Beichtiger zu
vil aufNotkerum hielte/ und über al-lerley Fragen von ihme Antwort / undErklärung begehrte / und empfienge /verachtet er solches / und wölke nichtsauf den Heiligen/ und seine Weißheithalten. Ohngefahr gienge der Cap-lan mit andern durch die Kirchen/ undsahe den H. Notkerum bey dem Psal-terro sitzen/ da sagte er zu seinem Ge-sellen : Sihe / daß solle der gelehrtesteMann seyn in des Käysers Reich / a-ber ich will hingehen/ und ihme einFrag ausgeben / daß er darab muß zu-schanden werden. Sie giengen sämt-lich gegen dem H. Notkero / der / nachdem er auffgcstanden / hatersiefreund-« lich gegrüsset. Sage mir sprach der«in?"Caplan zu St. Notkero gelehrter Mali/weist du was jetzt Gott in dem Him-mel thut ? Notkerus antwortet De-müthig. Ja ich weis es wohl: waser allzeit thut / daß thut er auch jetzun-der / und wird es mit dir auch alsomachen : Er erhöhet die Demüthigen /und ernideriget die Hoffärtigen. Abdiser Antwort spotteten die Gefährtendes Caplans/ aber er achtete solchesnit/ und gienge von dannen. Baldhernach wolle der Käyser wrderumver-reisen / und der stoltze Caplan / machtesich auch zu seinem Pferd / als er nunzu des Klosters Thor hinauß kommen/da Fallt das Pferd mit ihme / er zerfie-le das Angesicht/ und brache einenSchenckel ab. Die Bruder liessen ihnwiderum in das Kloster tragen/ undwendeten alle Mittel an/ ihne wide-rum zuheylen/ aber dem Schenckel möch-te nicht geholffen werden. Da manaber die Vorsagung des heiligens Mausvernähme/ würd der Kranck ermäh-net ihne zu sich zuruffen/ den Seegenvon ihme / und um Verzeyhung Mit-ten. Er aber verachtet solches zu-thun / und sagte: solchen Zustand seyeihme nicht begegnet aus Notkeri Weis-sagung : aber der Fuß wolle nicht ge-nesen / und wurden die Schmertzen jelänger je grösser/ derhalben wurde di-ser hoffärtige Caplan einsmahls umMitternacht / die Bruder Metten ge-zwungen / man solle den Diener Got-tes Notkerum zu ihme beruffen/ deraus liebreichem Hertzen alsbald kom-men. Da sprach der Krancke: Hei-liger Vatter/ ich hab wider GOTT/und wider dich gesündiget/ daß ich dichhab wöllen versuchen / aber verzeyhemir / und berühre allein meinen Schen-ckel/ so hoffich Gesund zu werden.Alsnun der H. Notkerus den Schenckelberühret hätte/ empfände der Kran-cke ein Besserung/ und das Beinsien-se allgemach an zusamen zuwachsen /
s*. k. Uurer- Die SHweitz.
Sk. Gallen. I85
das er in wenig Lägen seyn vorige Ge-sundheit widerum erlangte.
Es hatte der H. Notkerus ( wieoben gesagt worden) einen Mangel anseiner Zungen/ daß er in dem Redenanstieße / daher er auch Balbulus ge-nannt würd/ aber in dem Gemüth / .und Geist manglet ihme gar nichts/in-sonderheit redete er mit GOtt gar oft/dann er dem stättigem Gebett / undBetrachtungen gantz ergeben war. Erhakte in dem Brauch / fast alle Nachtvorder gewöhnlichen Metten - Zeit auf-zustehen/ und in der Kirchen Metten/under dem Tag pflegte er oft heimlichin der Kirchen in sonderbaren Capeiken/oder heimlichen Qerthern / dem Gebett/und Betrachtungen obzuligen/ underdenen er auch von dem bösen Feind oftund vil angefochten würd; also daßsolcher vilmahls sichtbahrlicher Weißsich bey ihme erzeigte/ und ihn zupla-gen/ und zuverhinderen sich under stun-de. .Gegen welchem aber der heili-ge Notkerus unerschrocken war / wiewohl er sonsten von Leib schwach / undin anderen unversehenlichen Zufählenvon Natur etwas Forchtsammer ge-wesen. Auf einmahl als er zu Nacht
vor Metten-Zeit in der Kirchen bet-tens wegen/ die Altär besuchte / undletstlich in die Capell der Heil. ZwölffAposteln / und St. Columbani / dieunder dem Boden in einer Ärusst war/käme / und allda seyn Gebett epfterigverrichtete/ da höret er nicht weit vonihme gleichsam ein Stimm eines Hunds/bißweilen auch eines Schweins / mer-cket wohl daß es der böse Feind wäre/und sprach zu ihme: wiewol stehet dirdise Stimm an/ nach dem du auß demHimmel verstoßen / und die Himmli-sche Stimm verlohren hast ? darauffer ein Lischt angezündt/ und den Teuf-fel gesuchet / der als ein wütender Hundihme in die Kleider gefallen ist. Not-kerus aber spräche zu ihm ich gebietedir in dem Nahmen IEsu Christi/undseiner Heiligen/ daß du meiner allhie indiser Hundsgestalt wartest. Der Teuf-te! sprach : ich will warten / ja wann esmir gefallt. Der heilige Notkerus ant-wortete ihme : -Ich traue zu GOtt /du werdest müssen warten / es gefalledir / oder nicht / gehe hiemit erstens zuS- Gallen Altar / nimmt von demsel-ben des heiligen Columbani Stecke» /und Creutz / legt das Creutz in denEingang der Capellen nidec / und mitdem Stab gehet er hinein / sahet anden Teuffel mit demselben so hart zu-,schlagen/ daß er jämmerlich ansieng zu-schreyen : O wehe / L) wehe! damitverbräche der Stab. Bald komt
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