Beichtiger/ und P
Hörer ein sonderbahre Andacht / undBewegung ihres Hertzens empfunden.
Er antwortet / wann ich dieselben löbli-che ^Wort: 8urtum corcla. (das ist /
seufftzet zu GOtt in die höhe ihr Her-tzen ) jn der Meß außsprich / so geschichtmir gemeiniglich daß mein Hertz / undSeel zerflresset vor göttlicher Liebe.
. Under Visen Worten empfinde ich drey-erley Übungen in mir/ jetzt eine/ einandermahl zwo/ bald alle drey / in de-nen ich übersichin GOtt verzucket/ undgezogen wird / und in mir alle Creatu-ren der Erden. Von Visen dreyenU-bungen besehe der günstige Leser dasLeben Susonis / lib. r. cap. n. Esharte auf ein Zeit ein H. Mensch einhimmlisches Gesicht / wie daß der H.Suso über den Altar wäre gangen /die H. Meß zuhalten / und wie er er-scheine mit der Liebe Gottes als einChristal! / wie die Gnad GOttes vonHrmmel herab stusse/ als der Morgen-tau / und wie seyn Seel mit dem Gött-lichen Willen vereiniget wurde / nachvifem sahe er auch / daß etliche Geisterin gestalt schöner Jünglingen mit bren-nenden Kertzen hinder ihme stunden /und ein jeglrcher mit außgespannenenArmben den H. Susonem mnfiengcn/Und an ihre Hertzen truckten. Esfragte aber der H. Mensch dise Jüng-ling wer sie wären / und was sie durchdise frölichen Gebärden andeuten wöl-ken ? da sprachen die H. JünglingWir seynd euere Mitbrüder der ewigenFreuden theilhafftig/ und behüeten euchzu allen Zeiten. Der Heil. Menschsprach Wetters was bedeutet es daß ihrdisen Herren so liebreich umfangen habt?sie sprachen: dieweil er uns von Her-tzen Lieb ist / und wir vil Freud/ undGemeinschafft mit ihme / als mit un-serm Bruder haben / wir sagen auchdir / daß GOtt in seiner See! vil un-zählbare WUnderwerck / und Gnadenwürcket : und was er auch von GOttbegehren wird / daß wird er ihm nie-mahlen abschlagen / und versagen.
E»p-». Es war zu derselbe» Zeit ein Ge-AedkrS wohnheit in Schwaben/da er gebohrenMMus' war/ daß zu eingehendem neuen JahrZAu . jn der Nacht die Jüngling für die Häu-ser kamen/ ihrer Bulschafften ein neu-es Jahr zusingen / und von ihnen einschönen Blumenkrantz / oder ein ande-re Schanckung durch gewisse Lieder zu-verdienen. Disen weltlichen / und üp-pigen Gebrauch verkehrte der H. Nat-ter Amand in ein geistliche Übung / undgierige vil Jahr lang an den neuö Jahrs-Tägen Morgens vor Tag für ein Ma-tten Bild da die reine Mutter Mariachr liebes Kindlein aufihrer Schooß ge-tragen hatte / vor dem knyete er nider/
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rediger Ordens. 25-
und fienge an zu singen mit Andacht instiller Weiß die Seqnentz von der Mut-ter Gottes / daß sie ihme erlangen wol-le ein Kräntzlein von ihrem JEsulcin.
Da er nun das gesungen hätte / kehrteer sich gegen der ewigen Weißheit/ undaus tieffer Andacht / und Demuthgrüsset erste / und lobet sie an der Schö-ne/ Adel/ Tugenden / Zartigkeit/ undFreyheit mit immerwehrender Würdig-keit über alle schöne Jungfrauen diserWelt/ und dises geschahe mit singen/betten / betrachten / und seufftzen / dar-auf beschuß ers also : Ach du bist meinLieb/ mein frölicher Ostertag/ meinesHertzens blühender Frühling / und meinliebste Stund/ du bist mein Liebe / diemein junges Hertz allein begehrt / undsuchet / und alle zeitliche Liebe deinet-wegen verachtet / das lasse mich nun heutgemessen / und lasse heut von dir einKräntzlein Mich erwerben. Ach milteSHertz meines Herren / verleyhe mirdurch dein Gütiakeit die Gnad / daß ichheut nit möge ohn ein Schanckung vondir kommen : L> meines Hertzen Süssigkeit/ gibe mir heut einen lieblichen /und schönen Krantz aus vem Himmel /gleichwie die Welt Kinder ihren Lieb-habern eink Krantz / oder Gab geben.An Wie n sichunser lieben Frauen Tag zu Liechtmeß/ i" Mbereitete er z. Täg zuvor mit Gebctt M.der himmlischen Kindbetterin ein Ker-tzen / welche Mir dreyen Strängen ge-wunden war/ auf folgende Weiß. Denersten Strängen opfferte er auf zu derEhr ihrer Jungfräulichen Reinigkeit /den andern ihrer Liessen Demürhigkeit /den dritten ihrer Mütterlichen Würdig-keit / Mit denen sie alle Menschen über-trasse. Dise geistliche Kertzen berei-tete er vorhin alle Tag mit dreyeuklgAnMcsr. Wann dann der hoheFesttag der Liechtmeß herzu käme/ dagienge er Morgens frühe/ ehe daß einMensch m der Kirchen wäre/ für denhohen Altar / allda er mit seinen Be-trachtungen der himmlischen Kindbet-terin erwartete/ biß sie mit ihrem Him-melischen Heerzug daher käme. Dä'sie nun nahe zu der äusser» Stattpor-ten anlangte/ liesse er für alle Men-schen mit seines Hertzens Begierden /und gienge ihr entgegen in Vereinigungaller liebhabenden Hertzen. Wie ernun auf der Straß zu ihr käme/ batteer sie daß sie wolle still stehen/ biß daßer ihr ein frvliches Lobgesang gelungenhätte / und fange mit eurem geistlichen/und stillen Thon innerlich / die prolLInviolars, mit gebognen Ä'tiy/N / son-derlich da er fange O demsnsO bemZ-na, O milte / O milte / hernach battLer sie daß sie ihr Miltigkeit auch wollean ihme armen Sünder erzeigen. Nach
ver-