LfS ' Von dem Heil. Frkderich/
ches begehrte auch an den Grasten dieandächtige Gräffin Viltrudis sein Germähelein / und beredte endlich ihrenHerren / daß er nicht allein bewilligte/das Kloster wider zugeben /. sonder setztmit allem Fleiß solches an ausser-undinnerlichen Gebäuen zuverbessern / undbewohnlich zumachen. Die Andachtaber der Gräffin war so groß/ daß siebey dem Grasten Adalberto «lange-te / das Gottshauß mit GeistlichenVersöhnen zu besetzen / ob schon derBau/ und die Verbesserung noch nichtgantz vollendet wären. Da sie nunalso nach recht geistlichen und frommenOrdens - Pcrsohnen «achteren / wardeß Grasten / und Gräsfin Will emehrliche Legation in das GottshaußEinsidlen abzuschicken / und deßselbi-gen Prälaten / Abt Heinricum / deßNahmens den ersten / einen gebohrnenGrasten von Lupfst zubktten/daß er 12.Geistliche seinens Convents Ordens-Persohnen / in das Gottshauß Hir-schau abfertigen wolle / den H. Bene-diktiner Orden wiverum an demselbenOrrh einzuführen. Der Abt Heinri-cus bewilligte bald in ein so löblichesbegehren / und fände Fridericum miteylst Brüderen in dem 1065. Jahr genHlrsckau / dahin sie den 4 Chcisimo-nat kommen / und von Adalberto /und Viltrude / den Grasten freundlichempfangen / in das Kloster eingesetzet/und mit aller Norhrmsst reichlich ver-sehen worden. Discs hat uns hochvonnvthen geduncketeinzuführen/ ehewir deß H. Abis Friderici Lebens Be-schreibung für die Hand nehmen-«-x.». Der H. Frcderich wäre in Schmä-hen von hochadelichen Eltern geboh-ren/ wiewohl aber sein Geschlecht unHunbekand ist / so ist es wohl zuerach-teu./ daß er ein Grast / oder Frey-St Frite, Herr gemessen seye/ dieweilzu selbigerZeit^ ^ in das Ä loster Einsidlen nur Grasten /^ ' oder Freyherren aufgenohmen wurden.Nun seye dem wie ihm wölle/so ist er dochin allerAndacht/Ehrbahrkeit/und Zuchtauferzogen / und in die Schul diefreyen Künsten zuerlehrnen geschicktworden. Da nun Friderich in derSchul deß studierens / und zu Haußder Andacht ein Fundament / und Bo-den gelegt hatte / und aus den KindsJahren gctretteo wäre / begleiten sei-ne geliebte Elteren den Jüngling indas löbliche Gottshauß unser liebenFrauen zu Emsidlen/ GOtt allda dieZeit seines Lebens zudienen. , Eshatte diser Zeit djses EhrwürdigeGottshauß Einsidlen einen grossenNahmen / und würd durch das gantzeDeutschland in grossen Ehren gehalten/theils wegen der H. CapeUen / theils
auch weil in disem Kloster alle Voll-kommenheit eines waren Religiosi /oder Ordens-Manns / gcspühret / undgesehen wurden. Deßwegen die El-tern / so ihre Kinder zu Einsidlenkönnten/oder möchten einbringen/ sichglückseliger achteten / als wann sie anK'äyser oder Fürstlichen Hoffen vefür-deret wurden. Daher weil allda zuEinsidlen nichts anders zusehen war /als alle Andacht/ Liebe/ Gehorsame/grosser Eyffer GOtt zudienen / und dcßnächsten Seligkeit zubefürdern / wassolle unser fromme Friderich anders geslehrner haben / dann züchtig / und de-müthig zulebcn / betten / singen / le-sen/ und dem studieren mit allem fleiß/und ernst obzullg-m / und den Priester-lichen Stand mit Tugenden zuzieren. ,Wie nun Friderich vil Jahr / undZeit also Gortseliglich zugebracht / AMund der Graf Adalbertus von Calu- unv D"ve / wie hievor gemeldet / Mönchen / »end«»und einen Abt im Jahr deß HErren1065. von dem GOttshauß Einsidlen/das Kloster Hiischau damit zubesetzenbegehrt hatte / so war keiner tauglichergefunden / als unser H. Friderich /welcher nicht allein mit den Worten /sonder auch mit seinem H. Wandel /und Exempel die Hertzen der untergeb-nen Ordens»Persohncn von der Weltab / und zu der Beschaulichkeit derHimmlischen/und Göttlichen Geheim-nussen ziehen könnte. Er war ein anse-henliche Persohn / lieblich in reden / undliebreich in den Geberden / sein Propor-tion / und Gestalt war an der länge mit-telmäßig/mit einem vollen Angesicht /-starck / und wohl besetzt in den Glidern/nicht gar feißt / sein Haar war schwartz/
Mit grauen besprengt. Als nun der Er wiBS. Friderich mit seinen cylff Brudern A"'den 4. Christmonat in obgesagtcmJahr 1065. ankommen / und von demGrasten freundlich empfangen waren /wurden sie in daß noch nit ausserbaue-te Gotthauß Hirschau eingesetzet / da-rinnen der H. Abt Friderich sich vonseinen GOtt wohlgefälligen Übungennicht liesse abziehen / sonder läge demGebe« / Lesung der H. Schrifft / geist-lichen / eysterigen / und innbrünstigenBetrachtungen Tag/ und Nacht ob /der Weltlichen Geschähen name ersich nichts/ oder gar wenig an / wargern im Kloster / damit er sein Gewis-sen nicht beschwärte/ und dem Wachen/und Fasten sehr ergeben. Er hattedie Armen sonderlich lieb / denen kämeer mit Speiß/ und Tranck/ und an-dern Nothwendigkeit zu Hilff / alsodaß er offt seine eygne Speiß den Ar-men gäbe / und er den gantzen Tagnüchtern blibe / und fastete. Er war
' sind-