Bischofs/ und Beichtiger.
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welche er vormahls gebauet/und in fei-ner Ehr geweyhet hatte / und verhar-ret beständiglich so lang / ohn einigerMenschen Steur / und Hrlff / biß erZweymahl Meß gehalten wie desselbenTags gewöhnlich war. Wie solchesgeschehen / setzet er >ich/und sprach zu denumstehenden Priestern: Ich hab michnicht aus Menschlicher stärcke vermö-gen / sonder aus Göttlicher Krafft / undBefelch Christi diß Ampl der Meß zu-halten undersangen. Dann wie ichheut in einem süssen Schlaff gelegen /seynd zween junge schöne Männer ne-ben mir gestanden / deren einer zu mirgesprochen: Warum stehest du nichtaus ? Dann du soll hem zu S. JohannMeß hatten / dlsem antwortet der an-der : wie kan das geschehen? dannSchwachheit halber hat er noch nichtdie Primam gebettet. Und der erstsprach abermahl: Stehe auf/ und wieich dir gesagt / richte dich bald in ge-meltcr Kirchen das Göttliche Ampt zu-halten : dann keiner wird ohn du al-lein / heut daselbst Meß halten. Wieder Heilig Mann den Geistlichen dißangezeigt / ist er wider in sein Zimmergangen / und erwartet daselbst seinesAbscheids anstehenden Tage mit Freu-den / und sprach offt mit dem H. Da-vid : Wann soll ich kommen / und fürmeines GOttes Angesicht erscheinen?Er würd in diser Kranckheit von denSemigen gefraget / ob er vermeintedaß er in diser Kranckheit sterben wur-de? da antwortet er ja/ er wüßte wohldaß sein End allberetk vorhanden wäre/und sein zeitliches Leben abgelöstenseye; verhvffere auch änderst nicht /als daß er svlte auf beyden allerheilig-sten Apostlen Pem / und Paulr Tag /von Viser Welt / und Jammerthal ab-scheiden / welches weil es nicht gesche-hen/ spräche er mit betrübtem Hcrtzcn.D Heil. Apostel Petre! warum ist esnicht geschehen / wie ich verhoftt hab ?darnach lebte er noch fünff Tag/ in de-nen er von jedermann Verzeyhung be-gehrte / und ihnen den Seegen gäbe.Nach demselben hat er den vierdtenLag Heumonat an dem Morgen da dieSonn aufstunde / und die Geistlichendie Litaney gesungen / und geweinethaben / seinen Geist in die Händ deßHErren befohlen / in dem Jahr nachder Menschwerdung Christi JEsu un-sers HErren 97Z- indem 8z. Jahr sei-nes Alters / und indem 50. Jahr sei-nes Bischthums zu Zeiten deß K'äysersDktonis deß andern-
Wie man seinen Leib entblößetih-ne zuwaschen / ist ein solcher lieblicherGeruch von ihme ausgeschlagen / daßkr aller umstehender Naicn/ und HerlLk. lVIursr , Die H. Schweitz.
erfüllet / und ist solcher Geruch blibenbiß er gewaschen / mit den Kleidernangelegt/ und in die Kirchen getragenworden. Als aber der H. Wolffgan-gus vernohmen hatte/ daß der H. Bi-schofs Ulrich kranck läge; käme er genAugspurg ihne heimzusuchen / und fän-de ihn schon gestorben / deßwegen erdie Seelämpter / und alle der Römi-schen Kirchen Ceremonien für ihne inBischöffiichen Zierden hielte / und istdeß H. Manns Leib mit grosser Herr-lichkeit in S. Afrä Kirchen / in einerCapellen von ihme hievor längst ausser-kohren / zu der Erven bestattet wor-den. Nachdem nun der H. BischofsUlrich von der Bürde deß leiblichenLastes crlediget/ und in die himmlischeFreud eingangen / hat er gleich ange-fangen mit neuen Wunderzeichen zu-leuchten. Dann als sein H. Leichnamwar zu der Erden bestattet / wurde all-weeg ein Teppich aus seyn Grab / so et-was von dem Estrich erhebt war/ gelegt/darauf stättiglich ohn underlaß einLiechtbraune. Einsmahls wurde ein drinnen-de Kertzö unfürsichtigllch dorthin gesetzt/welche übcrzwerck aufdcn Teppich gefal-len / und darauf also lang gebrunnen /biß daß der Theil welcher den Teppichberühret / gantz von dem Feur verzeh-ret worden. Als aber die Flamm sichübersich auf erhübe / käme'der Hülerdarr» / welcher solches verwahrlostet /zucket mit Forcht / und Schröcken denübrigen Theil der Kcrtzen / besuche denTeppich mit fleiß / und befände / daßnicht ein Faden verbrennt / oder besängtwäre. Als er solches seinem Meister/und Brüdern verkündiget / wurden siemit Verwunderung / und Freuden er-füllet / lobten GÖtt / und den Heil-Ulrich.
Rupertus / von deme hievor auchMeldung geschehen / war auf ein Zeithinckend worden/ also daß er allein mirden Krücken »»Verhalten / und sonftennicht gehen möchte / ist auch deß ge-brauchs der rechten Hand beraubt wor-den ; als er in solcher Kranckheit 4.Jahr gelegen / ist er zulelst zu der vorerkandten Hilff S- Ulrichs gestohen /und hat sich zu deß H. Ulrichs Grabverheißen. Als er nun ein Wachs zudem Opffer geknufft / hat er die Kur-cken verlassen / und ist an einem Ste-cken dahin gangen. Da er abex zudeß H. Ulrichs Grab käme / seynd sei-ne schwache Kn»e / und die lahme Handwiderum zu ihren vorigen Kräftenkommen / baß er von ihme selber fto-lockend / und gesund widerum heimgienge. ...
Als nun alles Volck deß HeiligenUlrichs Festtag freywillig ftyrllch hiebEe re