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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem S. Knaben Ruff/ oder Rudolff/ Märtyrer. 271

Die Thatkonit ansiHA/dasRind vr-«radt mansomitWunder-reichenleuchtet.

sen schattenhalb gelegen/ soJöhlin ei-nem sehr reichen Juden zugehörte /) undermordeten den mit unsäglicher Tyran-ney/ und Marter. Aber das un-schuldige Blut schreye Raach zu GOtt/also daß / da eben wol die unbarmher-tzige Mörder/ und Todtschläger diegrausame That zu verbergen besten fleißanwendeten / selbe endlich doch ent-deckt/ und die Mißhandlung mit demabgemartertem Kind/ so Todt gefun-den/ und von den seinigen mit grossemHertzenleyd aufgenommen worden. Di-ses K ind ist auf der Priesterschafft / undeines Weisen Raths zu Bern Mach-ten/ als ein unschuldiges Kindlein/undMärtyrer vor GOtt/ in dieLeuthkir-chen/ oder Pfarr getragen/ und beydes Heil. Creutz-Altar zur Erden be-stattet worden/ und ist darum dersel-be Altar mitler Zeit St. Ruffs-Altargenannt worden. GOtt der All-mächtig erzeigte mit manchem Wun-derzeichenanJung/ und Alt/ Mann/Und Weibspersohnen/ wie angenehmseiner göttlichen Barmhertzigkeit / vi-fes unschuldige also gemarterte Knäb-lein gewesen sey / und ist seyn Grab vonden Innwohnexn etlich ioo. Jahr mitgrosser Andacht / Und augenscheinlicherFruchtbarkeit besucht / in ehren gehal-ten/ und begäbet worden/ biß daßdas neue Evangelium / wie die Anderst-Glaubige zureden pflegen / auf kom-wen/ und der Ursach dis alles abge-be 3 »den trommelt. Als nun dise Mordthat

kündbar worden / nähme die Obrigkeitdie mörderische Juden in Verhaffiung/und wurden die surnehmste auf dasRad : andere aber / so diser That Wis-senschafft hätten / und mit eingestimet /der Stadt verwisen ; so ergienge auchein Edict / und Raths Befelch auß /keinen Juden mehr zu ewigen Zeitenin ihre Stadt auf- und anzunehmen /wegen gemelter / und anderer Ursa-chen mehr/ wie anderstwo zufinden.

Als man aber die alte Leuth - 0-der Pfarrkirchen im Jahr 1420 abge-brochen / und ein schon groß Münsterdahin gebauct/ wurde der Knab auß-gegraben / und in ein Sarch aus Bleyin des H. Creutzes-Altar gelegt/undbeschlossen / darinnen in Ruhe bliben /biß auf unsers Heylands/ und See-ligmachers 1528. Jahrs / und von män-niglichen / so wohl Jnnwohneren zuBern / als Außländischen in hohen Eh-ren gehalten worden. Da aberum gemeltes Jahr zu Bern/ und de-rer Landschafft/ und Gebiet/ die alteRömische - Catholische - Religion auß-gemustert/ die Bilder/ Kirchen-Zierd/und Altär/ verstvhret/ und beraubtworden/ geschahe deßgleichen auch ge-nanntem Heil. Creutz-Altar/ in wel-chem in einem wohlverwahrten bleye-nen Sarch dises Knäbleins befunden/

und anderstwo zu der Erdenbestattet worden.

werdeneingezogen/und ge.strafft-

c-l>. z.