Von borS- Jung-ftan Ra,childr.
19« Von der Hettigen Iungftaum/
wurde/ Mißte er Hungers sterben.Weil aber die H.Wrzborada an ihremGebett war / und aus ProphetischemGeist des teuffels List vermerckte/ver-harrte sie in dem Gebett/ und gäbeihm kein Antwort : darüber der ver-meinte Bettler noch mehr ergrimmete /und schreye/ richtet sich letstlich auf /und schauere durch ein Fensterlein indie Cellen hinein zu der H. Wybora-da/ die bezeichnete sich mit dem Heil.Lrcutz/ und vertribe damit den Trüf-fel. Zu mehrerer Bestättigung aberdises Zeichens/ käme hernach um dieneunde Stund der ander Bettler / seingewöhnliches Alimusen zuhollen / undmit Gedult zuerwarteu/ biß eS ihmemitgetheilt wurde.
Das H. und unsträffliche Lebender Gottseeligen Jungfrauen Wybo-rada/ gäbe einen so lieblichen / und gu-ten Geruch von sich/ daß etliche fromeJungfrauen sich in ihr Zucht/ undGe-sellschafft undergaben. Under denendie S. Rachltda in Schwaben von A-delichen Eltern gebohren/ die fürnehm-ste war. Dise S. Rachildis fiele aufein Zeit / da sie bey der H. Wybora-da gewöhnet hatte/ in ein strenges/undhitziges Fieber/ welches so lang/ undhefftig an ihr gewehret/ daß ihre liebeEltern darab bekümmert / und Vorha-bens wurden/ rhre Tochter gen Romrüden HH. Apostlen zuführen/ damitsie möchte widerum ihr Gesundheit er-langen. Als dises vornehmen die H.Wyborada vernohmen/ schickte sie ei-ne auß ihrer Mügden zu der Gottseeli-gen Jungfrauen Rachilden/ ihr anzu-zeigen/ wann sie begehrte ihr Gesund-heit zu erlangen / solte sie ohne Ver-zug zu ihr kommen. Nach dem nundise zwo Gottseelige Jungfrauen ein-ander ansichtig worden/ sich umfangen/den Kuß des Fridens geben/und freund-lichen Gruß gewünschet/ spräche dieH. Wyborada: Gebenedeyet sey derHerr des Himmels / und der Erden /der dich allhero geführt hat/ daß duihme allda Dienest / und uns ein Trost/und Ergötzlichkeit seyest. Nach wenigTagen/ da Rachildis bey der H. Wy-borada gewöhnet / würd sie von demFieber / und aller ihrer Kranckheit ent-lediget/ und nahme'in allen Tugenden/Andacht/ und klösterlicher Zucht zu.Hernach begäbe es sich daß HertzogBurchardus von Schwaben schwereKrieg führte wider seine Feind/ weg?Käysers Henrici aus Sachsen Erwöh-lung / dardurch grosse Noth / und Hun-ger in dem Land entstünde/ deßwegenkamen die Eltern der S- Rachilda genSt- Gallen/ ihr Tochter abzuhollcn/
und nach Hauß zuführen/ damit siekeinen Hunger leyden müßte/ und be-gehrten darinnen der H. WyboradäRath. An dem andern Tag antwor-tete ihnen die Heil. Wyborada/.daßsie wohlgetrvst widerum sollen nachHauß ziehen/ und ihr Tochter alldalassen. Wie dis geschehen / so würdMt lang hernach Rachilda / nach ih-res Hertzen Wunsch / und Begeh-ren / mein besonders Cellelein be-schlossen. Es würd die S. Rachildawiderum auf ein Zeit so schwerlichKranck / daß sie vermeinte dises Ligerszusterben/ da schickere die H. Wybo-rada durch ein Dienstmagd ihr einenStecken/ daran sie pflegte zugehen/daß sie solle durch, dises Stecken Hilffzu ihr kommen. So bald aber die S.
Rachilda den Stecken ergriffen/ em-pfände sie durch dessen Krafft sich Frischund Gesund / und käme voll-r Freudenzu der H. Wyborada / begehrte denSeegen / und sagt ihr Danck um dieerlangte Gesundheit. Da nun die S.Rachilda von der H. Wyborada wide-rum Scheyden wolle/ begehrte sie andie H. Jungfrau Wyboradam/ daßsie ihr den Stecken verehren wolte/ zueiner Gedächtnuß der erlangten Ge-sundheit; der ihr Erlaubt würd/ undbehielte den durch ihr Leben/ hernachaber würd er zu St. WyboradäGrabgesteckt/ oder ausgehefftet.
Auf ein Zeit als die H. Wybora- c-? --da zu Nacht rührte/ käme ihr der H.
Abt St. Gallus in dem Schlaff für / WA,in zerrissenen schlechten/ und kottigen vorave.Kleidern. Darab sich die H. Wybo-rada verwunderte/ und Fragte wasdises bedeutete ? der H. Gallus ant-wortet / und sprach: Hertzog Burchar-dus in Schwaben der Tyrann / hatmich also zugericht- der mein Kloster /
Land/ und Leuthberaubt/ geschlagen/und verwüstet. Nicht lang hernach HerM.käme der Hertzog mit Kriegsmacht gen Durch«?St. Gallen/ welcher die umligendeLänder mit Verwüstung/ rauben/undbrennen verhergte / und verderbte/ denermähnte die H. Jungfrau Wyborada/daß er von seinen tyrannischen/ undkriegischen Lastern solte abstehen/ unddem Kloster St. Gallen verschonen /auch den Kelch/ welchen ihme die Mönchauß Forcht seinen Zorn damit zustillenwurden geben / nicht annehmen / undwann er sich nicht wurde verbessern/sowerde die grosse Straff GOttes ihn ü-bereylen/ und er'dieselbige unverzüg-lich empfinden. Dise Ermahnunggienge demHertzogen gleichwohlzu Her-tzen/ daß er mit einem Eydschwur vorder H. Wyborada bezeugete/ daß er
wol-
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