehorsams nicht langausbleiben. Aber der Priester liessebiß alles ein Traum seyn: Da erschie-ne der heilige Florinus in der drittenNacht wrderum/ mitemer starcken Er-mahnung/ und gäbe ihme einen scharpf-fen Vackenstreich / daß «hme das gan-tze Angesicht zu einem Zeichen det
Wahrheit geschwollen wurde. DerPriester stunde bald auf / berußte diefurnehmste deß Fleckens / und anderegelehrte / und ansehenliche Männer /zeigte ihnen an / wie es ihme die z.
Nächt ergangen wäre / und bestätig-te solches mit seinen geschwollnen An-gesicht. Darauf war ein dreytägigeFasten angestellt / und z. Täg. die Li-taney gesungen / GOtt zubitten/ daßer ihnen seinen Göttlichen Willen of-fenbahren wolle. Nun käme man inder Kirchen das allgemeine Gebett zu-verriclsten/ zufamen/ under disem ent-schließe der Pfarrherr Saturninus/ daerschiene ihm der H. Florinus / stock-te / und ermahnere ihn / daß er dasGOtt angenehme Werck Mit bestand-hafftem Gemüth anfangen / und voll-ziehen solte. Als der Priester aberdises Gesicht dem versamleten / undandächtigem Volck widerum angezeigethätte / gienae man mit brennendenLichtern / Rauchfässen / und anderenKirchengcpräng auf den Kirchhofs zndeß Heiligen Grab / ihne zucrheben.
Da nun Das Grab durch verord- ^ftete Männer geöffnet / der Lodren-baum heraus gehebt / und aufgethanwar / fanden sie deß heiligen FioriniLeichnam mit Freuden/ und Lob GOt-tes gantz unversthret. Dieweil aber S. Flött»dem Heiligen in dem Grab sein Haar / AU"*und Bart lang gewachsen / wäre vonder Ehrwürdigen Priesterschafft fürrathsam gefunden worden / daß mandem heiligen Florino sein langes Haar/und Bart abschneide / und seinen hei-ligen Leichnam mit Wein / so der än-derst in der Nähe zubekommen wäre /abwaschen solte. Es sagte zwar derPriester Saturninus / daß in demnächstgelegnen Schloß Wein vorhan-den wäre / der wäre aber durch dengrimmen Winterfrost gesrohren / undstye unmöglich den aus dem Faß zulassk.
Deme antwortete das Volck : Wettsie würdig von GOtt gehalten worden/einen so köstlichen Schatz zufinden;werde der auch Genad geben / daß dererfrohrne Wein auch weich/ und warmwurde. Daraufder Pfarrherr stink Dia-conum oder Laplan mit Nahmen Pas-sivum / samt einem Geschirr nachdemSchloß schickte Den Wein zuholen / wel-cher / da er in den Keller käme / unddas Faß anstäche / lüfte aus dem Faßein warmer Wein mit einem Tampff /als wäre ein gute Zeit under dem Faßein Feur oder grosse Glut gestanden.
Dieweil man aber deß Eaplans erwar-ten müßte/ war deß heiligen FloriniLeichnam in die Kirchen hinder deß hei-ligen Petri Altar getragen / und istU r sein