Von dem S. Knaben Ruff/ oder Rudolff/ Märtyrer. 271
Die Thatkonit ansiHA/dasRind vr-«radt mansomitWunder-reichenleuchtet.
sen schattenhalb gelegen/ soJöhlin ei-nem sehr reichen Juden zugehörte /) undermordeten den mit unsäglicher Tyran-ney/ und Marter. Aber das un-schuldige Blut schreye Raach zu GOtt/also daß / da eben wol die unbarmher-tzige Mörder/ und Todtschläger diegrausame That zu verbergen besten fleißanwendeten / selbe endlich doch ent-deckt/ und die Mißhandlung mit demabgemartertem Kind/ so Todt gefun-den/ und von den seinigen mit grossemHertzenleyd aufgenommen worden. Di-ses K ind ist auf der Priesterschafft / undeines Weisen Raths zu Bern Mach-ten/ als ein unschuldiges Kindlein/undMärtyrer vor GOtt/ in dieLeuthkir-chen/ oder Pfarr getragen/ und beydes Heil. Creutz-Altar zur Erden be-stattet worden/ und ist darum dersel-be Altar mitler Zeit St. Ruffs-Altargenannt worden. GOtt der All-mächtig erzeigte mit manchem Wun-derzeichenanJung/ und Alt/ Mann/Und Weibspersohnen/ wie angenehmseiner göttlichen Barmhertzigkeit / vi-fes unschuldige also gemarterte Knäb-lein gewesen sey / und ist seyn Grab vonden Innwohnexn etlich ioo. Jahr mitgrosser Andacht / Und augenscheinlicherFruchtbarkeit besucht / in ehren gehal-ten/ und begäbet worden/ biß daßdas neue Evangelium / wie die Anderst-Glaubige zureden pflegen / auf kom-wen/ und der Ursach dis alles abge-be 3 »den trommelt. Als nun dise Mordthat
kündbar worden / nähme die Obrigkeitdie mörderische Juden in Verhaffiung/und wurden die surnehmste auf dasRad : andere aber / so diser That Wis-senschafft hätten / und mit eingestimet /der Stadt verwisen ; so ergienge auchein Edict / und Raths Befelch auß /keinen Juden mehr zu ewigen Zeitenin ihre Stadt auf- und anzunehmen /wegen gemelter / und anderer Ursa-chen mehr/ wie anderstwo zufinden.
Als man aber die alte Leuth - 0-der Pfarrkirchen im Jahr 1420 abge-brochen / und ein schon groß Münsterdahin gebauct/ wurde der Knab auß-gegraben / und in ein Sarch aus Bleyin des H. Creutzes-Altar gelegt/undbeschlossen / darinnen in Ruhe bliben /biß auf unsers Heylands/ und See-ligmachers 1528. Jahrs / und von män-niglichen / so wohl Jnnwohneren zuBern / als Außländischen in hohen Eh-ren gehalten worden. Da aberum gemeltes Jahr zu Bern/ und de-rer Landschafft/ und Gebiet/ die alteRömische - Catholische - Religion auß-gemustert/ die Bilder/ Kirchen-Zierd/und Altär/ verstvhret/ und beraubtworden/ geschahe deßgleichen auch ge-nanntem Heil. Creutz-Altar/ in wel-chem in einem wohlverwahrten bleye-nen Sarch dises Knäbleins befunden/
und anderstwo zu der Erdenbestattet worden.
werdeneingezogen/und ge.strafft-
c-l>. z.