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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Beichtiger / und Prediger - Ordens. 297"

'andächtige Persohn: warum S Herrzeichnest du deinen Diener mit disemBlut ? wilt du ihm deine 5. Wundenenitrucken. Es antwortete aber derHerr/ und sprach: ja ich will sein Hertz/und sein ganye Natur mit Leyden zeich-nen / und einen Menschen aus ihme ma-chen nach meinem Hertzen.

Als nun der Diener der ewigenWeißheit / von seinem achtzehendenJahr seines Alters/ biß indasviertzigrstedurch zwey/ und zwantzig Jahr obbeschribnes strenges / und übernatürli-ches Bußleben geführt hatte/ da istihme von GOtt geoffeNbar et worden /daß seyn bißhero geübte Bußwerck nurein guter Anfang wären gewesen / seinwidersinnige Natur in dem Zaum/undvor grossen Sünden zuhalten / und zu-bewahren / Und als er nach GöttlichemWillen / von Visen schweren Casteyun-gen abgelassen/ und nach der Mettenzu einer Zeit in seinem Stuhl fasse/undbetrachtete/ sahe er einen EngelindemGeist vor ihm stehen/ sprechend: dubist genug in den nideru/ und gemei-nen Schulen gewesen / und darinnenbelehret/ jetzt aber must du dich zu hö-Hern fachen kehren / und will dich in einsolche fürtreffliche Schul führen/ diealle Schulen dlser Welt übertrifft/ da-binnen du die höchste Kunst kanst er-erlehrnen / wie du dich selber in denwahren / und geistlichen Friden setzen/und deinen guten Anfang zu einem se-ligen End bringen könnest. Nachdi-ser Red stunde der H. Vatter Susoauf/ und grenze mit dem Jüngling zueinem schonen Hauß / als wär es einKlöster/ in welchem die allein wohne-ten / die sich in den gesagten freyenKünsten übeten. Sie giengen zudem Hauß hinein/ und begehrten zumObersten Lehrmeister/ deine- sie anzeig-ten : Es war ein Frembdling kommen /der seyn Jünger begehrte zu werden.Der Meister sprachIch will ihn sel-ber anschauen wie er mir gefalle/ da erjhn aber sahe / lächlet er ihn freundlichan / und sprach: diser Gast mag wolein rechter / und wahrer diser KunstMeister werden / wann er sich willigdarein begibt / und gedultig in den en-gen Nothstall einstellen läßt. Weilaber der Diener der ewigen Weißheitbist verborgne Wort nicht recht verste-hen können/ fragte er seinen Engel denGeleits - Mann / was dises für ein ho-he Schul / und Lehr wäre/ die manatthre vorlese ? da ffrach der Engel:es wäre nichts anders dann ein voll-kommne/ und gantzliche Übergebung /oder Resignation seiner selbstenin denGöttlichen Willen. Nach diser

Red käme der Diener / der ewigenWeißheit zu sich sechsten gedachteund betrachtete die Wort Christi/ mitwelcher er uns lehret/ daß nur uns sech-sten verläugnen/ und ihme nachfolgensollen. Derhalben sprach er zu ihmselber/ du bist noch als ein erschrocknesHäßlein / welches in einem Busch ver-borgen ligt / und zu einem jeden rau-schenden Blat erzitteret / dann du er-sschrickest ab den Creutzen und Leyden /und entfärbest dich / ab deinen Widcr-sächern / so sie dich beleydigen / wanndu dich sollest casteyen/ und etwas wi-der deinen willen thun/ so fleuchst du/wann du sollest streuen / so verbirgstdu dich / wann man dich lobt/ so läch-lest du/ wann man dich schilt/ so trau-erst/ und bekümmerst du dich / hernachsagte er also mit liessen seufftzenzu Gott/

O GOttder Ewigkeit/ und Barmher-tzigkeit/ wie hast du mir so recht dieWahrheit angezeiget/ach wann wird ichdoch em gerechter Mensch werden.

Nach dem nun die ewige Weiß-heit seinem Diener Amando die vorge-schobne/ und schwere Übungen abge-nommen/ war sein Natur dardurcher-freuet/ und weynete vor Freuden/dasser betrachtete bey ihm sechsten / wie erein so schweres Band so lange Zeit er-litten hätte / und sprach zu ihm selber :

Jetzt will ich ein rühigrs Leben führen/und mir wohl lassen seyn / ich will mei-nen Durst hinftllo mit Wein / undWasser loschen/ und ungebunden aufmeinem Strohsack schlaffen. Diseshab ich oft begehrt vor meinem Todt / .nun hab ich mich lang genug verderbt/und mich außgemärglet / jetzt ist es Zeit/daß ich einmal außruhe. Solche sinn-liche/ und vermessene Gedanckeu sie-len dem H. Natter oft ein/ er wüßteaber nicht/ was GQtt über ihn ver-hängen wolle. Nit lang hernach /als St. Amand in seiner Gellen aufseinem gewöhnlichen Stuhl fasse / undbetrachtete die Wort S. Job : lVlilllia lob.

ell vir« llomims super rerrgm; deß Men-schen-Leben auf diser Erden ist nichtsanders dau ein Streir/und Ritterschaft.

In diser Betrachtung sahe er Geistli-cher weiß einen schönen Jünglkig ge-gen ihme kommen / so ihme zween Schuhund andere schone Ritters - Kleiderbrachte / diser Jüngling gienge zum S.

Suso / bekleidete ihn darmit / und sprä-che : starckmüthiger Ritter / bißherowärest du ein Fußknecht/ nun aber willG-Ott daß du ein Ritter werdest. DerS. Vatter Suso besähe sich selbsten inseinen Ritterlichen Stijflen/ und Be-kleidungen / und sprach: -O G 0 TLwie ist mir ergangen / und was ist aus

Mir