zc6 Von dem Gottfteligm Vatter Conrado/
wolte nicht mehr in die Welt kehren /sonder was sie GOtt verlobt hatte/wol-te sie beständig biß in ihren Todt hal-ten.
^p. 15. Es wäre aber unser^ S. VatterConradus von Brüsten nicht allein einheiliger'/ und vollkommner Mann/ son-der auch dermaßen demüthig / und stillin seinen Wercken / daß sein Heiligkeitwenig Menschen bekannt wurde. Erhatte ihme einen heiligen / und from-men Gesellen außerkohren/den ehr-würdigen Vatter Ioann von MittenPrediger - Ordens / so lange Zeit zu.Wasser/ und Land seyn treuer Mitge-'fahrt war. Diser Ivan hatte ein be-sondere Wissenschafft des Lebens/ undThaten des S. Vatters Conrads /doch aus Gehorsame dörffte er nichtsoffenbahren/ allein spräche er oft zuden Schwestern zu Schönen-Stern-bach - Geliebt es GOtt/ daß ich solleunsern geliebten Vatter Conradum ü-berleben/ so will ich euch grosse Wun-der von ihme erzehlen / die GOtt derAllmächtig durch ihn gewürcket hat /sonderlich wie oft ihme die lieben En-gel erschinen / wie oft er sonderbahreOffenbahrungen gehabt / in dem Ge-ben/ und H. Meß verzückt/ und mittrocknem Fuß über das Wasser gan-gen seye. Aber der Vatter Johan-nes starke 15. Jahr vor dem S. Vat-ter Conrado / nehmlich im Jahr 1411.in der Fasten zu Basel in dem Predi-ger-Aloster/ dahin er Geschafften hal-ber des Klosters Schönen-Steinbachverreiset / und zu Basel erkrancketwar/doch begehrte er/ daß man ihn soltegen Schönen-Steinbach nach seinemTodt führen zu begraben / allda er et-lich Jahr Beicht-Vatter / und Vica-rius war/ und um des GottshaußBaus / und Nutz willen vil außge-standen. Auf ein Zeit brache er ei-
nen Schenckel entzwey/ deßwegen erbiß an sein End hinckend an einem Ste-cken herum gehen müssen.
c,p.lL. Es hatte auch der S. VatterConrad von Brüsten ein leiblichen Bru-der in dem Prediger-Orden/ VatterThomas von Brüsten genannt/ undist ein gemeine Red under unseren Vor-fahren / denen die zween Brüder be-kannt waren / gewesen / daß diser Bru-der Thomas in Andacht/ Heiligkeit /Kunst/ und Geschicklichkeit den Vat-ter Conraden habe übertreffen / dochseye dem wie ihm wölle / schaffte dochder S. Vatter Conrad mehr Nutz/undFrüchten bey feinen Nebenmenschen mitseiner Lehr/ Leben / und Predigen /dann der Vatter Thomas/ der ein ein-
gezognes Leben führte/ und dem in-nerlichen Gebett/ und den beschauli-chen himmlischen Sachen obläge. Erwar auch Prior/ und Leßmeister deSreformierten Convents zu Colmar /und hernach auch Beichtiger des Gotts-hauses Schönen-Sleinbach/demeermit grossem Nutz/ und Lob vorstünde/biß in das Jahr Christi 1416. da fie-le diser fromme Vatter Thomas an S.Euphemiä der Jungfrauen / und Mar-tyrin Tag/ daß ist den 16. Herbstmo-nat/ von der Kirchen - Lasse! in dasChor auf seyn Angesicht hoch hinab /daß er bald hernach hat müssen Ster-ben/ doch empfienge er zuvor von sei-nem S. Bruder Conrade die letsteOe-lung/ da er zuvor an dem Morgen dieH. Meß gelesen/ und sein Gebett ver-richtet hatte / und ligt zu Schönen-Steinbach vor dem Chor-Altar nebenseinem Bruder begraben.
Zehen Jahr hernach starbt auchder S- Vatter Conrad / welcher alser nun zu seinem hohem Alter kommen/und vil zu Heyl seiner Nebenmenschenerlitten hatte/ verspräche er seinen lie-ben Kindern zu Schönen-Steinbach/bey ihnen bis an sein End zuverbleiben/denen er auch vil Lreb/ und Treu alle-zeit erzeigt hatte. Er war Lahm /oder Contract vor seinem Todt wor-den / daß er nicht mehr gehen könnte /daß man ihn täglich in einem Sessel indie Kirchen zu der H. Meß/ undGottsdienst tragen müssen / und ob erschon Lahm war/ so Predigte er doch/hörte zu Beicht/ und regierte die Schwe-stern in dem geistlichen Leben / mid tu-gendsamen Sitten biß an sein End.
Im Jahr 1426. scheidete diser Heil. L-EVatter Conrad mit guter Vernunsst Mvon diser Welt zu den himmlischen Freu- 'den/ und Seeligkeit/ auf den Sonn-tag Lätare zu Mitfasten. SeinLeichnam wurde mit grosser Klag derSchwestern/ vor dem grossen Altarin dem Chor zu Schönen - Steinbachwürdiglich zu der Erden bestattet / undbegraben/ zu der rechten Hand Vat-ters Lhomä seines Bruders. Alsmrn das Ableiben des S. VattersConrads in Städten / und Landenkundtbar worden/ war er von seinengeistlichen Kindern/ und andern gu-t^n Freunden beweinet/ beklagt/ undseynd vil Messen / und Gebett fürihne aufgeopffert worden.
Hie kan ich nicht undcrlassen Zudem Beschluß zuvermelden/ und mitkurtzen Worten einzuführen / dreyerfürnehmster Haubtschrifften / und Lob-reden/ so sie von dem S. Vatter
Con-