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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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LfS ' Von dem Heil. Frkderich/

ches begehrte auch an den Grasten dieandächtige Gräffin Viltrudis sein Germähelein / und beredte endlich ihrenHerren / daß er nicht allein bewilligte/das Kloster wider zugeben /. sonder setztmit allem Fleiß solches an ausser-undinnerlichen Gebäuen zuverbessern / undbewohnlich zumachen. Die Andachtaber der Gräffin war so groß/ daß siebey dem Grasten Adalberto «lange-te / das Gottshauß mit GeistlichenVersöhnen zu besetzen / ob schon derBau/ und die Verbesserung noch nichtgantz vollendet wären. Da sie nunalso nach recht geistlichen und frommenOrdens - Pcrsohnen «achteren / wardeß Grasten / und Gräsfin Will emehrliche Legation in das GottshaußEinsidlen abzuschicken / und deßselbi-gen Prälaten / Abt Heinricum / deßNahmens den ersten / einen gebohrnenGrasten von Lupfst zubktten/daß er 12.Geistliche seinens Convents Ordens-Persohnen / in das Gottshauß Hir-schau abfertigen wolle / den H. Bene-diktiner Orden wiverum an demselbenOrrh einzuführen. Der Abt Heinri-cus bewilligte bald in ein so löblichesbegehren / und fände Fridericum miteylst Brüderen in dem 1065. Jahr genHlrsckau / dahin sie den 4 Chcisimo-nat kommen / und von Adalberto /und Viltrude / den Grasten freundlichempfangen / in das Kloster eingesetzet/und mit aller Norhrmsst reichlich ver-sehen worden. Discs hat uns hochvonnvthen geduncketeinzuführen/ ehewir deß H. Abis Friderici Lebens Be-schreibung für die Hand nehmen-«-x.». Der H. Frcderich wäre in Schmä-hen von hochadelichen Eltern geboh-ren/ wiewohl aber sein Geschlecht unHunbekand ist / so ist es wohl zuerach-teu./ daß er ein Grast / oder Frey-St Frite, Herr gemessen seye/ dieweilzu selbigerZeit^ ^ in das Ä loster Einsidlen nur Grasten /^ ' oder Freyherren aufgenohmen wurden.Nun seye dem wie ihm wölle/so ist er dochin allerAndacht/Ehrbahrkeit/und Zuchtauferzogen / und in die Schul diefreyen Künsten zuerlehrnen geschicktworden. Da nun Friderich in derSchul deß studierens / und zu Haußder Andacht ein Fundament / und Bo-den gelegt hatte / und aus den KindsJahren gctretteo wäre / begleiten sei-ne geliebte Elteren den Jüngling indas löbliche Gottshauß unser liebenFrauen zu Emsidlen/ GOtt allda dieZeit seines Lebens zudienen. , Eshatte diser Zeit djses EhrwürdigeGottshauß Einsidlen einen grossenNahmen / und würd durch das gantzeDeutschland in grossen Ehren gehalten/theils wegen der H. CapeUen / theils

auch weil in disem Kloster alle Voll-kommenheit eines waren Religiosi /oder Ordens-Manns / gcspühret / undgesehen wurden. Deßwegen die El-tern / so ihre Kinder zu Einsidlenkönnten/oder möchten einbringen/ sichglückseliger achteten / als wann sie anK'äyser oder Fürstlichen Hoffen vefür-deret wurden. Daher weil allda zuEinsidlen nichts anders zusehen war /als alle Andacht/ Liebe/ Gehorsame/grosser Eyffer GOtt zudienen / und dcßnächsten Seligkeit zubefürdern / wassolle unser fromme Friderich anders geslehrner haben / dann züchtig / und de-müthig zulebcn / betten / singen / le-sen/ und dem studieren mit allem fleiß/und ernst obzullg-m / und den Priester-lichen Stand mit Tugenden zuzieren. ,Wie nun Friderich vil Jahr / undZeit also Gortseliglich zugebracht / AMund der Graf Adalbertus von Calu- unv D"ve / wie hievor gemeldet / Mönchen / »end«»und einen Abt im Jahr deß HErren1065. von dem GOttshauß Einsidlen/das Kloster Hiischau damit zubesetzenbegehrt hatte / so war keiner tauglichergefunden / als unser H. Friderich /welcher nicht allein mit den Worten /sonder auch mit seinem H. Wandel /und Exempel die Hertzen der untergeb-nen Ordens»Persohncn von der Weltab / und zu der Beschaulichkeit derHimmlischen/und Göttlichen Geheim-nussen ziehen könnte. Er war ein anse-henliche Persohn / lieblich in reden / undliebreich in den Geberden / sein Propor-tion / und Gestalt war an der länge mit-telmäßig/mit einem vollen Angesicht /-starck / und wohl besetzt in den Glidern/nicht gar feißt / sein Haar war schwartz/

Mit grauen besprengt. Als nun der Er wiBS. Friderich mit seinen cylff Brudern A"'den 4. Christmonat in obgesagtcmJahr 1065. ankommen / und von demGrasten freundlich empfangen waren /wurden sie in daß noch nit ausserbaue-te Gotthauß Hirschau eingesetzet / da-rinnen der H. Abt Friderich sich vonseinen GOtt wohlgefälligen Übungennicht liesse abziehen / sonder läge demGebe« / Lesung der H. Schrifft / geist-lichen / eysterigen / und innbrünstigenBetrachtungen Tag/ und Nacht ob /der Weltlichen Geschähen name ersich nichts/ oder gar wenig an / wargern im Kloster / damit er sein Gewis-sen nicht beschwärte/ und dem Wachen/und Fasten sehr ergeben. Er hattedie Armen sonderlich lieb / denen kämeer mit Speiß/ und Tranck/ und an-dern Nothwendigkeit zu Hilff / alsodaß er offt seine eygne Speiß den Ar-men gäbe / und er den gantzen Tagnüchtern blibe / und fastete. Er war

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