18 r Von dem Heiligen Notkero.
Raub/ und Verstörung grossen Scha-den litten/ und stünde man lange Zeitin grossen Sorgen/ ob nicht auch dieHaust Heiligen SS. Galli / Othma-n/ Nolkcri/ Constantrj/ undRema-cli Leiber/und Gebein von dem Feur/neben andern geistlichen / und köstli-chen Kirchensachen verzehrt waren.Da schickte es der Allmächtige GOttaus sondercr Güte / und zutrost seinergeliebten Kirchen / im Jahr deß HEr-ren 1622. daß als Ihr Fürstl. Gna-den / Herr Prälat Bernhardus / derander deß Nahmens / S-Ochmari al-te Kirchen abwerffen / und ein anderegrössere / und zierlichere an die stattaufbauen liesse / er die HeiligthumerS. Othmari/ auch gleich darnach odervor / in S. Petri Capell ausserhalbdeß grossen Münsters / doch in deßGottshauß Einfang S. Notkeri Heil.Gebein / und' etliche Particul von S.Gallen / und beyden HH. Bischoffen/und Märtyrern Constantij/ und Re-
macli fände. Welche Heil. Reliquiettgesagter Prälat mit seinem Geistlichen/und Ehrwürdigen Convent/ und Lle-risey / mit fteuden / grosser Andacht /nnd lieblichem Gesang / von ihrer al-ten Begräbnuß in St. Gallen Münstertransferieren/ und tragen / unv dereneinen Theil in den hohen Altar / denandern Theil aber / und sonderlich S.Notkerum in einen besondern Altar /und Capellen legen lassen / biß die Ge-legenheit sich begebe / mit grösserer So-lenniter / und Ehren / solche FreundGottes / und weitbekante Heiligen /zuerheben. Welches dann alles An-no 1628. den 15. Tag Weinmonats /under gesagtem Abt Bernharden / mitgrossem Pomp / Solennster / Andacht/Ansehen / und Freuden / nicht ohnmercklichen Unkosten / glücklich vollzo-gen worden / wie in Beschreibung deßGottshauß S. Gallen / mit meh-ren, Worten erzehltwird.
Wunderzeichen die bey deß Heiligen Not-
kers Grab durch dessen Fürbitt geschehen.
c-?. r. ^M^Je wollen wir etliche Wunder- alle Sonntag sein Grab besuchen / undzeichen erzehlen / die sich bey allda drey Vatker unser / und dreyS. Notkers Grab durch sein Ave Maria betten / auch einen vierlingheiliges / und unschuldiges Le- Wachs aufopffern / war sein Schen-ken / und Verdienst / aus sonderlicher ckel in sechs Tagen gantz geheylet/undGöttlicher Gnad / von dem Jahr JE- genesen,su Christi 1500. biß auf unsere Zeit
zugetragen. Dem die eltisten / und FideS Gmünderin / Ulrich Nöch-erste Miracula / und Wunderzeichen/ lins von S- Gallen Haußfrau / hatin Vergessenheit kommen / verlohren / ein fünff Jähriges Töchterlein disemund in dem Feur zugrund gangen. war der Leib in einer Nacht mit Eyssen/
und Geschwüren dcrmassen übersprengt/Othmar Vlum Underburgermeister daß man nicht mit einer Nadel stechender Statt S. Gallen hatte ein Jährst könnte / wo nicht Eyter / und Geschwürges Knäblein/ daß gar starck von dcn wäre / ab welchem die Mutter sehr er-Kinderwehe geplagt war / dessen Mut- schrecken / suchte deßhalben Rath beyter that ein Gelübd für das Knäblein den Artzten/aber keiner wolre sich undek-mit emem wächsinen Kind zu deß Heil. fangen den Schaden zuhcyien. Der-Notkeri Grab / und alsbald darauf halben gedachte sie man müsse die Na-war das Kind von seiner Ä'ranckheit tur lassen würcken/ und erwarten wasentlediget. wciters daraus werden wurde. Nach
etlichen Tagen vergangen die andereGesagter Othmar Blum / da er Geschwülsten / und Geschwür / abersechs ober siben Wochenlang an einer eins vcrblibe / so sehr groß / und ab-schweren/ und gefährlichen Kranckhest scheulich/ welches von Tag zu Tag zu-darnider loge / thäte auch sein Hauß- nähme/ daß alle die es sahen/ ein ab-ftanckur ihn ein Gelübd zu dem Heil. scheuen / und mitleyden darab cmpfien-NolMro / und er ward alsbald wide- gen. Die Mutter kehrte widerumrum gesund. zu den Artzten / begehrte Hilff / und
Rath von ihnen / sie aber wollen keinLorentz Hochreutiner Bürger zu S. Hoffnung einiger Hilff geben. Hier-Gallen / hatte ein sehr presthafften zwischen litte das Töchterlein sehr gros-Schcnckcl mit bösen Geschwüren/ daß sen Schmertzen/ daß es weder Schlaffener von niemand könnte geheylet wer- noch Essen könnte. 'In solcher Nothden ; da er aber versprochen er wolle käme der Mutter in den Sinn/ wieGOtt/ und dem H. Notkero zu ehren/ daß der Heil. Notkerus so vilen Len-
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