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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Beichtiger zu St. Gallen. r Z-

1 -en m ihren Nöthen / und Anligengeholsscn härte; derowegcn verlobtesiedas Kind mrt einem wächsinen Schereckel / und gewissem Gcbett zu deß Heil.Mannö Grab / verspricht darneben /feinen Lag alle Jahr ihr Lebenlang zu-feyren/ und den ersten Sohn so sie her-nach wurde gebähren / mit deß Heil.Notkeri Nahmen zunennen. Alssie solches Gelübd gethan / hortedas Tochterlein alsbald auf zu schreyen/der Schmertzen miltert sich / war besservon Lag zu Tag mit ihme / und end-lich würd es vollkommen gesunde

Hans Kolcr Bürger zu S. Gallen/hatte einen fünffIähnqen Sohn / derLahm an Händ/und Füssen war/ daßer nicht gehen könnte; dessen Mutterwürd ermähnet von ihrer Nachbäu-rin / Heinrich Maurers deß ScherersHaußftauen / daß sie das Knäbleinzu deß Heil. Norkcri Grab tragen sol-te. Da solches geschehen / ward als-bald dem Kmd geholffen/ daß es gleichdenseibigen Tag gehen könnte.

Margaretha Langurichin ein Bür-gerin zu S. Gallen / litte sehr grossenSchmertzen an dem lincken Schenckel /daß sie deßwegen weder Essen nochSchlaffen mochte. Die ward gemah-net/ durch ihre Nachbaurin / sich mitgewissen Gcbett/ und LiechternzudeßH. Norkeri Grab zuversprechen / alssie dises verriebt / fienge es gleich anbesser zu werden / und ist hernach sol-cher Schmertzen gantz vergangen-

Barbara Fügerin aus dem Ried-holtz / hatte einen Sohn / der war ineiner Scheur ab der Bünne in dasThenne hoch herab gefallen / dardurcker den Hals also verletzet / daß er inneun Wochen das Haupt weder auf-heben / noch um sich wenden möchte.Die Mutter verlobt / und thut mitdem Knaben ein Fahrt zu S. NotkeriGrab / so bald er in desselben Capellkommen / sienge der Knab an aufzu-schreycn: Mutter ich kan obsich sehen/sie laufft herzig weinet vor freuben /und findet die Sach also znseyn/wurd al-soderK nabhernachgantz gesund.Gcmel-te Barbara war hernach eines Kindsgenesen / daß sie nur 21. Wochen ge-tragen / und aber für Tod geschätztwar. AIs fie solches mit einem leben-digen Hpffcr zu dem Heiligen Notkeroverlobt / erzeigte sich alsbald das Le-ben an dem Kind/ und es war geiaufft.

Genoveva Sprdllin von S. Gal-len / hatte ein vier Jähriges Knäb-lein/ daß war in einer Nacht von sei-

ner Mutter gantz gesimd in daß Bethgelegt. An den Morgen aber fändesie seinen Leib mit Vlareren gantz um-geben / als wann es von Neßlen ge-brannt wäre. An dem andern Taghernach wäre der gantze Leib voll böserGeschwür / und sehr geschwollen Dasolches deß Kinds Großmutter gesehen/ermähnet sie die Mutter ein Fahrt zudem Heiligen Notkero für das Kindzuverloben. AIs sie solche Wallfahrtmit ein andern verrichteten / wäre andem dritten Tag daraufder Knab gantzfrisch / und gesund.

Heinrich Geißbiirer von Betznau/Bürger zu S. Gallen/ hatte auf einZeit ab einem Fuder Heu / die Achselaußeinander gefallen / da er sich ver-sprach zu dem H. Notkero / ward ergleich wider geheylet/ ohn alle HilffderArtzten.

Barbara Studerin von S. Galilenz hatte ein z. Aäynges Knäblein/als sie es in einer Nacht in o.is Bethgelegt / schrye das Kind : -0 Mutter esist ein Weib bey mir gewesen/ an demMorgen fände die Mutter das KindLahm an einem Arm / da sie aber fürdasselb 2. wachsinc Arm verlobte / ei-nen unser lieben Frauen in dem Gotts-hauß S- Gallen/ den andern dem H.Notkero / da sie solche Gelübd ausrich-tete/ war der Knab in drey/oder vierTagen widerum gesund.

Eberhard Holtzmann Stattknechkzu S. Gallen / als er im Kneg wäre /da die Eydgnossen das Schloß Lowisin Lombardey belärgerten / war außdem Schloß auß einem grossen Stuckherauß geschossen / daß die Kugeleinen Stein antrafst der in kleine Stück-lein zersprang/ deren etliche gemcltemEberharden an beyde Bein / oderSchenckel sprangen / und ihn hart ver-letzten. Auch schösse ihne ein Schützmit einem Pfeil in einen Schenckel / daßvon solchem etliche Stücklein im Fußvcrbliben. Wiewohl er aber auf selbi-ges mahl von den Wundartzten gehey-let ward / hat doch / nachdem er widerzu Hauß kommen/ der Schenckel ihmevon neuem angefangen zu schwellen. AISer aber sich zu S. Notkero verlobte-und sein Grab besuchte / seynd gleichdenselben Tag/ die Stücklein vomPfeil auß seinem Fuß gangen/ und erward witler Zeit gantz gesund.

Gallüs Schlosser Bürger zu G.Gallen/ ob er schon etliche Jahr v,I ge-hört von der Heiligkeit S- Notkeri /achtet er die doch ein weil wenig / undAa? trug