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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von etlichen Heiligen /

x.

Im Jahr90,. 4 den2Z- Sept-

8. Lpiicopu8 , Lc Oonfetlor.

Von S. Garnio/ Bischoff/ und Beichtiger.

i?8^,M Jahr des Herren 901. warö Bischoff in Wallis Garinus/

oder Guarinus/ undCarinus/diser wäre bey seinen Lebzeitenhochgeachtet/ wegen seines H. Lebens/und Wandels / und ist nach dem Todt

für einen Heiligen Gottes verehrt wor-den. Ligt begraben in dem alten Bene-diktiner Kloster Hochthal/ das ist VallisLigt vor Wallis heraußnicht weit von dem GenffersSee in dem Gebürg.

Im Jahryzo. 4 > dm-2- Scpk.

XI.

8. tIL 1.1^8, Lpitcox>u8, Lc donsesilor.

Von S. Hella/ Bischoff/ und Beichtiger.

(i^8^Elias der sechszehende orden-xWH liche Bischoff/und fünssteGraff/oder Praftct in Wallis/wirdnach St. Guarino in den Bi-schöflichen Rodel gesetzt/ doch stundeer dem Bischthum nicht vil Jahr vor/starbe in Jtalia in dem Fürstenthum

Mäyland/ und ligt zu Qrta begraben.Er war ein Mann eines HeiligenWandels/und Lebens/ auch deßwe,gen jederzeit nicht allein für Heiliggeachtet/ sonder ist auch für einemPatron der Wallisser angenehmen/und gehalten worden.

XII.

L II. Lex, Lc dHnletlor.

N Der Seelige Rudolphus/ König/ und

Beichtiger.

/

^^^Udolphus des Nahmens der II.

§tönig zu Burgund / und ei-lIAlL nes theils Helveriä/ ein SohnRudolphi I. käme im Jahr 912.nach seines Vatters Todt/ an dasBurgundische Königreich. Kriegtewider Hertzog Burckharden den an-dern auß Schwaben / vor Winterthur/in Meynung seyn Reich zuerweitern /ward aber überwunden / und in Fri-denö-Abredung / ist Rudolpho Her-tzog Burckharvl Tochter Bertha ehe-lich vertrauet/ und ein nützlicher Fridgemacht worden. Rudolphus wardhernach König in Italien/ führte dreyunderschidliche schwere Krieg/ das Ita-lienische Königreich zubeherrschen. End-lich begäbe er sich zu Ruhe / dieneteGOtt dem Allmächtigen in aller Voll-kommenheit / mit Betten / Fasten /und Wachen / sonderlich aber begabteer die zwey Bischthum Genff/ und Lo-sanna mit grossen Zehenden/ Gütern/und Kleynodien. Starbe endlich imJahr 9Z8. in dem Stättlein Peterlin-gen/Paterniaco (jetzt der Berner Land-fchafft) und war den 5. Herbstmonatin der Pfarrkirchen begraben/ und istjederzeit für einen H. König verehrtworden. Deme zu Heyl/ und Eh-

ren die Königin Bertha sein Gemah-lin / und hinderlassene Wittib ( Herrtzogs Burckhardi Tochter) ein köstlicheKirchen über seyn Grab zu Peterlin-gen erbauen lassen/ mit einem Chor-herrn Gestifft gezieret / und mit grossemGut / und jährlichen Renten vergäbet.

Bisihe b'rgnciteum Ouillimsnnum, c!eRebu8 I 4 elveriorum, üb. I. cap. 15.üb. 2. csp. iz. t'ol. 26z.

Diser König Rudolphus von Bur-gund/ verehrte dem Kayser Henrik»dem ersten ein Speer / der vor Zeitengewesen solte sein des Käysers Con-stantini Magni/ in disem Speer wardurch künstliche / und köstliche Arbeiteingetastet ein Nagel/ damit unser Herr/und Heyland JEsus Christus an dasCreutz gehechtet gemessen. Dage-gen gäbe Käyser Henricus dem Ru-dolpho/ nicht allein Gaben von Gold/und Silber/ sonder auch einen gutentheil des Fürstenthums Allemanniä /das ist Helvetiä / weil der Rudolphusvor hin schon einen guten theil daranhatte/ nemlich das minder Burgund/

zwischen dem Genffer See/und der Reuß.

xm.