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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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» E Von etlichen Heiligen /

r.' Hernach aber als in dem «JahrErw'rd H44- Bischoff Guido wegen seines-viM»' ubelhaltcns von dem Bischthum Lo-sanna verrribcn/ und an ferne statt Armadäus begehrt / und von männigli-chen beruffen worden ; nähme er dasBischthum aus Gehorsam an/ und stun-de demselben mit grossem Nutz 14. Jahrvor. Bey diseö Bischoffs Zeiten/ hatGraf Amedäus von Genfs das Bisch-thum Losannen bekrieget; der zöge fürdie Statt Losannen/ belagerte die et-liche Wdchen/ undbaueteaufeinerzim-lichen Höhe allernächst bey der Statt /ein vestes Hauß / oder Schloß / dieBelagerung zu vollziehen/ den Bi-schoff / und die Statt zu bestreikten /und zu bezwingen. Aber der Bi-schofs Amadäus nöthiget den Grastenso wohl durch From-und Klugheit /als mit seiner Krregsmacht von der Be-lagerung abzuweichen/ und das ange-fangne Hauß selbst widerum zu zerbre-chen/ und triebe ihn fürsichtigllch mitGewalt hinweg.

<-,p. z. Diser H. Bischoff Amadäus warvon dem Papst Eugenio m. und Käy-sern Conrado H. und Friderico I. soBarbarossa genannt/ in grossen Ehrenund Werth gehalten / von denen erauch nicht allein seines Bischthums al-ter Freyheiten/ und Privilegien Be-stätigung ; sonder auch noch andere /und neue / gnädiglich erlanget / und be-kommen hat. Der Käyser Frideri-cus schribe dem Bischoff Amadäo mitnachfolgenden Worten/ und Titul zu:Obarimmo dkMLellsrio noliro. clg?o b.sutsnenü Lpitcopo, qm Aenere»

öc nobilirsre, nec non llcieliwre nobissllricrug coAnolcirur, öcc. Diser H.Bischoff hielte sich offt/ und vil in demGottshauß Altächristä Listercer Or-dens nicht ferr von Losannen / als beyden Seinigen / und seinesOrdens-Brü-dern auf/ da er GOtt mit grossemCyffer / Andacht / Betten / Fasten /und Wachen dienete / seinen Geist er-S"n hebte / und erneuerte. Von ihmedacht gcgcn wird gelesen/ und gesagt/ daß er an^«nafraue St. Agnetis T ag der H. Jungfrauen /A.M-. und Martyrin Gebohren / an demfel-bigen in die Schul gethan / den Heil.

Orden empfangen/ und nach versoff-nem Jahr des Novitiats auch Profes-sion gethan/ und zum Abt erwvhletworden / deßwegen er diser H. Jung-frauen sonderlich ergeben gewesen / undzu ihrer Ehr in seinem Bischthum ih-ren Festtag in dem Jahr zweymahlfeyrlich zuhalten/ wie es noch zu diserZeit in der Christlichen-Römischen-Kirchen der Brauch ist/ geborten.

Es schribe auch diser H. Bischoff c-»?. ^Amadäus zu ehren der allerglorwür-digstenKönigin/ und Mutter GottesMariä/ acht andächtige/ und liebrei-che Homilias/ oder Predigen voll gros-ser Geheimnussen/ und Anzeigungenseiner Heiligkeit; welche er lange Zeitbey sich heimmlich behalten/ würd a-ber letstlich von seiner leiblichen Schwe-ster/ einer gottseeligen Klosterfrauenberedt/daß er ihr dise liebliche Lobsprüch /Übergabe / welches der H. Bischofs mitdisemVorbehalt oderGeding bewilligte-wann sie ihme hingegen von der Mut-ter GOttes Mariä lieblicher Schau-ckung / auch ein Theil mittheilte / da-rauf die Klosterfrau ihrem BrudervonStund an einen Wullinen Handschuchüberschickte / dessen ein paar die Klo-sterfrau zu einem Zeichen der Liebevon der Mutter GOttes empfangen.

Durch Visen Handschuch hatte der All-mächtige/ und gütige GOtt/ offt vil/und mancherley Wunderzeichen gewür-cket / brauch in unser lieben FrauenMariä Thumkirchen zu Losanna / bißzu Veränderung der Religion im Jahr1528. neben anderen EhrwürdigenHeiligthumer aufbehalten ist worden.

In dem überigen begabte unser H. c-?- l-Bischofs sein Thumstifft / und Bisch-thum mit vilen Kirchen Pfründen /und Lehen/ hielte sich als einem wacht-bahren / und sorgfältigen Hirten ge-büret / führet darneben ein heiliges /strenges Leben/ stunde dem Bischthum14- Jahr löblich / und nützlich vor.

Starbe Gottseeliglich in demJahr Christi / und war in dem Thumzu Losanna / vor dem H. Creutz Altar/

ehrwürdiglich begraben / und zuder Erden bestattet.

Im Zahr

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Os,. 1.S Boni-facij Im

gknb.

V.

8. KONir^LIV8. Lpiscopm, öc Conkclsot.

n W. Bonifacio/Wljchoff/ und Beichtiger.

wäre der Heil. Vonisaeius in mit ihme schwanger gienge / begegneteder Statt Brüssel in Brabant auf der Äirchenstraß / da sie nach ihreroder Niderland / von Gotts- Gewohnheit Morgens frühe zu derförchtigen ^ und ehrlichen El- Metten gienge / ein alter / und ehr-teren gebohren / seiner Mutter/ als sie bahrer Mann mit einem himmelischen

Ge-