Beichtiger / und Prediger -Ordens.
keß Tag erschlne ihme das KindleinÄElus/ straffte ihne/ und sprach: duranst dein Creutz noch nicht tragen / a-ber das will ich dich jetzt lehren. Dusolt nicht gedcncken in deinen Trübsa-len an das End / damit du könnest zuRuhe kommen/ sonder sollest vil mehrgedencken/ wie du dich könnest demWillen Gottes demüthig underwerffen/und zu einem andern Creutz willig/undungezwungen dich bereiten: Du soltdich wie ein Jungfrau verhalten/ wannsie Rosen abbrechen will / sie laßt sichnicht vergnügen mit einer / sonder siebricht eine nach der andern ab/ alsosolt du auch thun ; du mußt dich voneinem Creutz zu dem andern Leydenbereiten. Dieweil aber einem geist-lichen Menschen / und anfangendenReligiösen nichts nutzlichers zu seinemStand ist/ als ein einsames/ stilles /und eingezognes Leben/ so hat ihmeder S. Bauer Suso ein solches auchaußerwöhlet / und verbliebe in seinemKloster mehr dann zehen Jahr abgesöwDert von allen weltlichen Gefthäfften /daß er auch weder mit Werbern/ nochmit Männern vor dem Thor deß Gotts,hauß unnützlich / oder lang redte. Ergierige von dem Resenthall/ oder Tischin sein Capellen (so in dem Prediger-Kloster zu Costantz/ neben dem Chorzu der rechten Hand/ wie man aufdenLethner gehet / under der Stiegen ge-sehen wird)und beschlösse sich darinn.Er behielte seine Augen so behutsam /daß er nicht über fünff Schuh weit se-hen wolte. Er wolt niemahlen außDem K loster gehen / weder in die Stadt/noch auf das Land. Aber difts alleswolt ihm nichts helffen / seine Creutz /und Leyden zuvermeyden/ sonder fie-len daffelbige Jahr seine Trübsalen sohäuffia über ihn / daß er nicht al-lein sich selber / sonder auch andere from-me Menschen zu dem Mittenden beweg-te. Damit aber er seine Creutz / undLeyden desto ringer ertragen/ und dieEinöde in seiner Capellen/ darinn ersich zehen Jahr lang ohn alle eysseneBand verschlossen auf hielte / destoleichter erleyden möchte / liesse er ihmedurch einen Mahler der Heiligen Alt,Vätter Bildnussen samt ihren schö-nen Sprüchen / und Lehren vorüberan die Maur des Chors emwerffen /aber ehe die Bildnussen außgemahletwurden / war der Mahler an einemschweren Augenwehe erkrancket / daßer vor zwölff Wochen nicht versprechenkönnte / das Merck widerum für seineHänd zunehmen / und zu verfertigen.Also stiege der S- Vatter Suio aufdas Gerüst / striche seine Händ an dieBilder der Altvätter/ und bestrichek. lVIurer, Die Schweitz.
dem Mahler bald darauf seine presthaff-te Augen/ und sprach : In derKrafftGOttes / und der Heiligkeit der Alt-vätter/ gebiete ich dir Mahler/ daß duMorgen des Tags widerum gesund kom-men/ und das Merck vollenden sollest;da es Morgen war/ käme der Mahlerfrölich/ und gesund widerum/Dancke-te dem S. Vatter Susoni um die Gut-that. Aber der H. Vatter schribesolches Wunderwerck nicht ihme selbst/sonder GOtt / und den Verdiensten derH. Altvättern zu.
Es hatte eben um dieselbige Zeitein ansehen/ als wann GOtt der All- S-AmaMmächtig fernen Diener Susonem nicht anftchtmi»allein den Menschen/ sonder auch den sm-bösen Feinden grausamlich anzufechtenerlaubt hätte; er litte vil von den bö-sen Geistern/ mit schrecken/ undschlä-gen/ Tag/ und Nacht/ daß er keinruhe möchte haben. Au einer Zeit kä-me ihm ein Anfechtung Fleisch zucssen/und als er seinem Gelüst genug ge-than hätte/ erschtne ihme ein böserGeist / und sprach : ^cüiuc etc« ec>- ^rum, ei am in ore iptorum, A irs OeiLleenäll super eos, und mit erschallen-der Stimm sprach er zu den Umstehen-den : Dlser Mönch hat einen Todt ver-schuldet/ und den will ich ihm anthun.
Als aber die Umstehenden dem bösenFeind solche Straff nicht wollen zulas-sen/ nähme er einen grossen Bohrer /und sprach : Weil ich dich änderst nichtkan peynigen / so will ich deinen Leibmit disem Bohrer also plagen/ unddurch deinen Mund graben / daß diralso wehe muß geschehen/ als großdein Lust in dem Fleisch essen ist ge-wesen. In dem richtet er den Boh-rer gegen dem Mund / daß ihme beydeÄinbaggen/ und Zahnfleisch drey Täglang also geschwullen wurden / daß ernichts mehr könnte essen/ dann so viler durch die Zähn möchte saugen. Un-der andern seinen Leyden waren z.
Ding die ihme zihmlicher Massen über-lästig waren. Eins wäre von demGlauben/ da er also gedachte:wie kanG-Ott Mensch werden ? Und je mehrer mit Visen gefährlichen Gedancken dis-putierte / je mehr er sich verwirrte. Insolchen / und dergleichen Gedanckenverzehrte er neun Jahr/ in welchen erGOtt/ und seine Heiligen um Hilff/und Beystand anrüffte / und war ihmendlich gnädiglich geholffen. Das an-der innerliche Leyden war ein unor-dentliche Traurigkeit / und war ihm/als wann ein grosser Berg auf sei-nem Hertzen läge. Das dritteLeyden war die grosse / ckld schwereP P An-