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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem Gottseeltgen Voller Conrado/

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es öd gestanden. Doch war etlichenfrommen Hertzen geoffenbahret worden/wie es wtderum solte erbauet werden /und zu einem fürnehmen Stand kom-men. Als nun der S. Bruder Con-rad von disem öden Kloster gehört hat-te / zöge er von Colmar auf die Wall-statt^dises Kloster zubesehen / zu wel-chem er ein so grosse Liebe bekäme/daßer verhoßte mit GOttes/ und der Men-schen Hilff solches widerum auszurich-ten / mit andächtigen Schwestern zube-setzen/ und die wahre Observantz darin-nen zupflantzen. Dise Begierd eröff-nete der S. Vatter Conrad dem Durch-leuchtigsten Fürsten Leopoldo Hertzo-gen in Oesterreich / und Herren in demElsaß / der halste so vil zu der Sach /daß der fürstliche Abt zur Murbach /deme Schönen- Steinbach zugehörig wä-re / sein habendes Recht dem Predi-ger-Orden Übergabe / von PäpstlicherHeiligkeit Erlaubuuß erlangte/ ein re-formiertes Kloster allda widerum auf-zurichten. ZmIahr 1387. aufden H.Psingsttag/ war ein General-Capitelzu Franckfurt in Deutschland beschriben/da kamen die Päpstliche Bullen / oderBrieff für den gottseeligen Vatter /und Meistern deß Prediger-OrdensRaymunvum / die er den versammletenVätrern in dem Capitel vorläse. NachDisem redte er den S. Vatter Conradasto an: Lieber Sohn Conrade / es hatmir unser allerhciligste Vatter PapstVonisacius IX. auf interceßion / undernstliches anhalten Hertzogs Leopoldivon Oesterreich / das Kloster Schönen-Stembach/ Baßler Bischthums/so zu-vor Augustiner-Ordens wäre / dir sol-ches zubefehlen/und zuübergeben anbe-fohlen/ damit du solches in der Ehr S.Brigittä aufbauest / und mit Schwe-stern/ so die wahre Regul / undObser-vantz S- Domintci halten wöllen / nachdem Exempel deß Kloster Corporis-Christi zu Venedig besetzest.

Als nun sich der S. Vatter Coura-dus starck bemühete / damit Schönen-Sreinbach aufferbauet wurde / und inallem Werck der Bau ausgienge / ver-name solches ein frommer / und weiserEdelmann Johann von Maßmünster /der ein sonderbahre Liebe gegen dem S.Vatter trüge / diser Edelmann vermein-te unmöglich zusein ein solches grossesMerck/ an einem so wilden / und uner-baueten Orth anzufahen/ und zuvoll-bringen. Deßwegen ritte er auf einZeit gen Schönen-Steinbach/in Mey-nung den frommen Vatter von seinemangefangnen Werck abzumahnen / da-mit er nit mit dem Evangelischen Bau-mann zuschanden wurde / so er ange-

fangen zubauen / aber nicht vollendetkönnen. Da nun diser Edelmann genSchönen-Steinbach kommen war/ fän-de er den Mann GOttes beym Altarstehen die H. Meß zuverrichten / undsahe klärlich / daß der S. Vatter Con-rad von seinem Angesicht einen schönen/und glantzenden Schein gäbe / daß erihn nicht möchte anschauen von grosserKlarheit wegen. Aus diser Erschei-nung erkannte der fromme Edelmann /und name daraus ab / daß dises Klosterdurch den Willen GOttes widerum sol-Le aufferbauet werden.

Da nun an disem gemessen Klosterso vil ausgebauen war / daß man köm-lich darinnen wohnen könnte/ erwähletder S. Vatter Conrad aus allen seinengeistlichen Töchtern/ so er hin / und wi-der in den Prediger - Klöstern hatte /und deren auch ein grosse Zahl war /nur dreyzehen zu der Ehr GOttes/undder 12. Heil. Aposteln / und wolte zuAnfang dises Klosters nicht mehr auf-nehmen/ wiewohl er genügsame Per-sohnen hätte/ so sich williglichverwah-ren Observantz underworffen hätten.Er name aus dem GOttshauß Diessen-hoffen am Rhein St. Cathrinen-Thallgenannt ob Schaffhausen 5. Schwe-stern / Clara Anna von Hohenburg /so die erste Priorin zu Schönen-Stein-bach/ und dem Ampt 29. Jahr vorge-standen. S- Adclheit von Hattingen/S. Elisabetha Goldschmidin / S. Eli-sabeth« Mergerin/die andere Priorin/undSMagdalena Vettmingerin. Ausdem Kloster Colmar von under Linden/St. Johann Baptist genannt / zwoSchwesteren / S- Margaretha vonMaßmünster/und S. Beatrix VögtineinLeyenschwester. Aus St. CathrinäKloster/ auch der Statt Colmar / kä-me S. Clara von Ostern. Aus demKloster Sul der Statt Gchletstatt /S. Adelheit Lutzmerin. Es wurdenauch von dem S. Vatter Conrado di-se weltliche Persohnen ausserwöhlet /Jungfrau Gertrud von Elswert/Jung-frau Susanna von Maßmünster / undihr Dienstmagd Catharina von Sultz.Margaretha von Klingenthall die mitden Schwestern von Diessenhoffen kä-me / aus dem Kloster Klingenthall mmindern Basel / als sie allda eingekeh-ret / und 6. Wochen gewöhnet hätte.Dise i z. geistliche Jungfrauen kamen imJahr iZ97. auf St. Martini deß Heil.Bischoffs Abend / zu Ensisheim / einhalbe Meil von Schönen-Steinbach zu-kamen/und mit geistlichem Pomp/undProceßion / von Geistlichen / Weltli-chen / und grossem Adel in Gegenwartder Durchleuchtigsten Fürstin Frau Ca-

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