Und Martyrkn Wyborada.
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der die Wett/ und den leydigen Teuf-fell Darauf begäbe sie sich an ihr ge-wöhnliches Gebett : In dem sie abermit grosser Andacht bettete/ sich/ und,ihr Celten GOtt aufopferte / da hatder böse Feind eines Menschen Haupt/mit offnem Mund / dem Teufel nichtungleich / für die H. Jungfrau geworf-fen. Sie erschracke zwar ab der selt-samen Gestalt/ doch liesse sie sich an ih-rem Gebett nicht verhindern / und alssie sich mit dem H. Creutzzeichen bezeich-net hatte/ verschwände allerteufflischerBetrug/ und Schalckhcit/ aber nitlang. Es hatte die H. Jungfrau außleiblicher Rothturfft/Mrlich im Brauchz. Wasserbäder mit Erlaubung desAbts zu St. Gallen in ihrer Celten zugebrauchen/ und da sie zu einer Zeit inder Standen im Bad fasse/ sprungenauß teufflischer Anstifftung die Reiffvon der S tanden / und flösse das Was-ser zu allen Fugen auß / darab ihreMägd sich entsetzten/ Wyborada aberhiesse sie unerschrocken seyn/ bezeichne-te sich/ und die Badstanden mit demH. Crcutz / und nicht allein hörte dieStanden anfzu fließen / sonder die Fu-gen wuchsen also ftarck/ und fest zusa-men / daß so lang Wyborada gelebt /auch lang nach ihrem Todt / dise Vad-flandcn niemahls mehr einiges Bün-densbedörffre/ und darneben für man-cherley Äranckheiten/ und Anligen derMenschen/ so darin»gebadet/ heylsamund dienstlich befunden wurde. Her-' nach aus St. Johannis Baptistä Ge-burtstag / am Morgen frühe vor derSonnen Auffgang/ sahe die S. Jung-frau in einem Gesicht St. Galtum denAbt/ mit weißen Priesterlichen Klei-dern/ und einer Jiffulen/ und Stab/angethan/ und gezieret/ die H. Meßhalten / und singen / deme ein unzähl-bare mänge der H. Geistern dieneren/und mitsungen. Nach gehaltner Meß /gienge St. Galt in seinen Zierden andas Fensterlein der Celten S. Wybo-radä/ redete mit ihr ein gute Zeit/undoffenbarere ihr aus Göttlichem Urtheilvil Geheimnussen/ und zukünftige Sa-chen/ so in nachfolgenden Jahren mitdem Merck bestattiget/ und geschehenseynd.
Zu S. Wyborada Zeiten/ Lebteauch in St. Gallen Kloster der wohl-adeliche Jüngling UlriH ein GraffvonKyburg/ den die Bruder/ und Con-ventherren oft ansprachen/ ündermah-neten / daß er den Orden annehme /und sich in ihr Congregation einverlei-be. Well aber daß ein ernsthaffngesMerck wäre/ und die Bruder ihn zu-ermahnen nicht nachließen/ käme erk. IVIurcr, Die H. Schweitz»
zu der H. Wyboradä Cell / und brä-che sie um einen Rath an. Die H.Wyborada nähme nach ihrem Braucheinen dreytägigen Aufschlag / mit GOttderen Dingen halben in dem Gebett zuReden. Der H. Ulrich käme nachdreyen Tägen wider zu der H. Jung-frauen/ deme sie geantwortet: daß erweder ein Mönch / noch ein Conventu-al zu St. Galten werden wurde/ daklGOtt hätte ihn gegen der SonnenAuffgang ( auf das Bischthum Aug-sburg deutende) ein Bischthum zu re-gieren außerkohren/ in welchem ergleichwol vil Trübsal/ und Angst vonden bösen Christen / und Heiden ley-den/ aber doch in seinem Alter zu gu-ter Ruhe kommen/ und in demselbenseeliglich Sterben werde. Besitze S.Ulrichs Leben in disem Buch / so baldhernach folget. Es war um diseGegne ein ftommer Priester mit Nah-men Walrrammus / der feinen Dieneroft pflegte nicht ohne Ursach zu der H.Jungfrauen zuschicken. Derowegenals er aus ein Zeit widerum käme/ undjetzt seyn Botlschafft verrichtet hatte /da gäbe ihm die H. Jungfrau ein stuckvon einem gesegneten Brod/ welchesder Diener einem andern der ihme be-gegnet war/ schenckte; aus was Ur-sach ist GOtt allein bewüst. Dochblibe aber die Straff nicht lang auß /dann er bald hernach in ein schweresFieber gefallen/ daß ihme weder dieSpeiß noch Tranck mehr schmücken /und nichts darvon messen könnte/ bißer die H. Jungfrau um Verzeyhungbäte/ von ihr ein gesegnetes Brod em-pfienge/ darauf er widerum von seinerK'ranckhcit erlediget worden. Es isthievor / wie grossen Abbruch / und stren-ge Fasttäg die H. Wyborada hielte /und das überig alles under die Armenaußtheilen ließe/ gesagt worden. Abermit dem war sie nicht zusriden / sondersie erwöhlte ihr noch einen armen/undellenden Menschen / so an beyden Füs-sen lahm / und auf zweyen Krücken arm-seliglich dem Allmufen nachzöge. Vi-sen Redte die H. Jungfrau an / daßer täglich um neun Uhren in Geheimst)vil möglich/ zu ihrer Cellen käme / einsonderbahresAltmuscnzuempfahenDerarme Mensch nähme die Gnad an/ kä-me täglich mit Freuden fleißig. Disesbarmhertzige Merck möchte der leydigeSathan nicht wohl erleyden/ verhoffredie H. Jungfrau zubetriegen. Des-wegen käme er eines Tags vor neunUhren aufKruckenm des armenMen-scheN'Gestalt für die Cell/ warffe sichda nider/ schreye mit Ungestimmigkeitum das tägliche Allnmsen/ welches /wo ers nicht von Stund an empfangtBb » wur-