Beichtiger/und Prediger-Ordens. 285
drse Verzückung mehrere ein halbe/ odergantze Stund. Als er widerum zuihm selber kommen / befände er sich /daß sein Leib aus Blödig-und Schwach-heit zuboden gefallen wäre / derhal-ven seuffzete er / und beklagte sich ge-gen GL)tt mit solchen Worten: O meinGOtt / wo bin ich gewesen / und wobin ich jetzt? O mein höchstes Gut !dise Stund mag von meinem Hertzennimmer kommen. Dise Freud deßhimmlischen Gesichts verbliebe in ihmevil Zeit / doch möchte man auswendigan seinem Leib / und Gebärden nichtsan ihme spüren. Als nun unser S.Vatter Heinrich von Berg/ oderBer-ger / Priester worden / und sich zuGOtt gantz mit Leib/und Seel bekehrethätte/verliesse er auch seines VattersNahmen von Berg / und name seinerMutter Nahmen an / schribe / und nen-ntte sich Bruder Henrich Sauß. Undda er. anfienge zu predigen / wurde erein berühmter / und ernsthaffter Pre-diger/und so er etwas hoch unddenck-würdigeswolte reden/ oder vorbringen/Und das Vblck aufmerck,am machen /spräche er: merckel auf dann der Saußwill fausten / oder wann er sich selbstwolle strecken / und ernsthafftig machen/sagte er ihme selbst: nun wolan Saußdu must saussen / oder wann er eingrosse Straffoem Volckwolle anzeigen/sprach er :da muß der Sauß saussen/ daßeuch die Ohren saussen: Item wann erein Sach nicht dörffte sagen / sagte erder Sauß darffda/ und das nicht saussen.Alss behielte er den Nahmen / daßman ihn nicht änderst nennete als denBruder Sauß / wiewohl etliche spre-chen er habe Sauß geheiffen. Aufein Zeit da er zu Cölln mit grossem Eyf-fer gehrediget hätte/ wäre auch ein an-dächtige Persohn - so sich nicht langzuvor zu GOtt bekehret hatte / zuge-gen / welche mit den innerlichen Augendeß S. Vatters Susonis Angesicht sa-he zu drey underschidlichen mahlen mitHellem schein gleich als die Sonn leuch-ten / glantzen / und also klar scheinen/däß er sich selber darum sehen könnte /dardmch war diser Mensch in seinemLeyden wohl getrost / und in dem H.Leben gestarckr., Seine geistliche U-bungen / und tägliche Exercitia / da-rauf er sein Leben gericht hatte / warenein stätter Fleiß / und emsige Be-trachtung / und Ermahnung der Ge-genwärtigst der ewigen Weißheit.Wie dises aber geschehen ftye/ kan ausseinen Büchern von der ewigen Weiß-heu in Teutsch / und Lateinischer Sprachveschriben / vermercket werden. Erhatte von Jugend auf ein liebreichHertz. Die ewige Weißheit aber ver-
k'. klarer, v,e Schweiy.
gleichet sich in H. Schrifst einer Lieb-haberin / die sich schön zieret / schmü-cket / und liebreich redet / damit sie denHertzen ihrer Liebhaber gefallen / unddie böse / und eygensinnige Liebe aus-renken / und undertrucken könne. Siezeigt auch under andern/ ww unbestän-dig die unreine Liebe/ und hingegenbeschreibet sie wie fest / und nützlich dieGöttliche / und Geistliche Freundschasstseye. Als nun der H. Amandus dse /und andere der ewigen Weißheit Bü-cher hörte lesen / gedachte er / wie erdise hohe Liebhaberin zu einer Gesponßmochte bekommen / von der er so gros-se Wunder hörte sagen / und.lesen /weil doch sein junges Gemüth ohn einsonderbahre Lieb in die länge nichtmöchte verharren. Also geschahe eszu einer Zeit/ da er sich rn der Weiß-helt Bücher belustigte / daß sie sichin einem Gesicht ihme erzeigte / sieschwebete hoch in eurer liechten Mol-chen / sie leuchtete als der Morgen-Stern/ und scheinere als die aufste-hende Sonn / ihr Cron war die Ewig-keit / chr Äleiv die Seelwkeit ihr Wortdie Süßigkeit/ ihr Umfang alles Lu-stes / Genügsamkeit/ und Überfluß /sie war weit/ und nahe / hoch/ undnider/ sie war gegenwärtig/ und dochverborgen/ sie liesse mir ihr umgehen/und liebkosen / es möchte doch ue nie-mand beareiffen/ sie erhübe sich überdas höchste des Himmels/ und b^rüh-rete die Tiefte des Abgrunds/ sie er-spreitete sich von einem End zu dem an-deren gewaltiglich/ und richtet auß al-le Ding süßiglich. Sie erzeigte sichals ein weise Meisterin liebl'cb/ undspräche zu ihme milrigtich: pi^be tilicor tüurn miln, gib Mir dein Hertzmein Ä ind. Da neigete sich der Vat-ter Amand tieft zu ihren Füssen/ unddanckete der ewigen Weißheit auß sei-nes Hertzenö Grund / damit name diseErscheinung ein End / und verliesse ihnevoller Trosts.
, Eben zu bisen Zeiten war ein über-mäßige Feursflammcn in deß S- Su-sonis Hertz angezündet worden/daß esin der Göttlichen Lrebe branne. Deß-wegen als dises Feur aussen, Zeit stmckzUgenomen hätte / gienge er in sem Eellan ein heimliche Statt / käme in ein schö-ne Betrachtung/ und sprach also: Achewiger GOtt/könnte ich etwas amnü-thiges gedencken / - aß ein ewiges Zeich?der Liebe wäre zwischen mir / und drr /zu einem Urkund / baß ich deines / undund du meines Hertzen ewiger Schatz/und Liebe wärest / daß kein Vergessen-heit/ oder Mensch nicht vernlgen möch-te. In discwinttbrünfligen Gcdan-
Nn 2 cken
cäp. -