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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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ZuWilll'sau. Z45

Nlagen / ein gute Zeit daran verwah-ret/ biß etwann ihr ehrliche Freund-schaft ein Wallfahrt / und Gelübd zumHeiligen Blut gen Willisau verlobten/Und selbs vollbrachten / darüber dieFrau wider zu Sinnen kommen / ge-sund worden / und sich vom bösen Geistentlediget befunden.

4 . Einer ehrlichen Frauen erzeigteflch ein Geschwür an ihrem Backen /eines Gans - Eyes groß / welches ihrsehr grossen Wchtum / und Schmertzenmachte/ neben grosser Sorg/ und Forchtrö möchte was ärgers darauf entstehen.Da sie in einer Nacht nicht könnte schlaf-fen auß grosser Pein deß Schmertzens/erinnerte sie sich der gnadenreichcnStattdeß H.Blktts zu Willisau / versprächeein Wallfahrt dahin / wann ihr GOttder HErr von disem Schaden ab / undzu voriger Gesundheit hclffe. Es ge-schahe, zu guter Stund / mit rechtemErnst/ und grossem Eyffer/ dann alssie Morgens erwachte / und wolte auf-stehen / befände sie daß ohn allen fchmer-tzen sich alles mit ihr gebessert/ und inden alten Stand gebracht. LobteGOtt / thäte was sie gelobt.

5. Zu Altishosten / den ZunckerPfiffern'zu Lucern zuständig/ wohnerein der Fluhe ein Wald - Bruder / dirererkranckte dermassen/ daß er in 6. Ta-g^n nicht ab seiner Ligcrstatt konnnen /in disem Anlagen verlobte er sich zumH. Blut zuwal.'fahrtcn / also bald hatihm GOtt zu voriger Gesundheit ge-holssen. Deß andern Morgens / alser die Nacht zuvor das Gelübd gethan/stunde er Frisch/ und Gesund auf/ ver-richtete noch selben Tag was er ver-sprochen / sintemahl Willisau nur ander-halb Stund von Altlshoffen gelegenist.

6. Zu Wangen auch Lucerner^Land-schafft / läge einer Kranck von starckcmFieber / als er sich zum H» Blut ver-lobte/ wurde er Gesund»

Hans Meyer auß S. MichelsAmbt / hätte ein Jungen Sohn der inein Wolsssgrub gefallen / und beyder-seits von dem Fall brüchig worden /über daß wallenten ihm die Darm einerFaust groß auß dem Leib/ dessen sich derfromme Vattersehr bekümmert / wussteweder Hilff noch Rath / setzte grossesVertrauen aufGOTTES Hilff/ver-lobt das Kmd nach WiilifaN zu demHeiligen Blut / auf geschehenes Ge-labt wurde es von §ag zu Tag bessermit dem Kind/ biß es gantz heyl/undgesund worden» Darauf der Vatter

die Wallfahrt mit dem Kind verrichtet/und das Wunderwerck gcoffenbahrcthat.

8. Theodorus auß dem FleckenAltishoffen / hatte ein Knaben per einLeistenbruch bekommen / Visen Knabenverlobte er / und sein Weib mir einemOpffer zu dem Heiligen Blut / darauffder K'nab ohn eintzig ander Mittel /zu gantzer Gesundheit gelangt. Daaber die Eiteren in ihrem VersprechenUndanckbahr/und saumlaßig / die Wall-fahrt/ und Opffer von einem Tag undWochen zu der anderen aufgeschoben /fiele das Kmd in vorigen Gekästen-darab die Eiteren sehr erschrocken / undmit grosser Reu / und festem Glauben/battö sieGOlt inniglich um Verzeyhungihrer Sünd/ und Nachlässigkeit/auchUm deß Kinds Besserung ; darauf dergütige GOtt sie von neuem auf ihr Ge-ben begnadet/ und den Knqbcn vonseinem Gekästen gesund gemacht. Ha-ben derowcgen also bald ihr Opffer /und Wallfahrt verrichtet / GöttlicheBarmhertzigkeit gegen ihrem Kind, auchihre Hinläßrgkeit/ und Undanckbarkcitgeoffenbahret.

9. Einer aus Rußlhall hätte einjunges Kind/ welches um den Herd /und Feur sicrum gelösten / dessen sichdie Eltern wenig achten / oder war-vahmen; underdessen lauft cht Hundschnell neben dem Herd/ und Fcutfürüber/ stosset das Kind um in dasFeur/ da ein Haff zugesetzt war/ undhienge ein Kessel mit siedigem Wasserob dem Feur: als jetzt das Kind überden Haffengegen dem Feur siele/ er-griffe es den Kessel so starck / dass esselben umstürtzte/ und das siedendeWasser meistentheil übersich selbst auf-gösse/ und erschröckl'ch verbräme/ inMassen man es für Todt aus dem Feurgezogen/ daß es rein Zeichen eines Le-bens von sich gäbe. Die Elterndeßwegen sehr betrübt/ Und geängsti--gek/ verhießen ein Opfer / und Wall-fahrt zum H. Blut/ da fienge dasKind an sich wider zu erhollen / undallgemach zur Gesundheit kommen»Darauf sie das Opffer/ und Wall-fahrt verrichtet/ und bezeuget was sichzugetragen»

10. Von der Stadt Bern kämeein Bürger zum H. Blut/ allda seinversprochene Wallfahrt / und Gcvettzu verrichten / weillen er an einem Fie-ber lang K'ranck läge/ und dermassenaussgemärglet / daß er weder gehennoch stehen mehr vermöchte- Als eraber sichdaherv versprochen/verlieMin

das