I?o
Von etlichen Heiligen /
seines heiligen/und strengen Lebens/ist der Kunst der Mahlerey war er für-er Ptperis granum/ Pfefferkörnlein ge- trefflich/ welches seine künstliche Stück/nannt worden. In der Artzney war er so und / Gemahl ( wie Eckerardus schrei-berühmt/ und hocherfahren / daß er vi- bet ) in St. Gallen Münster genüg-ten Menschen ihr zukünftige Krauckhei- sam bezeugen. Seiner Seelen - Heylten vorsagen'/ und die gegenwärtigen nähme er über die mästen wohl obacht/glücklich mit ringen Mitlen widerunt mit vil andächtigem Betten / Fasten /abhelffen könnte / deßwegen er mehr- und Wachen. Starke seeliglich denmahlen zu den K'äysern/Fürsten/und 12. Tag Wintermonats / des 975.Herren beruften worden / in ihren schwe- Jahrs. Ist von gesagtem Eckerar-ren Kranckheiten/ die er allezeit mit do/ jederzeit under die Heiligen desgrossem Lob heylete / und von ihrer würdigen Gottshauß St. GalrÄranckheit glücklich entledigte» In len gezehlet worden.
Um dasJahr 97?-den 17.December.
XII.
L. ^lonac!iu8
Vom Seeligm Mönch Gerald.
^^^Er Seelige Geraldus ein juU-(AA ger/ und gelehrter Mönch zuSt. Gallen/ war / da er nochnicht Priester/ den weitberühm-ten Gallensischen Schulen mit grossemNutz/ so wohl mit Lesen/ als Regie-ren / und seines eygnen Lobs / undNahmens fürgesetzt. Als er aber zueinem Priester geweyhet worden/ ister em fürnehmer/ und weltberühmterrediger / und Seelsorger worden»a er auch auf ein Zeit an St. Jo-hannis Evangelistä Fest/ oder Geburts-tag / dem Volck predigte / sagte er
öffentlich auf der Cantzel/ daß seynletstes sterbstündlein vorhanden wäre/derhalben gienge er ab der Lantzel indie Krancken - Stuben/legre sich inein Cilicium/ oder Härines-KkldnutAschen besprengt/ befähle sich St. Jo-hannis Evangelistä Verdiensten / undFütbitt/ und gäbe seyn Seel denselbi-gen Tag mit vilen Lugenden/ und gu-ten Wercken geziehret/ seinem Erlöserauf. An einem des H. JohanNisEvangelistä Tag / solle erauch Gerbohren worden seyn.
Im Iah»Ion. teilri-Deccmb.
Xlll.
e. Lolicarius.
Von dem einsamen Leben des seeligen
Hattkeri»
Artkerus war ein Mönch zu S.Gallen / ein außerwöhltes Ge-schirr des H. Geists/ ein Lieb-haber des geistlichen/nnd sitt-samen Lebens. Nach dem die Gott-geliebte Pertherada Einsidlerin bey S.Georg zu St. Gallen seeliglich im Jahr978. gestorben: begäbe sich Hattkerusin dise Lellen/ solche mit seines AbtsBewilligung zubewohnen/ darinnen ernützlich/ und andächtig über die za.Jahr lebte/ und ein strenges Leben mitBetten/ Fasten/Wachen/ und Gött-lichen Betrachtungen führte. Die-weil auch seyn Cellelein Klein/ Eng /und Niderträchtig wäre/ so könnte ersich niemahlen gantz aufrichten / sonderallezeit gebogen/ durch die zo. Jahrher darinnen herum gehen. SeinBeth war der liebe Boden/ und seynHaupküsse ein grosser harter rauchet
Stein/ sein Speiß/ und TranckWas-ser/ und schwaches rauches Brod/unddessen wenig. Als er nun Kranck/ undsein Sterbstündlein herm kommen wä-re/ kamen seine Mitbrudcr/ undCon-vent zu St. Gallen für sein Cell/ sei-nem Leben außzuwarten/ und die Seeldem Allmächtigen GStt durch das an-dächtig/und gewöhnliche Gebett zu-befehlen/ hat er das Convent gebetten/daß keiner einen Fuß in seyn Cellensetzen / sonder voraussen beym Fenster-leinwarten/ und ihr Gebett verrichtensollen / biß er verschiden wäre. Da-rauf legte sich Hartkerus Creutzweißanf den Boden / das Haupt auf denStein/ und richtete seine Augen genHimmel. Allda er sahe die Chörder H. Englen / und damit gäbe erseinen Geist auf/ an St. Lhomä desH. Apostels Tag/ den 21. Christnro,
nat/