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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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L26 Von dem Heiligen Conrado/

Vatter war zufriden / legt seinenSohn in ein Schiff/ undführte ihn genCostantz/ zudem Grab deß H. Coy-rads / und opfferet ihn dem heiligen auf.Darnach zeigte der Vatter seines Sohnellenden Stand den umstehenden Men-schen. Der Knab aber bewegte sichin allweg / und bemühete sich mit allenvieren die Staffllen hinauf/ biß zu un-ser lieben Frauen Altar mit grossemGlauben / und Hoffnung / die Gesund-heit zuerlangen/ zu kriechen/ allda erseyn Opffer / und Gelübs verrichtete.Gleich darauf würd er gesund / undlobten männiglich GOtt / und den H.Conrad.

Ein Weib so an beyden Füssen lahmwar/ und auf den Händen/ undKny-en herein schleichen müßte/ kame zudeßH. Conrads Grab/ und nach verrich-tem andächtigem Gebett / und Gelübterlangte sie ihr vorige Gesundheit.

Ein ander Weibsbild/so allbereitzehen Jahr kranck / und mit einem schwe-ren Hals / und gantzer lincken SeitenGeschwür / und Fluß behafft war /welcher ob er gleich wohl mitler Zeitwiderum vergangen / so verbllbe dan-noch in den Versehrten Glidern deßHals / und Arms nicht ein geringerschmertzen. Dazwischen gedachte di-ses Weib offt / und käme ihr auch indem Schlaff für / wie sie St. Conradvor ihr sehe stehen / oder bey seinemGrab sich bcfunde/ und gesund wider-um zu Hauß gienge. Nachdem sieaber erwachet / befände sie sich nochkranck / und häfftig bekümmert / daßsie die verhoffte Gesundheit nicht erlan-get hätte. Da aber ihre Nachbautenzu deß H. Conrads Gräb wallfahrten/zöge sie mit ihnen/ doch dörffte sie ne-ben andern in die Kirchen nicht kom-men / von wegen ihrer äussersten Ar-muth in leiblicher Bekleidung / welchesals andere guthertzige Persohnen ver-standen/gaben sie ihr die nothtürfftigenBekleidungen / und führten sie zudemH. Grab. Als nun sie ihr andächti-ges Gebett verrichtet / und den Armauf das Grab gelegt hatte / wurde siean dem Leib gesund,

Ein Töchterlem deme seine Fingervon Jugend aufin der Hand verschlos-sen waren / und solche niemahlen stre-cken oder austhun könnte / käme zu deßH. Conrads Grab / und war gantz ge-sund. Weil es aber wegen empfang-ner Gutthat / GOtt nicht lobte / unddem H. Conrad der Gnaden nicht dancksagte / und aus der Kirchen gangen /sielen ihme die Finger widerum in die

Hand / und erstarreten/ da erschrackedas Töchterlem / bekennte seine Schuld/und Unverstand / kehrte bald wrderumzu dem Grab / bettete mit andern Per-sohnen andächtiglich / und würd wide-rum völlig gesund.

Einer von Potiers aus Franck-reich / käme von bannen einen wessenWeeg gen Costantz zu S- ConradsGrab / (dann diser nicht allein an einemFuß lahm/ sonder könnte auch auf kei-ner Stültzen/ wegen eines grossen Ge-schwürs gehen) diser sahe daß vil Per-sohnen ihr Gesundheit bey deß H. Con-rads Grab erlangten / und könnte erin 6. Monaten solche nicht erlangen.Deßwegen an der H. Pfingstnacht /begäbe er sich noch mit grösserer Andachtzu deß H. Conrads Grab / batte ihninniglich um die Gesundheit. Als mannun die Metten angefangen zusingen /käme ihme in das Knye/ und in die er-lahmten Füß ein solcher Schmertzen /das er gedachte lieber Lahm zuseyn/ dasssolchen grossen Schmertzen ein kleineZeit zu leyden / da man aber indemChor das fröliche Lobgesang le vLumlauäamus, angefangen zusingen/ ver-ginge der Schmertzen/und würd gantzgesund / dessen sich mämglich höchlicherfreuet.

Reiche / und fürnehme Eltern hat-ten einen ellenden / und an feinen Gli-dern erlahmten Sohn / welchen sie zudeß H. Conrads Grab brachten / undhätten ßch samt vil Volcks/ so mitth-uen aus Mitleyden gewallfahrtet/ aufdie Knye / und Gebett nider gelassen /darauf erlangte der Knab fein völligeGesundheit. .Die Eltern waren er-freuet/und lobten GOtt in seinen Hei-ligen.

. Als tn einem Jungfrauen Klosterdie Schwestern mit mancherley Krank-heiten angegriffen wurden / waren lin-der andern zwo sonderlich kranck / daßsie in acht Monat kein Speiß bey sichbehalten/und aus großen Wehetagen/Unwillen müßten. Die ander aberhatte alle ihre Menschliche Kräffken ver-lohren / und wäre gantz lahm worden.Dise Klosterfrauen waren in ein Schiffgesetzt / ( dann ihr Kloster nicht ferr vonderStatt Costantz ware)in einerNacht/und kamen an dem Morgen in die Statt.Als sie aber zu deß H. Conrads Grabkommen / und ihr Andacht mit eyffe-rigem Gebett verrichtet / haben sie ausden höltzinen Becher deß H.Conrads ge-truncken/ da waren sie beyd von ihrenÄranckheiten erlediget / und seyM> mit

Freu-