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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von etlichen Heiligen/ des Klosters St. Gastest. 17s

586. gewöhnet hatte. Der König'befähle Sophronio dem NarnensischcnBischoff/ und Theobaldo dem Graffen/sie selten ihn rmt seinen Mitgesährtcn /darunder S. Gallus/ und Magnnswaren/ in ein Schiff setzen/ und wi-derum in Hyberniam/ oder Jrrlandschicken. Sophronius / und Lhcobal-dus thäten bald was ihnen der Königbefohlen hatte/ und als das Schiff aufdas hohe Meer käme/ erhübe sich eingrausames Ungewittcr / daß das Schiffmit grossem Gewalt widerum an dasUffer getriben ward / alsbald hört dasungestimme Wetter aus/ und verblibedas Schiffz. Tag am Gestatt auf trock-nem Land stehen. Durch solches Mi-racul wurden sie alle bewegt/ daß siewohl mcrcken / Und spuren konnten /GQttes Wille seye nicht gewesen/ daßder H. Columbanus in seyn Vatter-land widerum ziehen solle / darum zö-ge er zu dem König Clotario. ,

Men / deßwegen er von seinem wür-digen Abt Erlaubnuß nähme/ und zö-ge durch Gottes Schickung mit zwölffGefährten m dem Jahr Christi 565.öder 566. darvon. Darunder S.Gallus der fürnemst ward / an Geist-ligkeir/ und Gottseeligem Leben/ wel-che alle gleiches Sinnes / gleicher Reli-gion ( nach Meynung K. v. NiLvIziCrutemj 8. /^uAUllini Clcmirgrum. Vi-cke lVIonasticon /^u»ustinisnum parro 2.cgp. n. td>. 77. ) und gleicher Mey-L ü-M... ""ng den Christlichen Glauben zu meh-b->n konit *bn waren. Der H. Columbanus mitinFranck, feinen Brudern gienge bald nach Er-reich. laubnuß seines Abts Comogelli/ zuSchiff/ führe in Engelland / Britaniengenannt/ und von bannen in Franck-reich; wird allda von dem König Si-geberto freundlich / und wohl empfan-gen / und gäbe ihme auch die Wahl inseinem Reich zu bleiben wo er wolte /und ihme gefiehle. Also gienge er mitseinen Gesellen in die Wüsten Vogestlsgenannt/ findet darinn ein Orth miteiner alten Maur umgeben / und einwarmes Bad / welches man Luxovi-um nennte. Daselbst bauet er einK'irch in der Ehr des H. Himmelsfür-sten Petri/ richtet auch etliche Celten/und Wohnungen auf/ und liesse einenguten Geruch seiner heiligen Tugenden/Und Wandels von sich gehen/ daß ihrvil aus Burgund / und Franckreich ( wie-auch der fromme Jüngling aus Schott-land St. Magnus ) sich zu ihne bega-ben/ das Ordenkleid annahmen/ undalle ihre Reichthum verliessen.

e-p.Des H. Columbam Heiligkeit warvon jedermann also hoch gerühmt / undgechret / daß König Theodoricus Chil-deberti Sohn/ und SigebertiVetter/welcher um dise Zeit über die Burgun-der regierte / offl zu ihm käme / und mithöchster Andacht seyn Fürbitt zu GOttbegehrte. Disen König straffte derH. Vatter wegen seiner Concubin/ 0-der Beyschläfferin/ und sagte: Es wä-re vil besser/ wann er ein eheliche Ge-mäßem zur Königin hätte/ als daß erin der Unzucht lebte. Brunechildisdes Königs Großmutter sahe , dasder König des H. Manns Raht fol-gte/und annähme/ besorgtesich/ daßwann die Aebsweiber abgeschafft / undein Königin in das Reich käme/ ihrDignitet / und Herrlichkeit möchte ge-schmälcret werden. Fienge derowe-gen an/ den H. Mann zulästern/ undzuschmähen/ und brachte so so vil beymKönig zuwegen/ daß St. Columba-nus aus,dem Reich verstoßen wurde /als er Mereit in seinem K loster Lnxo-viuni ro. Jahr/ biß im Jahr Christi

S-ColnN»bau komrj»m KönigLheooever»ko.

Als der H. Vatter Columbanus *>zu dem König Clotario kommen / hiel-te er sich mit den Seigen bey ihme einZeitlang auf/ und hatte ihn / ihme be-hilfflich zuseyn / damit er durch das ReichTheodeberttj Austrasianorum ObernTeutschland / über die hohe Alpenbürgmöcht in Italiam geführt werden. Al-so ward er ehrlich /um Theodebertd ge-führt/ und lst von ihme auch freundlichauff- und angenohmen worden. DerH. Columbanus aber erklärte ihme dieH Schrifft/ darab der Theobertus ei-nen grossen Lust / und Wollgefallenempfienge/ wolte einen solchen fürtreff-lichen Mann nicht mehr von sich lassen/gäbe ihme Macht / und Gewalt mitseinen Gesellen zuwohnen/ wo es ih-me geliebte / und gefiele. Es besich-tigte S). Columban nstt seinen Gesel-len die Herter derselbigen Landschafft /und käme an die Gegne Allemaniä zum ^ bvlum,Fluß Limmat(so jetzt unser Schwei- ^"Ävc!?tzerland/ undEydgnoßschafftist)zogen M/an der Limmat hinauf/ und kamen zumUrsprung des Turicensischen/ oder Zü-richer See/ welches Orth Tucconiagenannt wird. Dises Orts Gelegen-heit gefiele den HH. Männern wohl /und hatten einen guten Lust allda zu-wohnen/ aber die Jnnwohner warensehr grausam / Gorrlosi/ Abgöttisch /und Ungläubig / die ihre heylsame Pre-digen/ lind Gottseelige Lehren nichtwolten anhören. Auf ein Zeit gien-ge St- Gallus ein Jünger St. Colmnrbarst/ aus Eyffer zu ihrem AbgöttischenTempel / verbrennte denselben / undwarffdie Opffcr/ und was er darinnfand ins Wasser/ darab die Heidni-sche Leuth ergrimmeten / daß sie ein-P ö heilig-