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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Im Jahr<U8 dcn»I. Nov.

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8wU Mbens - Beschreibung ech-

cher Heiligen / und Gottseeligen Vattern/und Brudern/ des Lobwürdigen Gotts-hauß St. Gallen / so in Heiligkeit / Pro-phetischen Geist / und höchster Andachtihr zeitliches Lehen verschlossen haben.

Von ihnen schreiben underschidliche Vatter/ und Authores desGottshauses St. Gallen / nehmlich einer dises/ der ander jenes HeiligenLeben ; also daß es vcrdrüßlich zulesen/ so mancherley Authores einemseeligen Vatter zu zusetzen / und underweilen die Nahmen der Scribentenmehr Platz einnehmen/ als die Leben der Heiligen. Doch seynd dieNahmen der Authorcn bey den wcitlauffigen Leben derHH. Galli/Mag-ni / Othmari / Wyborada / und Notkeri zu lesen / und zufinden. Wirhaben uns hie auf des Hochgelehrten / und geistlichen Herren v. (sostociMeylcrs Tractat Ue vir,» uiutti-ibuz 8. Oslli, gesteuret / und nachfolgen-de Leben/ mit Vermehrung aus andern Gallischen Schafften (so vilvoivNöthen - beschrieben-

' 8 . Lc Lonfettor.

Beichtiger.

^^W^Olumbanus/ so auch Colum-ba genannt wird / war jnHybernia gebohren / zuden Zeiten/als der Christ-liche Glaub anfienge / undbegunte zuwachsen. SeinMutter als sie mit ihme schwanger gieri-ge/ sahe aus ihrer Schoß eiwglantzen-de Sonn mit leuchtenden Strahlen ge-hen. Wie nun Columban die kind-liche Jahren überschritten / fienge eran mit emsigem fleiß in allen freyenKünsten / und Schrifften / so wohlWeltlichen / als Göttlichen zustudiren/verliesse sein Vatterland / welches dieJnnwohner Lagener Land nennten.Er ergäbe sich under die Lehr deß anse-hcnlichen Manns Sevili/ so dazumahlmit sonderlicher Religion / und Ge-fchicklichkeit leuchtete. Und als der-selbrge sahe/ daß der H. Columbanusein gutes Ingenium / und Verstandhatte / underrichtet er ihn in allenSchrifften; darinnen er so sehr zunäh-me / daß er in seiner Jugend die gan-

tzen Psalmen Davids in seine Väter-liche Sprach beschribe / und erklcirete.Er beschribe auch vil Sachen / welchewürdig zusingen / und nützlich zulehr-nen / bemühet sich nachmahls / wie erden geistlichen Stand annehmen / underlangen möchte.

Derohalben zöge er in das KlosterBenchor / welchem der fürtressticheVatter Commogellus vorstünde / unddie Geistliche Ordens Disciplin / undZucht zum besten pstantzere. Alldasienge er an allein dem Gebett / Fa-sten / und Wachen obzuligen / dasleichte Joch Christiaussich zu nehmen/sich selber zu verlaugnen / sein Creutz zutragen/ und dem Herren JEsti nach-folgen. Auf daß er als ein zukünffti-ger Doctor / und Lehrer mit seinemExempel anzeigte/ wie sich andere nachihm/ und seiner Lehr halten / und rich-ten selten. Jn disem KlosteOverblibeer vil Jahr/ biß er endlich ein Wst/ undBegierd bekäme in ftembde Land zu

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