L26 Von dem Heiligen Conrado/
Vatter war zufriden / legt seinenSohn in ein Schiff/ undführte ihn genCostantz/ zudem Grab deß H. Coy-rads / und opfferet ihn dem heiligen auf.Darnach zeigte der Vatter seines Sohnellenden Stand den umstehenden Men-schen. Der Knab aber bewegte sichin allweg / und bemühete sich mit allenvieren die Staffllen hinauf/ biß zu un-ser lieben Frauen Altar mit grossemGlauben / und Hoffnung / die Gesund-heit zuerlangen/ zu kriechen/ allda erseyn Opffer / und Gelübs verrichtete.Gleich darauf würd er gesund / undlobten männiglich GOtt / und den H.Conrad.
Ein Weib so an beyden Füssen lahmwar/ und auf den Händen/ undKny-en herein schleichen müßte/ kame zudeßH. Conrads Grab/ und nach verrich-tem andächtigem Gebett / und Gelübterlangte sie ihr vorige Gesundheit.
Ein ander Weibsbild/so allbereitzehen Jahr kranck / und mit einem schwe-ren Hals / und gantzer lincken SeitenGeschwür / und Fluß behafft war /welcher ob er gleich wohl mitler Zeitwiderum vergangen / so verbllbe dan-noch in den Versehrten Glidern deßHals / und Arms nicht ein geringerschmertzen. Dazwischen gedachte di-ses Weib offt / und käme ihr auch indem Schlaff für / wie sie St. Conradvor ihr sehe stehen / oder bey seinemGrab sich bcfunde/ und gesund wider-um zu Hauß gienge. Nachdem sieaber erwachet / befände sie sich nochkranck / und häfftig bekümmert / daßsie die verhoffte Gesundheit nicht erlan-get hätte. Da aber ihre Nachbautenzu deß H. Conrads Gräb wallfahrten/zöge sie mit ihnen/ doch dörffte sie ne-ben andern in die Kirchen nicht kom-men / von wegen ihrer äussersten Ar-muth in leiblicher Bekleidung / welchesals andere guthertzige Persohnen ver-standen/gaben sie ihr die nothtürfftigenBekleidungen / und führten sie zudemH. Grab. Als nun sie ihr andächti-ges Gebett verrichtet / und den Armauf das Grab gelegt hatte / wurde siean dem Leib gesund,
Ein Töchterlem deme seine Fingervon Jugend aufin der Hand verschlos-sen waren / und solche niemahlen stre-cken oder austhun könnte / käme zu deßH. Conrads Grab / und war gantz ge-sund. Weil es aber wegen empfang-ner Gutthat / GOtt nicht lobte / unddem H. Conrad der Gnaden nicht dancksagte / und aus der Kirchen gangen /sielen ihme die Finger widerum in die
Hand / und erstarreten/ da erschrackedas Töchterlem / bekennte seine Schuld/und Unverstand / kehrte bald wrderumzu dem Grab / bettete mit andern Per-sohnen andächtiglich / und würd wide-rum völlig gesund.
Einer von Potiers aus Franck-reich / käme von bannen einen wessenWeeg gen Costantz zu S- ConradsGrab / (dann diser nicht allein an einemFuß lahm/ sonder könnte auch auf kei-ner Stültzen/ wegen eines grossen Ge-schwürs gehen) diser sahe daß vil Per-sohnen ihr Gesundheit bey deß H. Con-rads Grab erlangten / und könnte erin 6. Monaten solche nicht erlangen.Deßwegen an der H. Pfingstnacht /begäbe er sich noch mit grösserer Andachtzu deß H. Conrads Grab / batte ihninniglich um die Gesundheit. Als mannun die Metten angefangen zusingen /käme ihme in das Knye/ und in die er-lahmten Füß ein solcher Schmertzen /das er gedachte lieber Lahm zuseyn/ dasssolchen grossen Schmertzen ein kleineZeit zu leyden / da man aber indemChor das fröliche Lobgesang le vLumlauäamus, angefangen zusingen/ ver-ginge der Schmertzen/und würd gantzgesund / dessen sich mämglich höchlicherfreuet.
Reiche / und fürnehme Eltern hat-ten einen ellenden / und an feinen Gli-dern erlahmten Sohn / welchen sie zudeß H. Conrads Grab brachten / undhätten ßch samt vil Volcks/ so mitth-uen aus Mitleyden gewallfahrtet/ aufdie Knye / und Gebett nider gelassen /darauf erlangte der Knab fein völligeGesundheit. .Die Eltern waren er-freuet/und lobten GOtt in seinen Hei-ligen.
. Als tn einem Jungfrauen Klosterdie Schwestern mit mancherley Krank-heiten angegriffen wurden / waren lin-der andern zwo sonderlich kranck / daßsie in acht Monat kein Speiß bey sichbehalten/und aus großen Wehetagen/Unwillen müßten. Die ander aberhatte alle ihre Menschliche Kräffken ver-lohren / und wäre gantz lahm worden.Dise Klosterfrauen waren in ein Schiffgesetzt / ( dann ihr Kloster nicht ferr vonderStatt Costantz ware)in einerNacht/und kamen an dem Morgen in die Statt.Als sie aber zu deß H. Conrads Grabkommen / und ihr Andacht mit eyffe-rigem Gebett verrichtet / haben sie ausden höltzinen Becher deß H.Conrads ge-truncken/ da waren sie beyd von ihrenÄranckheiten erlediget / und seyM> mit
Freu-