Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Des Klosters St. Galtet r?-

ix.

L. » 8cem8.

Der Seelige Klemms / aus Schottland. M

^A^EN Clemens ein gebohrnen fertigen Todt / für einen heiligenSchottläyder/ und Mönch zu Mann/ und wahren Religio-

St. Gallen / haben seine Mit- fen gehalten / und ver-

brüder/ und alte Vätter/ fo ehret,

wohl bey Lebzeiten / als nach seinem

Von lhme schreiben koleerLräaz ia Ubri; castium Oallealiunr , 8c 8e^neäiLtlouum. IttM ^bbas krancilcus, Qisbercus, in seinem Buch. Sdist auch seyn Gedachtnuß zu St. Gallen in dem Capitelhauß / doch ohneZahrzahl seines Lebens / und Sterbens.

x.

Z. VlLl-OK, Lremiru.

Der Seelige Einsidler Victor.

Im Jahr97s- 4» den;i. Imma.

^8^^Er seelige Victor von hohem A-LAsF del/ Rhätiä/ oder BündtnerLands gebohren/ nähme denH. -Orden S. Bentdicti in S.Gallen Kloster an/ studierte wol/ undwegen seines hohen Verstands/ undIngeniums/übertraffe er anWeißheit/und Kunst den mehrentheil feinet Mit-brüder / und Condifcipeln. Darne-ben aber war er freudig/ muthig/undaußschweiffig / auch mehr wider seinenStand/ Weltlich als Geistlich. Undals er aus ein Zeit wider seines Präla-ten willen / in der Welt hin-und her»agierte / und / zöge/ und vil Muth-willens tribe/ wurde er aus Göttli-cher Verhengnuß Blind. Doch ent-zöge ihme der barmhirrtzige / und mitteGOtt seyn Gnad nicht / sonder er er-leuchtete ihme seyn Hertz/ daß er seynfreches Leben / Ungehorsam / rmd andereseine Sund erkennen / zu seinem Klosterwiderum kehren/ und strenge Büßwürcken möchte. Eben um dise Zeit/daß ist im Jahr 965. vor/ oder nach/war Erchenbaldus Bischoffzu Straß-burg / ein naher Bluts - verwandterdes Victors/ der begehrte von denVattern des Gottshauß St. Gallen /daß sie ihme einen gelehrten MannWcketen/ der die Schulen zu Straß-

burgeuffnen/ und in den ersten blühen-den Stand wider bringen könnte. Undob wol das Gottshauß St. GallenMit hochgelehrten Männern wohl ver-sehen/ so wäre doch der Blinde Victorzu solchem Merck (ohne AnsehenderVerwandfchafft mit dem Bischoff)zudem Allertauglichsten und geschicktistengeachtet/ und erfanden worden. DaNUN Victor gen Straßburg kommen /allda wohl empfangen/ und in die Schulgetrettk war / schaffete er so grossen Nutzmit Lesen / und Docieren/ und wider-bringen der löblichen Sitten / Bräuch/und Privilegien/ daß die < Schul zrrSrraßdurg eine under denfürnehmstendiser Landen geachtet wurde. Nachabsterben des Bischosss Erchenbaldi /zöge Victor von Srraßburg in dasHochfeldische Gebürg/ aus grossen Eyf-fer zu einem Einsidlischen Leben/ undaus Liebe mit GOTT seyn überigesLeben zu verzehren / tratte in einesvor wenig Tägen verstorbnes Einsid-lers Cellen/ gesagtes HochftldischenGebürgö/ lebte allda in grosser An-dacht/ und geistlichen Übungen / star-ke in seinem hohem Alter/ und leuchte-te in seinen Lebzeiten/ und nach demTodt mit mancherley Wun-wercken.

L kl^licus, L Vo^nr.

Vom Seeligen Notkero / der Arhney M

Dottor.

ß§^Otkerus ein frommer gottseeliger ctor der Artzney / und deßwegen Phy-AK Mönch/ und Religiös zu St. sicus/ wegen künstlicher Mahleren /Gallen/ein fürtrefflicher Do- Notkerus Pictor/rrnd endlich wegenk. k. Klarer, Die H. Schwery. Z 2 sei-