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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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UndSchwestcrn zu Thöß/ Prediger-Ordens. z-i

IV.

v. willin.

Von der seeligm Margarctha Willin.

Alp. l. milte Gott der sein/Gnad und

Barmhertzigkeit niemand ver-saget / so ihne von gantzemHertzen darum anrußet / wel-ches dann klärlich an der S. SchwesterMargarethen Willin erscheinen / diewar zwar jung an Jahren / und vonNatur frech/ und muthig/ und etwasleichtfertigers als sich tmer Kloster-Frauen gebühret. GOttder Allmäch-tig aber schauere sie zeitlich mit seinenbarmhertzigen Augen an / und begüssesie noch in ihren jungen Jahren mit sei-nen Gnaden/ und Seegen/ damit sie. rU ihrer selbst Erkandnuß käme / undM'bttü das geschah also: Sie bekehrte sich ausHertzen zu GOtt / und nameein so strenges Leben an sich/ daß es ihrkein Schwester vorthäte. Ihre Re-gul hielt sie streng / Und fleißig / mel-dete alle Gesellschaft/deß Redfensters/und weltlichen Menschen hatte sie keinacht / ja sie wolt auch so gar tnit ihremeygnen Bruder/so ein Prediger-Mönchwate / kein Gemeinschafft / oder Ge-spräch halten. Den Stillschweigen -Und Undertruckung ihrer Augen / UndAngesichts wäre sie also ergeben / daßsie selten ein Wort redete / will ge-schweigen mir andern ein freundlichesGespräch hielte. . Die jungen Schwe-stern sagten etwas auf ein Zeit unver-sehens daß etwas neues / und wunder-vahrliches verhandelt wäre / Und ver-meinten Schwester Margareth wurdeauch zusehen / aber sie war so eingezo-gen daß sie sich so gar nicht verregte /will geschweigen / sehen wolte was eswärt.

ihren

Ihr Beth war ein alte Hurd mitSteinen angefüllt / daß war als lägesie auf einem Esterrich / ihr Hauplküs-sen war ein Sack mit Felbeü blättergefüllet / sie trüge ein häriü Hembdmit grausamen Knöpffen allzeit an ih-rem Leib / und umgurme sich mit ei-ner starcken eissenen Ketten. Sie na-me zwischen Tag/ und Nacht drey Disci-plin mit einer grossen Geisel / die sie mitfleiß machen ließ. Sie äffe wenigSpritz / und tranck selten Wem / den

sie gar starck mit Wasser vermischte /daß er ihr ein geringe K rafft geben tön-te. Sie wachte auch so streng / daßmandarfür hielte/ daß sie nicht einVi-giliü lang schliesst. Sie gienge baldnach der Complet schlaffen / damit siezu gewisser Stund widerum erwachenkönnte / darnach stunde sie auf / undbettete biß man den Chor ausschlösse.Nach der Metren blibe sie in dem Chorin ihrer Andacht. Aüf ein Zerr gren-ze sie vor der Prim widerum schlaffen/und um die Prim-Zeit stunde unser See-ligmächervor rhr und sptachmm diseZeitstunde ich vor Gericht / und du ligsthie / und schlaffest? ,

So man zu der Arbeit leutete dagienge sie fleißig / und spunne in allerstill / darunder ihr aus Betrachtungdeß bittern Leydens Christi die herssenZähern über das Angesicht herab lies-sen. Sie ward oft ermähnet / daßsie solle ein Zihl / Und Maß in ihremstrengen Leben halten / aber sie ant-wortete/ sie müsse solches thun/ dannso sie es nicht thäte - möchte sie baldgar zu nachläßig werden. Und weilsie auch kein leiblichen Tröst hätte / sohabe sie ihren grösten Trost / undFreud mit GQtt / und an einer fchmertz-lichen Bildnuß wie Unser Seeligma-cher vor Gericht stunde / dä sie dannoft andächtiglich GOtt um ein gnädi-ges Gericht / und Urtheil ihrer Seelenhätte. Mann hataufein Zeit einer kran-cken Schwester das H. hochwürdigenSacrameNt deß Altars geben / dasschösse aus Blödigkeit samt andern Sa-chen bald widerum von ihr da erzeigteSchwester Margarethaihr grosse Liebegegen GOtt/ und name das H. Sa-krament mit dem Äuswurff/ undtranscke es alles mit st<vckem Hi;rtzeN aus.Als man ihr endlich an ihrem Tvdt-beth sagte / sie wurde in dissr Kranck-heit sterben / lachete sie / Und schlügean ihr Hertzsprechend: daß ist mir einerwünschte Bottschafft/ und tzerrlichstesLeben / daß ich erwarte / u>w namedamit ein seeliges Lind.

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^ ^lurer , Die ÄchweiiZ. 8! k V. 8.

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