Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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8. Virgc), 8c cum focislru8 suir. ^ 19 t

Ist von den Hunnen gemarkyret worden / inr Jahr 92 z. den 2 . Mais.

on dm Ueben / und

«der

heiligen Jungfrauen Wyborada / und ih-

ren Mitschwestern/ leuchtet mit Prophe-

tischem Geist/und vilcn Wunderzeichm

MG

Ihr Leben haben bescheiden zween geistliche Convcntsherm / Ecker-,mdus/ und nach vilcn Jahren auß ihme «epiäanus; wie solches bey Mel-chior Heimisseld ToldastkN ^omö 1 . ^llemsnuicarum tverum, parce 2 .-loi. zrz. zu lesen ; und ist diß unser Leben darauß gezogen. Ztem »ermLll-VU8 Lon^act,^. Etliche Gallensische Vätter / und Lonventhcrrcn/ sonder-lich kt. O. ^oclocu» /Vierler in /^unLllbuz, und cie viris Iliuttnbus 8 Oslli.LrLviarum propi-ium O 8. OaUH ?. ?eorux L-,ni6us 8«e. skl'u, M stl-

nem Teutschen ^srcyl-oiogM , auf den andern Maycn. )«-,5>ne8 8.UMPV.U-,und kraiicitcuL Oatiümanuu;, in ihren Chromckcn/ an mehr gesagten Stel-lungen.

Pborada von Klingen in Kinder gegen ihrer Eltern. Als der H.dem Turgöu gebohren/ Wyborada Eltern noch m hohem An-von fast adelichen El- sehen/und wohlhäbig/und in guter Ge-tern/die an Tugenden/ sundheit lebten ritten sie an einem be-und Christlicher Am sondern hohen Festtag zu der Kirchen/dacht reicher / als an den Gottsdienst anzuhören / nahmenZeitlichen Gütern waren. Dises Jung- auch ihre Tochter Wybvradam mit sich/stauletr, gäbe in seiner Kindheit / und die wolte in ihren gewöhnlichen / undblühender Jugend genügsame Anzei- einfältigen Kleidern aufziehen ; diefettigen / und voltkomm- Eltern aber crmahneten sie / daß sieneu vebens / in dem es sich aller K'in- sich nach ihrem Willen solte bekleiden /derspthl / Freud / Tantzen / und der- dem hohen Fest zuehren / und ihremgleichen einschlagen; und sich zu ihrem Stand gemäß. Wyborada gehorsa-Schöpffer / und Seeligmacher gewen- mete den Eltern/ zierte sich mit Klei-der hatte. Und obwohl ihres Vat- dern / und Weiblichem Geschrnuck /ters Adeliches Schloß/ und Wohnung saß auf das Pferd / und ritte in diezimlich weit von der Pfarrkirchen ge- Kirchen den Gottdienst anzuhören,legen / besürderte sie sich doch täglich / Auf dem Weeg aber ohngefährt stiesseund setzte alle Geschäfften hindann / da- die Heil. Jungfrau ein grosses Haupt-mlt sie die Kirchen mit blossen Füssen/ wehe an / daß sie von denstPferd ster-oder Parfuß besuchen / und ihr An- gen / und alle Zierd von dem HaUptdacht verrichten könnte. Ihrer Freun- reisten gezwungen würd. Darausden achtet sie wenig / und noch vil we- merckte die H. Wyborada wohl/ daßniger der frcmbden Persohnett / und GOtt sie von dem Weltlichen PrachtGastenmähren. Als nun ihre Eltern zichen/und zu einem geistlichen Leben de-in ihrem Alter in die Armuth / und in ruffen wolte. Deßwegen einschlüge siemancherley Kranckheiten gerathen- sich von diser Stund an / aller weltli-ren / pflegte Wyborada ihnen mit al- chcn Geschafften / und Händlcn/ wol-len Flerß m Waschen / und säubern/ in te nichts von Ehesachen / und verhcu-misiulid niderlegen/ in baden / und artz- rathen hören / sonder ihr Jungttau-myen/in Darreichung der Speiß/und schafft behalten/und dieselbe GOttauftdefi Trancks / welches sie offrermahls opffern-mit saurer Arbeith zuwegen brachte /

doch machte die Liebe der Tochter ge- Wyborada ist vil gesagt / als cmgen ihren Eltern alles gering- In Sum- Rathgeberin der Weiber / oder Weib-ma sie wäre ein schönes Exempel der lichen Geschlechts ; hatte zwo Schwe-

' siern/