2ir Von dem HciMm Ulrich/
jchoffvil Golds verehret/ freundlich vonihme Urlaub genommen / durch diesel-be qantze Landschaft begleiten/ und anallen Herbergen einloschieren/ undkostfrey halten lassen. Als aberder H. Bischof' in die Statt Augspurgwldcrum ankommen/ würd er mit gros-sen Freuden empfangen / und ehrlichvon der Lleriscy / und Bürgerschafteingeholet. Darauf liesse Adalbervdeß Bsschoffs Reuter/ undgantze Hof-gesind fürsich erfordern/ den gewöhnli-chen Eyd thun und schweren / in bey-seit, deß H. Bischofs Ulrichs / daß sieihme getreu / und gehorsam sein wol-len / gleichfalls thaten alle Untertha-nen in dem gantzen Bischthum. Adal-bero aber name sich deß BischöfflichenHaußwesens / und Geschäften starckan / trüge den Bischöfflichen Stab /als wäre er vollmächtiger Bischof.Solches wolten andere Teutsche Bi-schof nicht gedulden / berufen den H.Ulrich/ und Adalberonem aufeinCon-cilium gen Ingelheim / und verwisendem Heil. Mann / wie er zuvil an derSach gethan / und daß solche Vermes-srnhelt / die H. Canones verbotten /rnd nicht geburte bey seines BischofsLebzeiten Adalberoni den BischöfflichenStab zutragen. Als aber sich der H.Bischof wie auch Adalberv verantwor-teten/ und auf dem H.Cvängelij Buchein Eydschwur gethan / daß solches inkeiner bösen Meynung geschehen wäre/sonder zu mehrerm Nutz / und Zierdder Aug'purgischen Kirchen / und Bisch-thums / haben die Vätter deß Conci-ls ihre Verantwortung angenommen /und bestätiget / das Adalberv in Bi-schöfflicher Würde/ nach Ableibung sei-nes Herren Vetterens folgen / undnachkommen solte. Und also zöge derH. Bischof / und Adalberv samt ih-ren Gefährten widerum heim gen Aug-spurg.
'4 Und ob gleichwohl das Conciliumund Käyser ein Wohlgefallen / von ob-geschribner Vorsehung eines künftigen< Bischofs zu Augspurg hätten / mißfie-le doch das gantze Merck GOtt demAllmächtigen / der ein Ergründet istaller Hertzen / und klar sihet auf wasfür einem Fundament oder Grund dasMerck gesetzet ist. Verwegen als er aufein Zeit aus eine schweren Schlaf erwa-chet wäre / sprach er mit grossen seuff-tzen öffentlich. Ach / ach / daß ich mei-nem Vettern Adelberonem je mit Au-gen gesehen hab. Dann darum daßich ihme sein Begehren bewilliget hah /wollen sie mic?, ungestraft in ihre Ge-sellschaft nicht aufnehmen- Adalbervaber möchte nicht an das Bischthum
kommen ; dann als er im Jahr Chri-sti 972. mit samt dem H. Bischof Ul-rich in das Schloß gen Dilingen / anffreundliche Ladung deß Graftns Rtch-wini deß Bischofs Bruders DietpaldiSohns kommen / und allda in guterLiebe / und Freundlichkeit etliche Tägverbliben / hat ihme nach wenig TagenAdalberv ein Ader schlagen lassen / istmit dem H- Mann zu Tisch gesessen /und wie er an der Adern etwas empfun-den / stehet er von Tisch auf /und eylet zu Beth / und beschleußtalsbald in derselben Nacht sein le-ben. Als nun Visen leydigen Zu-stand sein Capian dem H. Ulrich mor-gens mit bekümmerten Hertzen wolleöffnen / sprach der H. Mann zum er-sten : Ich weiß daß Adalberv gestor-ben/ aber gehe /und sage es unserm Vet-tern dem Grafen Nickwino / daß ereylcnds einen Wagen rüste/ damit wirseinen Leichnam gen Augspurg führen /und ihn i» unser Frauen Munster be-graben mögen. Es befähle aber derH. Mann die Seel dem AllmächtigenGOtt mit vilen guten Wercken/ undGebetten. Hernach hak er die Ab-they Ottenbüren in freyen Stand ge-
^ Nach disem allem ist der A Mann jelängere mehr mit den Himmelischen /und Göttlichen Beqirden entzündetworden; also daß er / so lang er kön-te / anf einem Wagen sich lassen füh-ren / und ohn undcrlaß den Saamendeß Göttlichen Worts in der ZuhörerHertzen ausgeworfen. Ausdem Weeg -
hat er mit seinem Caplan Psalmen ger vfingen / hielte täglich Meß / und bet-tete vil für die abgestorbne hohe Für-sten / und Regenten. Über dem Tischließ er ihm etwas hcylsames lesen / für-nemmlich aber aus den Dialogis Gre-gorij Magni / bereitete sich räglich zudem Todt / wolte auch keinen seidenhaben / er hätte dann sein zeitlichesGut bey seinen Lebzeiten under diePriester / und Arme außgetheilt. Alsnun deßH. Vorläufers Christi Iohan-nlö Geburts tage vorhanden / und erin seiner schweren Kranckheit wäre /wird der H. Mann / eben als von demSchlaff erwachent/ sahet an denen diebey ihme waren / zu zusprechen / daßsie ihme keine Kleider anlegten / und anseine Füß Schuh geben. Ob sie gleichwol gedachten / er rede solches auß A-berwitz / oder verzückter weise / jedochgehorsameren sie ihme / und über daßwird er auch mit den Bischöfflichen Or-naten angelegt/ und gehet wie bränchig/wider aller Menschen Hoffnung hinaufdurch unser lieben Frauen Kirchen / biß ,in St. Iohannis deß Täufers Kirchen/
welche
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