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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Lsp. 6.

170 Von etlichen Heiligen /

um legte / und bald erfahren/ wo er übriges Lebenkönnte Gottseeliglich ver/sich aufhielte; schickte er / der Köpfte schließen. Und da er auf ein Zeit die2oo. Soldaten für die Statt in Ge- Klosterfrauen des Goltshauses Came-heim auf den Bischofs zulaustern/ und der stetigen Mariä/ und seyn Barthue zufangen. Einsmahls als St. sen heimsuchte; eröffnete ein andächtigeBonifacius mit zweyen Dienern allein Klosterfrau demH.BonIfacio denGött-für die Statt Losanna gienge spatzie- lichen/ und der Mutter GOttes Mariären/ und sich nichts Arges versähe / Willen/daß er in diftm Kloster seyn Le-wüschcten die 200. Mann Herfür/ sien- ben verschliessen/ und Wohnung habengen dem Bischoff/ bunden/ Und setz- solte mit Visen Worten. läocxrLcipllren ihn auf ein Pferd Mit sich hinweg vobllö. VirAO IVlsria, ut manesris kiczusiehren. In dem truckt einer des nobllcum > guia volunrss ejus, 6cBischoffs Diener in den Haussen des kllij ejug, ur reliquumrempus virge ve-Kriegsvolcks / wehrte sich allein mit ürL lliL conlumgrll. Ab diser Bott-Göttlicher Hilff wider die 200. Mann / schafft erfreuete sich der H. Bonifacius/daß er sie in die Flucht schlüge / den verliesse bald die Welt/ und seyn Vat-Heil. Bischoff erledigte / und Gesund terland/ nähme indem gesagten Frau-widerum in die Statt brachte. enkloster Camera der seeligen Mariä /

den H. Cistercer Orden an/ (den erNach solchem / als der Gottseell- vor vilen Jahren anzunehmen Willensge Bischoff Bonifacius von neuem wi- wäre gewesen ) führte darinn ein so Hei-derum anhube/ von dem Wucher/Hu- liges/ stilles/ und Gottseeliges Leben/rerey/ Neid/ Haß/ und andern La- daß durch seyn Exempel vil Leuth ver-stern/ mit grossen Eyffer zupredigen / bessert/ undaufferbauet wurden. Esund so wohl die Priester als Weltliche gäbe auch GOtt der Allmächtig seinemzustraffen/ sonderlich aber den vermein- H. Diener ein sonderbahre Gnad man-ren Ehestand der Priestern straffte er cherley Kranckheiten zuheylen/ die-so hart mit täglichen Worten/daß se Geisterzuvertreiben/ künfftigeDingendlich die Priester / die sich sollen ge- zu erkennen / und zu offenbaren. Diebessert haben / zusammen rotteten / und Mutter GOttes Maria / mit einer grossüber den frommen Bischoff sehr ergrim- sen Frauen besuchte den H.Bischoffzummeten / und nach seinem Leben stelle- öffteren mahl / mit grossem Trost in fei-ten. Einsmahls als er an einem ho- nen Kranckheiten / und Betrübnussen /hen Festtag in der Kirchen das Ampt und sonderlich in einer Nacht zu Weyh-der H. Meß verrichtete/ wollen ihn nachten/da die Mutter GOttes ihme ihrdie Priester an dem Altar erstechen / eingebohrnes/und gebenedeyte'sKind--dnd erschlagen / welches als ein Fran- leinIEsum/aufsepn Beth mit Windleinciscaner Mönch vermerckte/ machte er eingewicklet legte / das KindleiwIE-von dem Bürgeren einen Auflauff / sus auch ein Aermblein Herfür zöge / unddie ihren Bischoff ritterlich beschützet seyn Häublein von dem Haupt weg leg-haben / daß an diftm Tag kein unschul- re/ seyn Göttliches Angesicht zubesich-diges Blut vergossen wurde. Hie- tigen. Deßwegen der H. Mann offtrauff entschlösse sich der Bischofs von gesprochen / wann nichts in dem Him-Losanna gen Rom zuziehen/ und seyn mel/ und Paraheyß wäre/ bann dasBischösfllchesAmtJhr PäpstlichenHei- gebenedeyte Angesicht GOttes / sollenligkeit Gregorio IX. wider heimzustel- wir alles gern Leyven/ Und dahin mitlenz möchte aber nach vilfältigemAn- allem Fleiß zchlen.halten ein Jahr lang keine Entlassung

bekommen. Endlich war er der Vi- Ein gottftelige Klosterfrau desschösstichen-Bürden/ aber nit desTi- Gottshauß unser Frauen-Cammer /tuls/ und Bischöfstichen-Nahmens im sahe/ wann der H. Bischoff Meß läse/Jahr i2Z4. entlassen/ da er dem Bisch- daß zween Engel auf beyden Seichenthum Losanna bey 8. Jahren in gross neben ihm stunden/und ihme seine schwa-ser Heiligkeit vorgestanden. Und weil che Arm hielten außgefpannen / und miter sich noch zu Rom auf hielte / waren grosser Andacht dieneren. Vilmahlenihme von dem Bapst 2. andere Bisch- war er in seinem Gebett/und Betrach-thum angetragen/ deren er doch keines/ tungen Verzückt / und hat wunderbar-wegcn hohen Alters / und Leibsschwach- liehe Offenbarungen / von Göttlichenhell annehmen wolle. Geheimnussen verstanden. Einmahl

war er durch alle Chor der H. Engeln/Nach dem zöge der H. Bonifacius der Apostlen / der Märtyrern / Beich-mll Erlaubnuß deS Römischen Skulls/ tiger/Jungfrauen/für die Muttervon Rom gen Brüssei in seyn Vatter- GOttes Mariam/ endlich arrch für dieland/ batte GOtt daß er ihme wölle Hochheilige Dreyfaltigkoit gesiehrt/undauzeigen/ und einsprechen/ wie er seyn ihre Glory/ Majestät / Freud / und

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