Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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I?o

Von etlichen Heiligen /

seines heiligen/und strengen Lebens/ist der Kunst der Mahlerey war er für-er Ptperis granum/ Pfefferkörnlein ge- trefflich/ welches seine künstliche Stück/nannt worden. In der Artzney war er so und / Gemahl ( wie Eckerardus schrei-berühmt/ und hocherfahren / daß er vi- bet ) in St. Gallen Münster genüg-ten Menschen ihr zukünftige Krauckhei- sam bezeugen. Seiner Seelen - Heylten vorsagen'/ und die gegenwärtigen nähme er über die mästen wohl obacht/glücklich mit ringen Mitlen widerunt mit vil andächtigem Betten / Fasten /abhelffen könnte / deßwegen er mehr- und Wachen. Starke seeliglich denmahlen zu den K'äysern/Fürsten/und 12. Tag Wintermonats / des 975.Herren beruften worden / in ihren schwe- Jahrs. Ist von gesagtem Eckerar-ren Kranckheiten/ die er allezeit mit do/ jederzeit under die Heiligen desgrossem Lob heylete / und von ihrer würdigen Gottshauß St. GalrÄranckheit glücklich entledigte» In len gezehlet worden.

Um dasJahr 97?-den 17.December.

XII.

L. ^lonac!iu8

Vom Seeligm Mönch Gerald.

^^^Er Seelige Geraldus ein juU-(AA ger/ und gelehrter Mönch zuSt. Gallen/ war / da er nochnicht Priester/ den weitberühm-ten Gallensischen Schulen mit grossemNutz/ so wohl mit Lesen/ als Regie-ren / und seines eygnen Lobs / undNahmens fürgesetzt. Als er aber zueinem Priester geweyhet worden/ ister em fürnehmer/ und weltberühmterrediger / und Seelsorger worden»a er auch auf ein Zeit an St. Jo-hannis Evangelistä Fest/ oder Geburts-tag / dem Volck predigte / sagte er

öffentlich auf der Cantzel/ daß seynletstes sterbstündlein vorhanden wäre/derhalben gienge er ab der Lantzel indie Krancken - Stuben/legre sich inein Cilicium/ oder Härines-KkldnutAschen besprengt/ befähle sich St. Jo-hannis Evangelistä Verdiensten / undFütbitt/ und gäbe seyn Seel denselbi-gen Tag mit vilen Lugenden/ und gu-ten Wercken geziehret/ seinem Erlöserauf. An einem des H. JohanNisEvangelistä Tag / solle erauch Gerbohren worden seyn.

Im Iah»Ion. teilri-Deccmb.

Xlll.

e. Lolicarius.

Von dem einsamen Leben des seeligen

Hattkeri»

Artkerus war ein Mönch zu S.Gallen / ein außerwöhltes Ge-schirr des H. Geists/ ein Lieb-haber des geistlichen/nnd sitt-samen Lebens. Nach dem die Gott-geliebte Pertherada Einsidlerin bey S.Georg zu St. Gallen seeliglich im Jahr978. gestorben: begäbe sich Hattkerusin dise Lellen/ solche mit seines AbtsBewilligung zubewohnen/ darinnen ernützlich/ und andächtig über die za.Jahr lebte/ und ein strenges Leben mitBetten/ Fasten/Wachen/ und Gött-lichen Betrachtungen führte. Die-weil auch seyn Cellelein Klein/ Eng /und Niderträchtig wäre/ so könnte ersich niemahlen gantz aufrichten / sonderallezeit gebogen/ durch die zo. Jahrher darinnen herum gehen. SeinBeth war der liebe Boden/ und seynHaupküsse ein grosser harter rauchet

Stein/ sein Speiß/ und TranckWas-ser/ und schwaches rauches Brod/unddessen wenig. Als er nun Kranck/ undsein Sterbstündlein herm kommen wä-re/ kamen seine Mitbrudcr/ undCon-vent zu St. Gallen für sein Cell/ sei-nem Leben außzuwarten/ und die Seeldem Allmächtigen GStt durch das an-dächtig/und gewöhnliche Gebett zu-befehlen/ hat er das Convent gebetten/daß keiner einen Fuß in seyn Cellensetzen / sonder voraussen beym Fenster-leinwarten/ und ihr Gebett verrichtensollen / biß er verschiden wäre. Da-rauf legte sich Hartkerus Creutzweißanf den Boden / das Haupt auf denStein/ und richtete seine Augen genHimmel. Allda er sahe die Chörder H. Englen / und damit gäbe erseinen Geist auf/ an St. Lhomä desH. Apostels Tag/ den 21. Christnro,

nat/