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c.ip. 4.
S Ulrichsgrosse Tu-genk in Bi-schDichc»,Ampt-
Seine
Bgu-
E. UlrichsAbstinent;/undFastcn-
Von dnn Heiligen Ulrich/
Mann GOttes/ in diser Statt Aug-spurg auf den Bischöfflichen Stull ge-setzet.
Was aber der H. Ulrich für einMann gewesen / und wie er sich gehal-ten nach dem er die Vischöffliche Hoch-heit erreicht hatte/ kan niemand ge-nugsam außsprechen. Er war all-zeit in dem Gebett andächtig/ in demLesen fleißig / und merckte fürnehmlichmit was Kleynodien der Tugend/ St.Paulus der Apostel einen Bischoffenwill geziert haben / da er spricht: EinBischoff solle ohne schändliche Lasterseyn/ nicht Zornig/ nicht Weinsichtig/nicht ein Schlager/ nicht schändlichenGewins begierig/ sonder Gastfreygü-tig/ Nüchter/ Gerecht / Heilig/ dersich enthalt/ und die Reden führe/dieder Lehr/ und dem Glauben gleichför-mig sey/ auf daß er mächtig sey durchrechtschaffene heylsame Lehr zuermah-nen/und die Widersacher zustraffen.Diser beyder Tugendten hat er sich ei-ner nach der anderen also beflissen/ daßer kein Zeit hat lassen müßig fürgehen/er habe dann gebettet/ oder gelesen.Er hat ihme höchst anligen lassen dieKirchmauren / und der Statt Häuserwider aufzurichten / und zuerbauen /welche eintweders durch Alter/ oderdurch Feur/ und Brunst verfallen wa-ren. So war auch daß sein grosseSorg/ das Volck mit Lehren/ undErmahnungen zu auferbauen/ daß esmöchte zu einem vollkommnen Tempeldeß Herren erwachsen. Er war auchgar geneigt zu den Wercken derBarm-hertzigkeit gegen die Krancken / und dieGefangnen. Deßwegen auch alle-mahl ein Schaar der armen Leuthen /seine tägliche liebe Gäst an seiner Tas-se! gewesen/ welche er gespeisset/ undbekleidet hat. Ihme selbst war erhart/ und streng/ casteyet seinen Leibalso/ daß er kein Fleisch gessen/ undjnnen auf blosser Haut ein wullinesKleid getragen hak- Vielmahl ister zu Lisch gesessen/ und da anderevermeinten er Esse/ ist er Nüchter bli-ben/ also daß er nach dem Essen ist indie Kirchen gangen / und Meß gehal-ten. Deßwegen noch heutigsTagsbey vilen in guter Gedächtnuß bleibt/und darvon geredt wird/ daß der H.Mann mit Bischoffen Conrado vonCostantz seeliger Gedächtnussen bey S.Afra zu Mittag über Lisch gesessen.Nach vollendtem Essen / wie ein jederheimgezogen/ hat es sich zugetragen/daß beweglicher Ursachen halber ge-melter Bischoff zu dem H. Mann ge-schickt. Wie der Gesandte zu ihmkommen/ hat er ihn über Altar stehen
Meß halten gefunden. Nach dem AßIMeß-Ampt hat er den Gesandten ge-hört/ ihme Audientz geben/ und dar? Mr-nach abgefertiget. Wie er bey seinemHerren gefragt worden / warum er al-so lang ausbliben? hat er geantwor-tet - er habe warten müssen biß derH. Mann drey Messen gehalten hab.
Der Bischoff sprach dargegen / hat erdann Meß gehalten ? und übermahlsprach er alsbald darauf - warlich so istheut keineosatter zum Tisch deß HEr-ren gangen. Es war auch gemein beyihme / daß er nach der Lomplet zuAbends nichts gessen / sich deß Silen-ttj / und Stillschweigens beflissen / danner wisse daß der HErr gesagt hatte:
Aus deinen Worten wirst du gerecht- Ki-ki,. ^fertiget / und aus deinen Worten wirstdu verdammet. Wann es aber die SeinMNoth erforderte / die abgearbeiteteGlider zu der Ruhe zulegen / da hater solches nit aufsanfften Federn/ son-der aufeinemspreuer Sack / Tapeten /oder Filtzmantel gethan/ und einen kur-tzen Schlaff gehabt: und damit ich eskurtz mache / er hat sein BischösflichesAmpt dermaßen äusserlich verrichtet /daß er dannoch innerlich die KlosterRegel nicht underlassen hat.
Als auf ein Zeit die Werckmeisterdie K'rustt der Kirchen erneuern wollen/hatte der H. Bischofs Ulrich einen Lap-lan mit Nahmen Ramperrus/ der warauf einen Tag verzückt / und dunckteihn / wie er mit seinem Bischoff nachGewohnheit / die Psalmen gesungen /und das weyland Bischoff Adelbero inderselben Kruflt gegen Mitnacht in sei-nem Bischöffljchen Ornat nahent ge-standen / und ihme gedeutet er solle zuihm kommen / als er aber erschrocken /habe ihn St. Ulrich behertzt / und er-mähnet zu Adalberone zugehen: WieRampertus aber nahe zu ihm kommen/höret er dise Wort von ihm: Ramper-te sage deinem Herren / er werde vonGott dem Herren ein grosse Beloh-nung empfangen für das Gebett/ undMmusen/ so er treulich für meiner See-len Heyl verrichtet hat/ und dissoller zu einem Wahrzeichen haben/daß ichund Fortunatus an dem nächsten Ant-laßtage/ mit Gottes Willen das H.Chrysam mit ihme heiligen werden; dar-neben wird auch diser Grufft Gebäubald einfallen/ doch solle er von deß-wegen nicht ablassen von angefangnemMerck sonder desto ftärckere Grundvestlegen / darneben solt du auch die Brü-der ermähnen / daß sie das Gebett /welches sie freywillig versprochen / fürmich zuhalten / gar nicht vollbracht ha-ben. Dann werden sie sich darinnen
WlilivF-,chc LiO'nun--
nicht