z22 Von zwölff fteligen Kloster -Jungfrauen /
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Die ftelige Elisabeth von Stoffen.
c-k». r. »MvAjAs für ein andächtiges / undGOtt wolgefälliges LebenElisabeth von Stofflen vonKindheit an geführt habe /kan ein from Hertz leichtlich daraußschließen / weilen sie im Ehestand mitihrem Iunckern von GOtt mit 4. Söh-nen / und 2. Töchtern begäbet / nichtsdestoweniger hat sie mit ihres Gemarhels Bewilligung mit beyden Töchterndie Welt verlassen/ wie auch ihre Wol-lüst / und Freuden verachtet / und istin das GOkts-Hauß St. CatharinenThall bey Diessenhoffen eingetretten /die überige Zeit ihres Lebens allda indem Gottsdienst zuverzehren. Siewurde mit ihren Töchreren mit Freu-den in das Gotts-Hauß aufgenohmen/empfiengen den klösterlichen Habit /oder Kleidung/ und wurden nach ver-flossnen Jahr auch der Profeßion zuge-lassen. Ihr geliebter Juncker samptseinen 4. Söhnen wurden durch ihr gu-tes Exempel entzündet / und begabensich auch in den H. Prediger - -Orden /und thäten bannn was zuthun bräuchigist. Als der Rätter zwölffthalb Jahrin grosser Büß / und Haltung der Re-gel zugebracht/ starbeerfeeliglich Siesolle auch ihrer Söhn einen von dem Au-
genwehe durch ihr Gebett gesund ge-macht haben.
, Ein grosse Andacht trüge Elisabeth« c»x. >zu GOtt / und dem bochwürdigen Sa-krament deß wahren Leibs/ und BlutsJESU Christi unsers Heylands/undErlösers/ und hatte ihn oft begierig /und andächtig empfangen. Auf einZeit als sie Schaffnerin wäre / wurdesie garKleinmüthig/und bekümmeret/weil sie vermeinte / daß sie ihrem Ampt/und Schwestern nicht genug könte thun;sie klagte solche Anfechtung Christo un-serem Herren an dem Heiligen Creutzhangend / und Maria ieiner hochgelob-ten Mutter/ allda hörte sie inwendigzu ihr ein Stimme sprechen: Ich willdein ewige Belohnung seyn. DifeElisabeth« hätte auch von GOtt einsonderbahre Gnad / daß wann sie indie Kirchen käme / von ihren grossenHaußgeschäfften / und Klosters-Aemp-tern die Zeit ihres Lebens / sie allezeitdie Gesihäfft / und anders vergehen / W ^und also GOtt mit purlauterem Her-tzen dienen könnte. Sie hatte auchgrosse Reu / und Leyd über ihre be- ^gangene Sünden / ftarbe endlich den *Christmonat/und wäre mit den ewi-gen Freuden gekrönet worden.
IV.
8. 3 8alnsc8vv3A.
Von der fteligen Anna von Ranifthwag.
i. ^sAVNna von wohladelichen Elternim Thurgöu gebohren / kämegar Jung in das GottshaußSt. Carharinä-Thall / abersie lehrnese gar ungern lesen / schreibensingen / und anders was zu der klö-sterlichen Disciplin gehöret. Eins-mahls da ihr Lehrmeisters sie woltelehren / solle sie durch ein GöttlichesGejicht ermähnet worden seyn / daßsie hinfüro mit allem ernst fleißig lehr-nete / und sich gehorsam erzeigte. Hie-ran sienge an GOtt mit Anna in ihrerJugend Freundschafft zumachen / ihrgrosse Gnad zuverleyhen / welche erwnnderbahrlicher Weiß durch ihr gantzLeben übte. Dann in ihrer blühen-den Jugend ersuchte GOtt S.Annammit mancherley Kümmernussen/ schwe-ren Kranckheiten/ ihr Hertz darmitzu-reinigen / und zuprobieren / auch alsosein geliebte Gesponß damit heimzusu-
chen. In Visen Trübsaalen gäbe ihrGOtt Gnad / daß ihr um seiner Liebewegen alles lieblich zusein fürkame/undes gedultig litte. Ein Schwester frag-te Annam von ihrem Gebett/ welchessie mit grosser Andacht / Ernst / undDemuth ohn underlaß bey Tag / undNacht verrichtete / daß es ein Wun-derding was/ und ein geistlicher Trostanzuschauen. Darauf gab sie Antwort:sie biege / und neige sich mit samt al-len Lreaturen / daß ist / sie demüthigesich mit den Gedancken / daß alle Cre-atoren zu ihrem Zihl/ zudem sie erschaf-fen / sich üben / allein der Mensch wä-re so undanckbahr / under welchen siedie undanckbareste wäre.
Sie wäre so eyffrig / und andächtig *m ihrem Gebett / daß sie auch solle ih-res Rätters Seel aus dem Fegscur er-lediget / und vil heimliche Offenbahrun-
gen /