UndSchwestcrn zu Thöß/ Prediger-Ordens. z-i
IV.
v. willin.
Von der seeligm Margarctha Willin.
Alp. l. milte Gott der sein/Gnad und
Barmhertzigkeit niemand ver-saget / so ihne von gantzemHertzen darum anrußet / wel-ches dann klärlich an der S. SchwesterMargarethen Willin erscheinen / diewar zwar jung an Jahren / und vonNatur frech/ und muthig/ und etwasleichtfertigers als sich tmer Kloster-Frauen gebühret. GOttder Allmäch-tig aber schauere sie zeitlich mit seinenbarmhertzigen Augen an / und begüssesie noch in ihren jungen Jahren mit sei-nen Gnaden/ und Seegen/ damit sie. rU ihrer selbst Erkandnuß käme / undM'bttü das geschah also: Sie bekehrte sich ausHertzen zu GOtt / und nameein so strenges Leben an sich/ daß es ihrkein Schwester vorthäte. Ihre Re-gul hielt sie streng / Und fleißig / mel-dete alle Gesellschaft/deß Redfensters/und weltlichen Menschen hatte sie keinacht / ja sie wolt auch so gar tnit ihremeygnen Bruder/so ein Prediger-Mönchwate / kein Gemeinschafft / oder Ge-spräch halten. Den Stillschweigen -Und Undertruckung ihrer Augen / UndAngesichts wäre sie also ergeben / daßsie selten ein Wort redete / will ge-schweigen mir andern ein freundlichesGespräch hielte. . Die jungen Schwe-stern sagten etwas auf ein Zeit unver-sehens daß etwas neues / und wunder-vahrliches verhandelt wäre / Und ver-meinten Schwester Margareth wurdeauch zusehen / aber sie war so eingezo-gen daß sie sich so gar nicht verregte /will geschweigen / sehen wolte was eswärt.
ihren
Ihr Beth war ein alte Hurd mitSteinen angefüllt / daß war als lägesie auf einem Esterrich / ihr Hauplküs-sen war ein Sack mit Felbeü blättergefüllet / sie trüge ein häriü Hembdmit grausamen Knöpffen allzeit an ih-rem Leib / und umgurme sich mit ei-ner starcken eissenen Ketten. Sie na-me zwischen Tag/ und Nacht drey Disci-plin mit einer grossen Geisel / die sie mitfleiß machen ließ. Sie äffe wenigSpritz / und tranck selten Wem / den
sie gar starck mit Wasser vermischte /daß er ihr ein geringe K rafft geben tön-te. Sie wachte auch so streng / daßmandarfür hielte/ daß sie nicht einVi-giliü lang schliesst. Sie gienge baldnach der Complet schlaffen / damit siezu gewisser Stund widerum erwachenkönnte / darnach stunde sie auf / undbettete biß man den Chor ausschlösse.Nach der Metren blibe sie in dem Chorin ihrer Andacht. Aüf ein Zerr gren-ze sie vor der Prim widerum schlaffen/und um die Prim-Zeit stunde unser See-ligmächervor rhr und sptachmm diseZeitstunde ich vor Gericht / und du ligsthie / und schlaffest? ,
So man zu der Arbeit leutete dagienge sie fleißig / und spunne in allerstill / darunder ihr aus Betrachtungdeß bittern Leydens Christi die herssenZähern über das Angesicht herab lies-sen. Sie ward oft ermähnet / daßsie solle ein Zihl / Und Maß in ihremstrengen Leben halten / aber sie ant-wortete/ sie müsse solches thun/ dannso sie es nicht thäte - möchte sie baldgar zu nachläßig werden. Und weilsie auch kein leiblichen Tröst hätte / sohabe sie ihren grösten Trost / undFreud mit GQtt / und an einer fchmertz-lichen Bildnuß wie Unser Seeligma-cher vor Gericht stunde / dä sie dannoft andächtiglich GOtt um ein gnädi-ges Gericht / und Urtheil ihrer Seelenhätte. Mann hataufein Zeit einer kran-cken Schwester das H. hochwürdigenSacrameNt deß Altars geben / dasschösse aus Blödigkeit samt andern Sa-chen bald widerum von ihr da erzeigteSchwester Margarethaihr grosse Liebegegen GOtt/ und name das H. Sa-krament mit dem Äuswurff/ undtranscke es alles mit st<vckem Hi;rtzeN aus.Als man ihr endlich an ihrem Tvdt-beth sagte / sie wurde in dissr Kranck-heit sterben / lachete sie / Und schlügean ihr Hertzsprechend: daß ist mir einerwünschte Bottschafft/ und tzerrlichstesLeben / daß ich erwarte / u>w namedamit ein seeliges Lind.
*****
^ ^lurer , Die ÄchweiiZ. 8! k V. 8.
k-p. z.
i8onihrre
Arbät.