Beichtiger / und Prediger - Ordens. 297"
'andächtige Persohn: warum S Herrzeichnest du deinen Diener mit disemBlut ? wilt du ihm deine 5. Wundenenitrucken. Es antwortete aber derHerr/ und sprach: ja ich will sein Hertz/und sein ganye Natur mit Leyden zeich-nen / und einen Menschen aus ihme ma-chen nach meinem Hertzen.
Als nun der Diener der ewigenWeißheit / von seinem achtzehendenJahr seines Alters/ biß indasviertzigrstedurch zwey/ und zwantzig Jahr obbeschribnes strenges / und übernatürli-ches Bußleben geführt hatte/ da istihme von GOtt geoffeNbar et worden /daß seyn bißhero geübte Bußwerck nurein guter Anfang wären gewesen / seinwidersinnige Natur in dem Zaum/undvor grossen Sünden zuhalten / und zu-bewahren / Und als er nach GöttlichemWillen / von Visen schweren Casteyun-gen abgelassen/ und nach der Mettenzu einer Zeit in seinem Stuhl fasse/undbetrachtete/ sahe er einen EngelindemGeist vor ihm stehen/ sprechend: dubist genug in den nideru/ und gemei-nen Schulen gewesen / und darinnenbelehret/ jetzt aber must du dich zu hö-Hern fachen kehren / und will dich in einsolche fürtreffliche Schul führen/ diealle Schulen dlser Welt übertrifft/ da-binnen du die höchste Kunst kanst er-erlehrnen / wie du dich selber in denwahren / und geistlichen Friden setzen/und deinen guten Anfang zu einem se-ligen End bringen könnest. Nachdi-ser Red stunde der H. Vatter Susoauf/ und grenze mit dem Jüngling zueinem schonen Hauß / als wär es einKlöster/ in welchem die allein wohne-ten / die sich in den gesagten freyenKünsten übeten. Sie giengen zudem Hauß hinein/ und begehrten zumObersten Lehrmeister/ deine- sie anzeig-ten : Es war ein Frembdling kommen /der seyn Jünger begehrte zu werden.Der Meister sprachIch will ihn sel-ber anschauen wie er mir gefalle/ da erjhn aber sahe / lächlet er ihn freundlichan / und sprach: diser Gast mag wolein rechter / und wahrer diser KunstMeister werden / wann er sich willigdarein begibt / und gedultig in den en-gen Nothstall einstellen läßt. Weilaber der Diener der ewigen Weißheitbist verborgne Wort nicht recht verste-hen können/ fragte er seinen Engel denGeleits - Mann / was dises für ein ho-he Schul / und Lehr wäre/ die manatthre vorlese ? da ffrach der Engel:es wäre nichts anders dann ein voll-kommne/ und gantzliche Übergebung /oder Resignation seiner selbstenin denGöttlichen Willen. Nach diser
Red käme der Diener / der ewigenWeißheit zu sich sechsten gedachteund betrachtete die Wort Christi/ mitwelcher er uns lehret/ daß nur uns sech-sten verläugnen/ und ihme nachfolgensollen. Derhalben sprach er zu ihmselber/ du bist noch als ein erschrocknesHäßlein / welches in einem Busch ver-borgen ligt / und zu einem jeden rau-schenden Blat erzitteret / dann du er-sschrickest ab den Creutzen und Leyden /und entfärbest dich / ab deinen Widcr-sächern / so sie dich beleydigen / wanndu dich sollest casteyen/ und etwas wi-der deinen willen thun/ so fleuchst du/wann du sollest streuen / so verbirgstdu dich / wann man dich lobt/ so läch-lest du/ wann man dich schilt/ so trau-erst/ und bekümmerst du dich / hernachsagte er also mit liessen seufftzenzu Gott/
O GOttder Ewigkeit/ und Barmher-tzigkeit/ wie hast du mir so recht dieWahrheit angezeiget/ach wann wird ichdoch em gerechter Mensch werden.
Nach dem nun die ewige Weiß-heit seinem Diener Amando die vorge-schobne/ und schwere Übungen abge-nommen/ war sein Natur dardurcher-freuet/ und weynete vor Freuden/dasser betrachtete bey ihm sechsten / wie erein so schweres Band so lange Zeit er-litten hätte / und sprach zu ihm selber :
Jetzt will ich ein rühigrs Leben führen/und mir wohl lassen seyn / ich will mei-nen Durst hinftllo mit Wein / undWasser loschen/ und ungebunden aufmeinem Strohsack schlaffen. Diseshab ich oft begehrt vor meinem Todt / .nun hab ich mich lang genug verderbt/und mich außgemärglet / jetzt ist es Zeit/daß ich einmal außruhe. Solche sinn-liche/ und vermessene Gedanckeu sie-len dem H. Natter oft ein/ er wüßteaber nicht/ was GQtt über ihn ver-hängen wolle. Nit lang hernach /als St. Amand in seiner Gellen aufseinem gewöhnlichen Stuhl fasse / undbetrachtete die Wort S. Job : lVlilllia lob.
ell vir« llomims super rerrgm; deß Men-schen-Leben auf diser Erden ist nichtsanders dau ein Streir/und Ritterschaft.
In diser Betrachtung sahe er Geistli-cher weiß einen schönen Jünglkig ge-gen ihme kommen / so ihme zween Schuhund andere schone Ritters - Kleiderbrachte / diser Jüngling gienge zum S.
Suso / bekleidete ihn darmit / und sprä-che : starckmüthiger Ritter / bißherowärest du ein Fußknecht/ nun aber willG-Ott daß du ein Ritter werdest. DerS. Vatter Suso besähe sich selbsten inseinen Ritterlichen Stijflen/ und Be-kleidungen / und sprach: -O G 0 TLwie ist mir ergangen / und was ist aus
Mir