Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
291
JPEG-Download
 

Beichtiger/ und Prediger-Ordens. ,-r

M alle andere Mayen - Bäum. Un- vomine beneäicei a, und wann dieder disemMayen- Baum küßte ersechs- Red solte beschehen zu rechter Zeit/ somahl den Boden / zu einem jeden Kuß nähme er von dem ersten Meister Sc-hatte er ein besondere Betrachtung / laubnuß / so ihme die Red äusserlichund zierte disen Mayen-Baummitschö- keinen schaden brachte/ so nähme erEr-mn / und lieblichen Versen/ oderSen- laubnuß von dem H. Arsenio seinemtentzen/ und sprach / oder sang in dem andern Meister: und dann wann erHertzen 8slve Lrux tsneks, 6cc. Ge- vermerckte daß die Red ihme kein un-Srüßt seyest du S Himmlischer May der ruhiges Gewissen machte / oder kein in-ewigen Seeligkeit/ auf dem gewachsen wendige Ungelegenheit verursachte / soist die Frucht der ewigen Weißheit/ zum nähme er von allen dreyen Erlaubnußersten opffere ich dir für die Zierd aller zu reden/ so er daß aber nicht also be-kohlen Rosen mein innerliche Liebe, fünde/ vermeinte er besser zu seynZum andern für den Geschmack der schweigen. Wann erbißweilenzudecwohl schmeckenden Vyolen mein Liesse Porten beruffen würd/ so beflisse erDemuth. Zum dritten für dieScho- sich vier Ding/ erstlich : er empflengene der lieblichen Lilien mein Geistliche einen jeden freundlich / zu dem andern/Vermählung. Zu dem vierdten für beflisst er sich kürtzlich zu antworten /allerley schöne gefärbte/ und wohlrü- zü dem dritten/ tröstete er alle die zuchende Blümlein die wolgeziertenMat- ihm kamen/ und liesse sie von sich mitten/ Holtz/ und Gärten / Feld / und aufferbaulichen/ und nützlichen Reden/

Wisen so zu diser schonen Mäyen-Zeit und letstlich gienge er widerum ohnehaben Herfür bracht / oder noch Herfür Verletzung seines Gewisiens / und geist-bringen werden/ ovsseret mein Hertz ljche Ruhe in seyn Cell.dir einen geistlichen Kuß. Zum fünft-

ten für alle liebliche/ und fröliche Vö- Es hatte Gott der Allmächtig e-?. n.gel-Gesänglein die sie zu diser lustigen seinen geliebten Diener von Anfang Wieder«.Mäyen - Zeit aufden Zweyen derVäur seiner Bekehrung mit vilen himmlischemen vollbringen / em unabläßliches Heimsuchungen getröstet / also / daßLobgesang meiner Seel. Zum sich- was vor der ewigen Weißheit gesim- den Christisten für alle Zierd/ des Felds/ so zu gen/ gelesen / oder geredt wurde/ er Mtrach.Frühlings - Zeit Herfür wachset/ erhe- darauß in seinem Hertzen ein sonder- ^2.be ich mein Hertz zu dir mit einem geist- bahren Lust/ und Ergötzlichkeit em- folgen.

- Wen Jubel / und Gesang / und bitte pfände. So er über das bittere Ley-dich / daß du gesegneter Mäyen-Baum den / und Sterben unsers Seeligma-mir dise Gnad verleyhest / damit ich chersbetrachten/und demselbigcn nach-dich in diser kurtzen Zeit vollkommen- folgen solte / daß würd ihm schwer/undsich loben / und dich lebendige Frucht bitter/ deßwegen er auf ein Zeit vonewiglich gemessen möge. Und also GOtt gestrafft/ und zu ihme gesagt

. hat er den eingehende Mäyen angefan- worden : Weist du nicht daß ich dasA^nein gen. Der Diener der ewigen Weiß- Thor bin / durch welches alle gotrse-Mwei» hell so unvendig getrlben worden/ da- lige Menschen müssen eingehen/ die zu^ mit er mochte kommen zu einen Friden der Vollkommenheit ihres Geists wol-seines Hertzens / daß aber zuerlangen / len gelangen ? wann du wilt mein wa-

- achtete er das Stillschweigen daß beste/ re Gottheit erkennen/ so ist es norh-und fürderlichste Mittel zuseyn / deß- wendig/ daß du dich in meinem bitternwegen hielte er seinem Mund einen star- Leyden meiner Menschheit übest / undcken Zaum / daß er innerhalb dreyßig mir nachfolgest. Der Diener derJahren sein schweigen über Tisch nicht Weißheit erschracke ab diser Red / undbrache/ außgenommen einmahl / da er käme ihm schwer für / daß er sich sollevon einem Provincial- Capitel mitvi- den Leibs - Casteyungen/ und Büß-ten andern Brüdern in einem Schiff wercken ergeben / doch setzte er seinengefahren / und sie darinnen äsen/ da Willen in den Göttlichen / und thätewürd er wegen der Brüderlichen Liebe so vil er könnte. Darauf flenge er anzu reden genöthiget. Auf daß er a- alle Nacht nach der Metten in dember sein Zungen desto besser in dem Capitel - Hauß sich in dem PaßionZaum halten möchte/erwöhlete er ih- Christi zu üben auf folgende Weiß.me selbst in seinen Betrachtungen drey Er stunde auf/ und gienge von einemMeister / ohne welcher sonderbare Er- Winckel zu dem andern/ damit er seinlaubnuß wollener nicht reden/ als nehm- Faulkeit/ und Schlaff überwunden /sich St. Dominicum/ St. Arsenium/ und mit ernst seine Übungen vollstre-und St. Bernardum / so er dann re- cken möchte. Er flenge es an dem lei-den wolle/ sogiengeerinderVetrachr sten Abendmahl an/ und gienge mitrung von einem zu dem andern/ und Christo von einem Orth zu dem andern/batte um Erlaubnuß sprechend : We biß er endlich mit ihme zu dem Land-

k. k. l^urer, Die-. Schwer,. Ho pflege?