2.40 Von dem Heiligen Wolffgang/
des Bischthums/ und der Abtey zu-mahl solle underfangen. Ein Bischofshätte genug zu thun/ wann er für seynHirlenampt sorgte / inglcichem ein Abt/so er seiner Brüdern Heyl begehrt zu-fördern/ und seyn Kloster rechtmäßigzu vttwaltcn / hät er auch für sich ge-nug zu chum. Darum stelle er ih-nen das )enig wider zu / was von an-dern ihm n zur Aufcnrhaltung/ und zurEhr GOttes geschenckt worden. Seygäntzlicher Hoffnung/ es werde ihm /und seinen Nachkömmling zu Nutz ge-deycn / weil er ihnen das ihrige widerzustelle. Also Mete er seine Rath /Daß sie hinfüro seyn K lugheit lobten.
c-p. 6 Zwey Frauen Klöster waren zuBciliel .-in Regenspurgi das ober/ und das un-der Münster/ darin» die Klösterlichehalben wer Disciplin schier gantz abgangen.Als erlrn r. an. dass Ibe wider wolle in den alten Standlilicc' ' Richten / wandten die Persvhnen darin-'' nen rhr Freyhert für / walten sich derReformation nicht ergeben / müßte al-so der H. Bischofs unverrichter Sachenabziehen/ gleichwohl ein kurtze Zeit/dann er dauere zu Regenspurg ein neu-es Jungfrau-Kloster zu S. Paul/ inwelches er Gollssörchtige wohl regu-lierte Jungfrauen setzte/ welche ande-re underuchreien/ und den Orden rechtzuhalten lehreten. Als derwegen diseem unsträ;stich ordenliches Leben führe-ten / waren die andere obbenannte durchihr gutes Exempel bewegt/ und gleich-sam gezwungen / ihr Leben auch zu bes-sern / und ordenlicher zu Leben. Oftund vil besuchte er zu Regenspurg dreKlöster / jetzt Berrens wegen/ dantlaus zusehen wie sie sich verhielten.Brachte also die Kloster / und Stiffterw.der rn vorigen eyfferigen Stand/undWesen. Bekehrere so gar auch dieThum-und Srifftherren/daß sie bes-ser anfiengen zu Leben / und den Gotts-dienst emsiger zu verrichten. Überdaß alles/ ob er zwar immerdar mitden Geglichen/ und Clerisey zuthunhät/ liesse er doch die Weltliche/ unddise so ausser der Statt wohneten/ nitErff/r in Unversorget. Bezöge seyn gantz Visch-«thum/ besähe die Kirchen/ undande-dcr R^-l'qi- ke Bäu/ lind Zierden / er forderte zuon / und sich die Pfarrherren / und Seelsorger /ftagt nach ihrem Wandel/ und Leben/rhmiw ' und Einigkeit/ straffte dise so
nachlaßig/ fahrloß/ und unartig wa-ren. In seinen Predigen richtete ersich nachdem Stand/ und Gelegenheitder Zuhörern/ braucht wenig spitzsün-» dige Wort / mäßigte seine süsse Wortmit uniprechl!chem Cnffer / und Ernst/damit er jedem das Hertz rührete; wel-che aber ihn verachteten / oder thme
"Übel nachredten/ wurden öffentlich durchdie Raach - GOttes gestrafft. Miteinem Wort: seyn täglich Leben / undWandel wäre männiglich ein Spiegel/und Ebenbild Christlich/ und GOtt-seelig zuleben. Durch so grossen Epftfer / und Sorg über seine Schäfflcin /erlangte er grosses Lob/und wurdeweit berühmt bey um - und - außländi-schen Völckern. Aber der Menschen ZM j'Lob/ und Zulauffverursachete/ daß erseyn Bischthum heimlich verliesse / be-gäbe sich in das rauhe Bäyerische Ge-bürgam Abernsee/ ohnferrnvon Saltz-burg/ da er 5. Jahr unbekand in gros-ser Armuth auf dem Falconberg woh-nete/ ob man zwar hin/ und wider vilBotten außgesand/ nach zu forschen /wo der Bischofs möchte hinkommenseyn.
In gesagterWildnuß erhielte sichSt- Wolffgang mit WUrtzen/ und K räu- MuAslern / und da er auch an Wasser Ab- ^WMlgang litte/ steckte er seyn Prlgerstab in nnvem harten Felsen/ darauß ein schöne emCai»'Wasserquell/ so noch zu sehen/ enk-sprunge. Da der H. Wolffgang nichtkönnte wissen/ wo er n diser Wüsteein Betthäußlein hin bauen solle/wurs-fe er sey Beyhcl in die Lufft/ GOttbittent/ selbes dort nrder zulassen/ wöer wolle haben/ daß ihm em Capell ge-batikt wurde. Da schwebte das Bey-hel in der Lufft herum / fände es letst-lich hindersich in einem Felschcn eiuge-hefft/ da er solches doch für sich geworf-fcn hätte- An disem Orth baute ekselbst von steinen ein andächtige Capell/welche noch heutiges Tags in Ehren ge-halten / besucht / und mit vil Wunder-zeichen begabt wird. Bey diser Ca-pellen sihet man in einem harten FelserlSt. Wolffgangs eingedruckte Bildnuß/welche solcher Weiß eingedruckt wor-den : Als einmahl er aus Mattigkeit ai^strengen Wachens/ Abbruchs / und Wund«Mangel halben an zeitlicher Nahrung zeiche»entschlaffen / und etwas fpather erwa-chet bey Hellem Lag/ wolle er sich zuStraff semer Faulkeit/ in ein harrenStein geworffen haben/ da wiche außGöttlicher barmhertziger Ordnung derStein / wurde so weich als Wachs /und hat ihn ohne Verletzung empfangen.
Der leydtge Feind setzte / und stetlcteheimlich / und öffentlich dem heiligennach/ sonderlich einmahl si nge der bö-se Teuffel in den Bergen ein «olchesgctümme! an / als wollen beede Bergzusamen fallen / und den Heiligen be-decken : Aber dise / und andere Trüb-salmehr/ wie auch grosse Armuth er-litte St. Wolssgang in die 5. I.,hr mitGedult / hätte darneben besondere geist-liche