Des Gottshauß zu Linsidlen. 2 z r
ben / hoch und für Heilig gehalten / undsein Grab ohn underlaß andächtig be-sucht worden: wurde doch dem Heili-gen / als auch der Kirchen kein grosseEhr angethan / bey hundert/ und achtund sechtzig Jahren. Biß im Jahr1141- der Hochwürdige Herr Theode-winuö Episcopus Portuenfis / Cardi-nal deß Tiruls S. Ruffinä Päpstli-cher Heiligkeit Znnocentij II. Legat inTeutschland / ohngcfährlich in demAugstmonat gen Einsidlen käme / dawürd der Legat vom Abt Wernhcro /und seinem Eonvent erbetken / daß erdie grössere K'rrchen in der Jnsul Uffnauzu der Chr der Hochheiligsten Kreyfal-tigkcit/ der MuttcrGOttes Mariä/deßH. Ertz Engels Michaelis / beyder Him-melsfürsten SS. Petri / und PauliApostlen / und deß S. Adalrici Ein-stdlers/ und Beichtigers / und an di-sem Orth begraben / weyhen / und ge-sagten heiligen Adalricum in die Zahlder Heiligen / aus Päpstlichem Gewalt/zehlen / und beatificieren wolle / und
erlauben / daß ihme auch Bildnuß/undAltar aufgerichtet / und geweyhet wer-den mochten. Als nun gesagter HerrCadinal die Bitt deß Abts / und 'Convents zu Einsidlen mit fleiß Ver-nehmen/ und deß H. Adalrici Leben /
Tod / und Miracul wohl erwogen /und gerecht erfunden hatte / sprach erihn mehr gesagten H. Adalricum Ste-tig / und weyhete obgenannte Kirchenzu der Ehr dises H. Adalrici/ und ob-gemelter Heiligen / an einem Sontagnach unser lieben Frauen Himmelfahrt/im Jahr Christi H4iin gegenwartdeßAbts Wernheri/ deß EhrwürdigenConvents / und einer grossen mänqdWelt - und Geistlicher Pesohnen. Zudem verliehe er auch dsser Kirchen ei-nen grossen Ablaß zu gewissen Zeiten /und Festtägen ; welche auch vü dernachkommenden Vjschöffbtß auf unserZeit bsstättiget/ und bekrässriget/da-durch die Andacht der Menschen zu di-sem Orth gewaltiglich gemchrctworden.
A Terol.^usMin^ Einöde.
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IV. V. VI.
6. cum ckttobu8 Z. kilijst.-
icr Weklige Gcrold/ mit seinen Mem ftM §
meri Söhnen.
^)Eroldus Hertzogen in Sachsen/war von dem KäyserlichenStammen Ottonis deß ersten/zugenannt der Grosse/ geboh-ren / uiw mit Tugenden dermaßen ge-ziert / daß et undcr den Fürsten deßH. Römischen Reichs / wie die Sonn«nder dem Gestirnen leuchtete. Alser nun zu Zeiten Ottonis deß ersten /vil Jahr zu Sachsen regiert/und WeibKinder bekommen/ wie auch sich/die jeinen / und Land/ und Leuth zu allerGbttsforcht ermähnet hätte/ wurde erdurch GOttes Geist getriben/ die Welt/und ihren Pracht zuverlassen/ und dasReich Gottes zusuchen. Derhalbcnnachdem er sein Hertzogthum einem un-dcr seinen Söhnen übergeben / sein Ge-mähtem/ und übrige Kinder/ samt denUnderthancn/ihme befohlen / zoge Ge-roldus mit einem Esel / der ihme seinPlünderlein trüge / zu einer Einöde /dahin ihn GOtt durch sein Vorsehungführen wurde/ wider seiner Gemäh-tem/ Kinder/ und gantzen Fürstenthumwillen.
Aus seinem Hertzogthum solle er an-fangs gegen dem Bodensee gen Vre-gentz gezogen seyn/ und der Claußge-gen Chu.walcken zugecylet / biß erdurch das hol Gebürg zu eurem Dorff
Ranckweil genannt / kommen / an wel-chem Orth sich der Esel auf die Erdennidergelassen ; dardurch Sr Geroldvermeinet daß ihme GOlt disen Platzzeiget zu einer Wohnung. Nachdemermahnete ihn der H. Engel weirers zu-ziehen / da käme er beyseits für ein an-dere Statt Feldkirch genannt / zu demgähen / und schroffrgen Gebürg in eindunckel Thal! an dem Arlenberg / derdie Etsch die Grasschafft Tyrol / undChurwalcken underscheidet. Daftlb-sten ist auch bey einer halben Meri obder Landstraß auf der lincken feiten einOrth Friesen genannt. Als nun derseelige Einsidler daselbst hin in dasdor-nechrig / steinige / und greuliche Thal!zwischen den Schneebergen 1 die ihreSpitz in die Wolcken verbergen / anein Orth desselben Thalks (dann disesThall wird durch einen Fluß zerthei-let) zu einer grossen Eych/ oie zunlichweit / und schattächtig / wäre kommen/da hätte sich das einfältige Thier mitseinem Bürdelein,aberinahl nivergelegt/durch welches der seelige NachfolgerChristi erkennt / daß er vcrharrlich andisem Orth verbleiben folte/ sonderlichweil er den Esel ab diser statt zuweichezrmit keinem fng bewegen könnte. Andssem Orth machte ihme Gcoldus erst-lich ein Cellelcin von Holtz / und die-
Jahr
Aprilt.
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