Beichtiger/und P
Niemand entscheiden / wiewohl vil end-Mischen geredt / und gerathen wurde.Der S. Vatter Suso war auch in gros-sen Aengsten / und Nöthen / daß er nitdörffte aus reisen / und hin / und herwandle« ; letstlich nähme er sein Zu-flucht zu GOtt / und sprach mit liessenseufftzen: Ach HCrr muß ich dann alsoarmurhseelig sterbö? bald hernach straff-te GOtt Visen bösen/ und wilden Jüng-ling mit dem gähen Todt / dardurchder fromme Vatter Suso nicht gantzvon seinem Creutz entlediget worden /dann um dises Gelts willen käme ernoch in ein grössere Leyden. Ein be-sondere Gesellschaft^ wolte sich nicht las-sen begnügen mit disem Gelt/ so ihnenvon dem Chorherren vermacht war /darum sie den unschuldigen Vatter vorWelt/und Geistlichem Gericht herumzogen / und in dem gantzen Land übelverschreyten. Es erschine aber demS. Vatter der verstorbne Chorherrineinem schönen grünen Rock / mit röh-ren Rosen bespenget / und zeigte ihmseinensseeligen Stand an / und ermäh-ne« den Vatter zu der Standhafftig-keit / und Gedult in seinem Leyden /dann GOtt werde ihn bald erledigen.Der S- Vatter Suso fragte den Chor-herren/was feine schöne Kleider bedeu-ten? er sprach die rohten Rosen in demgrünen Rock ist dein Leyden / mit demhast du mich bekeidet; und GOtt wirddir darum die ewige Seeligkeit geben.
; 7 . Es geschahe zu einer Zeit / baß demS. Vatter Susoni zu Nacht so er vondem Schlaff aufferwachre / der Psal-men von unsers HErren Marter: VLu8DLus meus lelpice in me,öcc. indemMund herum gienge / und bettete ;ab disem emsigen einsprechen erschrackeer übel / und ruffte zu GOtt an demCreutz hangend mit bittern Zähern /sprechend : O mein HErr / und meinGOtt / muß und soll ich aber ein neuesCreutz von dir leyden ? so geschehe deinWill / und Hilff mir alle meme Trüb-salen überwinden. Als nun seineCreutz/ und Trübsaalen überhandnah-men / wurde er also Kranck darab / daßDer tz. man vermeinte er wurde sterben. AufAlter einem Abend als er ausserhalb deß Con-äm" vents an sein Bethlein war gangen zu-»«nacht, ^hen/ fiele er in ein Ohnmacht / undläge also still / daß sich kein Ader mehran ihm bewegte / da nun solchen Fallein andächtiger / und getreuer Menschgewahr wurde / lauffte er bald hinzu /griffe ihm auf sein Hertz / ob noch einLeben in dem H. Vatter zusinden wä-re aber er könte nichts vermercken /deßwegen siele er auf seine Knye/ undbeweinte den Todt deß S. Vatters /sprechend : O GOtt schaue an daß ed-
k. k. Uurer, Die H. Schwel«.
rediger-Ordens. zrs
le Hertz / daß dich solange Zeit in ih,me andächtiglich hat getragen / und sovilen betrübten Menschen so nützlich /und tröstlich ist gewesen / wie ist dasdise Nacht also vergangen / sollest dunun also verfaulen / und nicht längerzu GOttes Lob / und viler MenschenNutz / und Trost leben ? under disemKlagen neygte sichdiser fromme Menschzudem S. Vatter immerdar/und wol-te erfahren/ ob noch ein Hoffnung deßLebens vorhandöwäre ? aber das Ange-sicht war erblichen/ der Mund erschwar-tzet/ und die Glider wurden in ein tödli-che Färb verändert. In diser GöttlichenVerzückung läge der S. Vatter auf zwoStund/ also daß man nicht änderst ver-meinte er wäre gestorbe. Ehe dann un-ser S. Vatter Suso in dise Schwachheitdeß Leibs gerathen / und verzückt in demGeist worden / bereitete er sich zu demTodt / und vereinbahrete sich mit GOtt/und sprach also: Ach mein ewige Wac-hest / dessen tiefte Hochheit allen Crea-toren verborgen ist / ich empfinde daßnunmehr mein letstes Stündlein meinesLebens wegen grosser Schwachheit deßLeibs vorhanden ist / und nicht mehrlänger Leben mag/ nun komme ich zudir/ O mein gewaltiger GOtt / danndir alle Ding offenbar seynd / du weistallein mein Hertz/ und mein Begier-de/ darum suche ich dein Gnad/ Ogetreuer himmlischer Vatter/ in wel-chem ich dich erzürnet/ und wider dichgesündiget hab / daß ist mir Leyd/ undreuet mich von gantzem Hertzen/ undbitte dich / daß du mir es durch deinkostbarliches Blut verzechest/ dann duweist daß ich durch mein Leben allezeitdein allerheiligsteö Blut aufs höchstgelobt / und geprisen hab ; Ach du rei-ne / zarte/ und miste Jungfrau / undMutter Maria / komme mir an meinemleisten End zuhilff/ empfahe meine See!in deiner Gnaden / dann du bist mei-nes Hertzen tröst : Ach mein allerlieb-ste Mutter in deine Händ befihle ichdise Nacht meinen Geist : O ihr HH.Engel GOttes gedencket nun daß mirmein Hertz lache« / wann ich nur eue-re Nahmen hör« nennen ; Ach wie ofthabet ihr mich in meinen grossen Leysvcn/ und Trübsaalen getröst/ undvonallen meinen Feinden behütet / jetzt be-schirmet mich vor dem grausamen An-blick der bösen Geistern. Ach meingütiger Patron S- Nicolae mit allenHeiligen GOttes / ich bitte euch / daßihr mit mir wollet niderknyen / undGOtt bitten helffen um ein guts/ undseeliges End. Ach HErr! ich sagedir danck / daß du mir an meinen lei-sten End ein solches vernünsstiqes End/und Bekandnuß deß wahren Glaubens
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