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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Des Gottshauß zu Linsidlen. 2 z r

ben / hoch und für Heilig gehalten / undsein Grab ohn underlaß andächtig be-sucht worden: wurde doch dem Heili-gen / als auch der Kirchen kein grosseEhr angethan / bey hundert/ und achtund sechtzig Jahren. Biß im Jahr1141- der Hochwürdige Herr Theode-winuö Episcopus Portuenfis / Cardi-nal deß Tiruls S. Ruffinä Päpstli-cher Heiligkeit Znnocentij II. Legat inTeutschland / ohngcfährlich in demAugstmonat gen Einsidlen käme / dawürd der Legat vom Abt Wernhcro /und seinem Eonvent erbetken / daß erdie grössere K'rrchen in der Jnsul Uffnauzu der Chr der Hochheiligsten Kreyfal-tigkcit/ der MuttcrGOttes Mariä/deßH. Ertz Engels Michaelis / beyder Him-melsfürsten SS. Petri / und PauliApostlen / und deß S. Adalrici Ein-stdlers/ und Beichtigers / und an di-sem Orth begraben / weyhen / und ge-sagten heiligen Adalricum in die Zahlder Heiligen / aus Päpstlichem Gewalt/zehlen / und beatificieren wolle / und

erlauben / daß ihme auch Bildnuß/undAltar aufgerichtet / und geweyhet wer-den mochten. Als nun gesagter HerrCadinal die Bitt deß Abts / und 'Convents zu Einsidlen mit fleiß Ver-nehmen/ und deß H. Adalrici Leben /

Tod / und Miracul wohl erwogen /und gerecht erfunden hatte / sprach erihn mehr gesagten H. Adalricum Ste-tig / und weyhete obgenannte Kirchenzu der Ehr dises H. Adalrici/ und ob-gemelter Heiligen / an einem Sontagnach unser lieben Frauen Himmelfahrt/im Jahr Christi H4iin gegenwartdeßAbts Wernheri/ deß EhrwürdigenConvents / und einer grossen mänqdWelt - und Geistlicher Pesohnen. Zudem verliehe er auch dsser Kirchen ei-nen grossen Ablaß zu gewissen Zeiten /und Festtägen ; welche auch dernachkommenden Vjschöffbtß auf unserZeit bsstättiget/ und bekrässriget/da-durch die Andacht der Menschen zu di-sem Orth gewaltiglich gemchrctworden.

A Terol.^usMin^ Einöde.

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p. r.

IV. V. VI.

6. cum ckttobu8 Z. kilijst.-

icr Weklige Gcrold/ mit seinen Mem ftM §

meri Söhnen.

^)Eroldus Hertzogen in Sachsen/war von dem KäyserlichenStammen Ottonis deß ersten/zugenannt der Grosse/ geboh-ren / uiw mit Tugenden dermaßen ge-ziert / daß et undcr den Fürsten deßH. Römischen Reichs / wie die Sonn«nder dem Gestirnen leuchtete. Alser nun zu Zeiten Ottonis deß ersten /vil Jahr zu Sachsen regiert/und WeibKinder bekommen/ wie auch sich/die jeinen / und Land/ und Leuth zu allerGbttsforcht ermähnet hätte/ wurde erdurch GOttes Geist getriben/ die Welt/und ihren Pracht zuverlassen/ und dasReich Gottes zusuchen. Derhalbcnnachdem er sein Hertzogthum einem un-dcr seinen Söhnen übergeben / sein Ge-mähtem/ und übrige Kinder/ samt denUnderthancn/ihme befohlen / zoge Ge-roldus mit einem Esel / der ihme seinPlünderlein trüge / zu einer Einöde /dahin ihn GOtt durch sein Vorsehungführen wurde/ wider seiner Gemäh-tem/ Kinder/ und gantzen Fürstenthumwillen.

Aus seinem Hertzogthum solle er an-fangs gegen dem Bodensee gen Vre-gentz gezogen seyn/ und der Claußge-gen Chu.walcken zugecylet / biß erdurch das hol Gebürg zu eurem Dorff

Ranckweil genannt / kommen / an wel-chem Orth sich der Esel auf die Erdennidergelassen ; dardurch Sr Geroldvermeinet daß ihme GOlt disen Platzzeiget zu einer Wohnung. Nachdemermahnete ihn der H. Engel weirers zu-ziehen / da käme er beyseits für ein an-dere Statt Feldkirch genannt / zu demgähen / und schroffrgen Gebürg in eindunckel Thal! an dem Arlenberg / derdie Etsch die Grasschafft Tyrol / undChurwalcken underscheidet. Daftlb-sten ist auch bey einer halben Meri obder Landstraß auf der lincken feiten einOrth Friesen genannt. Als nun derseelige Einsidler daselbst hin in dasdor-nechrig / steinige / und greuliche Thal!zwischen den Schneebergen 1 die ihreSpitz in die Wolcken verbergen / anein Orth desselben Thalks (dann disesThall wird durch einen Fluß zerthei-let) zu einer grossen Eych/ oie zunlichweit / und schattächtig / wäre kommen/da hätte sich das einfältige Thier mitseinem Bürdelein,aberinahl nivergelegt/durch welches der seelige NachfolgerChristi erkennt / daß er vcrharrlich andisem Orth verbleiben folte/ sonderlichweil er den Esel ab diser statt zuweichezrmit keinem fng bewegen könnte. Andssem Orth machte ihme Gcoldus erst-lich ein Cellelcin von Holtz / und die-

Jahr

Aprilt.

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