Von dem Gottseeltgen Voller Conrado/
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es öd gestanden. Doch war etlichenfrommen Hertzen geoffenbahret worden/wie es wtderum solte erbauet werden /und zu einem fürnehmen Stand kom-men. Als nun der S. Bruder Con-rad von disem öden Kloster gehört hat-te / zöge er von Colmar auf die Wall-statt^dises Kloster zubesehen / zu wel-chem er ein so grosse Liebe bekäme/daßer verhoßte mit GOttes/ und der Men-schen Hilff solches widerum auszurich-ten / mit andächtigen Schwestern zube-setzen/ und die wahre Observantz darin-nen zupflantzen. Dise Begierd eröff-nete der S. Vatter Conrad dem Durch-leuchtigsten Fürsten Leopoldo Hertzo-gen in Oesterreich / und Herren in demElsaß / der halste so vil zu der Sach /daß der fürstliche Abt zur Murbach /deme Schönen- Steinbach zugehörig wä-re / sein habendes Recht dem Predi-ger-Orden Übergabe / von PäpstlicherHeiligkeit Erlaubuuß erlangte/ ein re-formiertes Kloster allda widerum auf-zurichten. ZmIahr 1387. aufden H.Psingsttag/ war ein General-Capitelzu Franckfurt in Deutschland beschriben/da kamen die Päpstliche Bullen / oderBrieff für den gottseeligen Vatter /und Meistern deß Prediger-OrdensRaymunvum / die er den versammletenVätrern in dem Capitel vorläse. NachDisem redte er den S. Vatter Conradasto an: Lieber Sohn Conrade / es hatmir unser allerhciligste Vatter PapstVonisacius IX. auf interceßion / undernstliches anhalten Hertzogs Leopoldivon Oesterreich / das Kloster Schönen-Stembach/ Baßler Bischthums/so zu-vor Augustiner-Ordens wäre / dir sol-ches zubefehlen/und zuübergeben anbe-fohlen/ damit du solches in der Ehr S.Brigittä aufbauest / und mit Schwe-stern/ so die wahre Regul / undObser-vantz S- Domintci halten wöllen / nachdem Exempel deß Kloster Corporis-Christi zu Venedig besetzest.
Als nun sich der S. Vatter Coura-dus starck bemühete / damit Schönen-Sreinbach aufferbauet wurde / und inallem Werck der Bau ausgienge / ver-name solches ein frommer / und weiserEdelmann Johann von Maßmünster /der ein sonderbahre Liebe gegen dem S.Vatter trüge / diser Edelmann vermein-te unmöglich zusein ein solches grossesMerck/ an einem so wilden / und uner-baueten Orth anzufahen/ und zuvoll-bringen. Deßwegen ritte er auf einZeit gen Schönen-Steinbach/in Mey-nung den frommen Vatter von seinemangefangnen Werck abzumahnen / da-mit er nit mit dem Evangelischen Bau-mann zuschanden wurde / so er ange-
fangen zubauen / aber nicht vollendetkönnen. Da nun diser Edelmann genSchönen-Steinbach kommen war/ fän-de er den Mann GOttes beym Altarstehen die H. Meß zuverrichten / undsahe klärlich / daß der S. Vatter Con-rad von seinem Angesicht einen schönen/und glantzenden Schein gäbe / daß erihn nicht möchte anschauen von grosserKlarheit wegen. Aus diser Erschei-nung erkannte der fromme Edelmann /und name daraus ab / daß dises Klosterdurch den Willen GOttes widerum sol-Le aufferbauet werden.
Da nun an disem gemessen Klosterso vil ausgebauen war / daß man köm-lich darinnen wohnen könnte/ erwähletder S. Vatter Conrad aus allen seinengeistlichen Töchtern/ so er hin / und wi-der in den Prediger - Klöstern hatte /und deren auch ein grosse Zahl war /nur dreyzehen zu der Ehr GOttes/undder 12. Heil. Aposteln / und wolte zuAnfang dises Klosters nicht mehr auf-nehmen/ wiewohl er genügsame Per-sohnen hätte/ so sich williglichverwah-ren Observantz underworffen hätten.Er name aus dem GOttshauß Diessen-hoffen am Rhein St. Cathrinen-Thallgenannt ob Schaffhausen 5. Schwe-stern / Clara Anna von Hohenburg /so die erste Priorin zu Schönen-Stein-bach/ und dem Ampt 29. Jahr vorge-standen. S- Adclheit von Hattingen/S. Elisabetha Goldschmidin / S. Eli-sabeth« Mergerin/die andere Priorin/undSMagdalena Vettmingerin. Ausdem Kloster Colmar von under Linden/St. Johann Baptist genannt / zwoSchwesteren / S- Margaretha vonMaßmünster/und S. Beatrix VögtineinLeyenschwester. Aus St. CathrinäKloster/ auch der Statt Colmar / kä-me S. Clara von Ostern. Aus demKloster Sul der Statt Gchletstatt /S. Adelheit Lutzmerin. Es wurdenauch von dem S. Vatter Conrado di-se weltliche Persohnen ausserwöhlet /Jungfrau Gertrud von Elswert/Jung-frau Susanna von Maßmünster / undihr Dienstmagd Catharina von Sultz.Margaretha von Klingenthall die mitden Schwestern von Diessenhoffen kä-me / aus dem Kloster Klingenthall mmindern Basel / als sie allda eingekeh-ret / und 6. Wochen gewöhnet hätte.Dise i z. geistliche Jungfrauen kamen imJahr iZ97. auf St. Martini deß Heil.Bischoffs Abend / zu Ensisheim / einhalbe Meil von Schönen-Steinbach zu-kamen/und mit geistlichem Pomp/undProceßion / von Geistlichen / Weltli-chen / und grossem Adel in Gegenwartder Durchleuchtigsten Fürstin Frau Ca-
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