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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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18 r Von dem Heiligen Notkero.

Raub/ und Verstörung grossen Scha-den litten/ und stünde man lange Zeitin grossen Sorgen/ ob nicht auch dieHaust Heiligen SS. Galli / Othma-n/ Nolkcri/ Constantrj/ undRema-cli Leiber/und Gebein von dem Feur/neben andern geistlichen / und köstli-chen Kirchensachen verzehrt waren.Da schickte es der Allmächtige GOttaus sondercr Güte / und zutrost seinergeliebten Kirchen / im Jahr deß HEr-ren 1622. daß als Ihr Fürstl. Gna-den / Herr Prälat Bernhardus / derander deß Nahmens / S-Ochmari al-te Kirchen abwerffen / und ein anderegrössere / und zierlichere an die stattaufbauen liesse / er die HeiligthumerS. Othmari/ auch gleich darnach odervor / in S. Petri Capell ausserhalbdeß grossen Münsters / doch in deßGottshauß Einfang S. Notkeri Heil.Gebein / und' etliche Particul von S.Gallen / und beyden HH. Bischoffen/und Märtyrern Constantij/ und Re-

macli fände. Welche Heil. Reliquiettgesagter Prälat mit seinem Geistlichen/und Ehrwürdigen Convent/ und Lle-risey / mit fteuden / grosser Andacht /nnd lieblichem Gesang / von ihrer al-ten Begräbnuß in St. Gallen Münstertransferieren/ und tragen / unv dereneinen Theil in den hohen Altar / denandern Theil aber / und sonderlich S.Notkerum in einen besondern Altar /und Capellen legen lassen / biß die Ge-legenheit sich begebe / mit grösserer So-lenniter / und Ehren / solche FreundGottes / und weitbekante Heiligen /zuerheben. Welches dann alles An-no 1628. den 15. Tag Weinmonats /under gesagtem Abt Bernharden / mitgrossem Pomp / Solennster / Andacht/Ansehen / und Freuden / nicht ohnmercklichen Unkosten / glücklich vollzo-gen worden / wie in Beschreibung deßGottshauß S. Gallen / mit meh-ren, Worten erzehltwird.

Wunderzeichen die bey deß Heiligen Not-

kers Grab durch dessen Fürbitt geschehen.

c-?. r. ^M^Je wollen wir etliche Wunder- alle Sonntag sein Grab besuchen / undzeichen erzehlen / die sich bey allda drey Vatker unser / und dreyS. Notkers Grab durch sein Ave Maria betten / auch einen vierlingheiliges / und unschuldiges Le- Wachs aufopffern / war sein Schen-ken / und Verdienst / aus sonderlicher ckel in sechs Tagen gantz geheylet/undGöttlicher Gnad / von dem Jahr JE- genesen,su Christi 1500. biß auf unsere Zeit

zugetragen. Dem die eltisten / und FideS Gmünderin / Ulrich Nöch-erste Miracula / und Wunderzeichen/ lins von S- Gallen Haußfrau / hatin Vergessenheit kommen / verlohren / ein fünff Jähriges Töchterlein disemund in dem Feur zugrund gangen. war der Leib in einer Nacht mit Eyssen/

und Geschwüren dcrmassen übersprengt/Othmar Vlum Underburgermeister daß man nicht mit einer Nadel stechender Statt S. Gallen hatte ein Jährst könnte / wo nicht Eyter / und Geschwürges Knäblein/ daß gar starck von dcn wäre / ab welchem die Mutter sehr er-Kinderwehe geplagt war / dessen Mut- schrecken / suchte deßhalben Rath beyter that ein Gelübd für das Knäblein den Artzten/aber keiner wolre sich undek-mit emem wächsinen Kind zu deß Heil. fangen den Schaden zuhcyien. Der-Notkeri Grab / und alsbald darauf halben gedachte sie man müsse die Na-war das Kind von seiner Ä'ranckheit tur lassen würcken/ und erwarten wasentlediget. wciters daraus werden wurde. Nach

etlichen Tagen vergangen die andereGesagter Othmar Blum / da er Geschwülsten / und Geschwür / abersechs ober siben Wochenlang an einer eins vcrblibe / so sehr groß / und ab-schweren/ und gefährlichen Kranckhest scheulich/ welches von Tag zu Tag zu-darnider loge / thäte auch sein Hauß- nähme/ daß alle die es sahen/ ein ab-ftanckur ihn ein Gelübd zu dem Heil. scheuen / und mitleyden darab cmpfien-NolMro / und er ward alsbald wide- gen. Die Mutter kehrte widerumrum gesund. zu den Artzten / begehrte Hilff / und

Rath von ihnen / sie aber wollen keinLorentz Hochreutiner Bürger zu S. Hoffnung einiger Hilff geben. Hier-Gallen / hatte ein sehr presthafften zwischen litte das Töchterlein sehr gros-Schcnckcl mit bösen Geschwüren/ daß sen Schmertzen/ daß es weder Schlaffener von niemand könnte geheylet wer- noch Essen könnte. 'In solcher Nothden ; da er aber versprochen er wolle käme der Mutter in den Sinn/ wieGOtt/ und dem H. Notkero zu ehren/ daß der Heil. Notkerus so vilen Len-

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