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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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zc6 Von dem Gottfteligm Vatter Conrado/

wolte nicht mehr in die Welt kehren /sonder was sie GOtt verlobt hatte/wol-te sie beständig biß in ihren Todt hal-ten.

^p. 15. Es wäre aber unser^ S. VatterConradus von Brüsten nicht allein einheiliger'/ und vollkommner Mann/ son-der auch dermaßen demüthig / und stillin seinen Wercken / daß sein Heiligkeitwenig Menschen bekannt wurde. Erhatte ihme einen heiligen / und from-men Gesellen außerkohren/den ehr-würdigen Vatter Ioann von MittenPrediger - Ordens / so lange Zeit zu.Wasser/ und Land seyn treuer Mitge-'fahrt war. Diser Ivan hatte ein be-sondere Wissenschafft des Lebens/ undThaten des S. Vatters Conrads /doch aus Gehorsame dörffte er nichtsoffenbahren/ allein spräche er oft zuden Schwestern zu Schönen-Stern-bach - Geliebt es GOtt/ daß ich solleunsern geliebten Vatter Conradum ü-berleben/ so will ich euch grosse Wun-der von ihme erzehlen / die GOtt derAllmächtig durch ihn gewürcket hat /sonderlich wie oft ihme die lieben En-gel erschinen / wie oft er sonderbahreOffenbahrungen gehabt / in dem Ge-ben/ und H. Meß verzückt/ und mittrocknem Fuß über das Wasser gan-gen seye. Aber der Vatter Johan-nes starke 15. Jahr vor dem S. Vat-ter Conrado / nehmlich im Jahr 1411.in der Fasten zu Basel in dem Predi-ger-Aloster/ dahin er Geschafften hal-ber des Klosters Schönen-Steinbachverreiset / und zu Basel erkrancketwar/doch begehrte er/ daß man ihn soltegen Schönen-Steinbach nach seinemTodt führen zu begraben / allda er et-lich Jahr Beicht-Vatter / und Vica-rius war/ und um des GottshaußBaus / und Nutz willen vil außge-standen. Auf ein Zeit brache er ei-

nen Schenckel entzwey/ deßwegen erbiß an sein End hinckend an einem Ste-cken herum gehen müssen.

c,p.lL. Es hatte auch der S. VatterConrad von Brüsten ein leiblichen Bru-der in dem Prediger-Orden/ VatterThomas von Brüsten genannt/ undist ein gemeine Red under unseren Vor-fahren / denen die zween Brüder be-kannt waren / gewesen / daß diser Bru-der Thomas in Andacht/ Heiligkeit /Kunst/ und Geschicklichkeit den Vat-ter Conraden habe übertreffen / dochseye dem wie ihm wölle / schaffte dochder S. Vatter Conrad mehr Nutz/undFrüchten bey feinen Nebenmenschen mitseiner Lehr/ Leben / und Predigen /dann der Vatter Thomas/ der ein ein-

gezognes Leben führte/ und dem in-nerlichen Gebett/ und den beschauli-chen himmlischen Sachen obläge. Erwar auch Prior/ und Leßmeister deSreformierten Convents zu Colmar /und hernach auch Beichtiger des Gotts-hauses Schönen-Sleinbach/demeermit grossem Nutz/ und Lob vorstünde/biß in das Jahr Christi 1416. da fie-le diser fromme Vatter Thomas an S.Euphemiä der Jungfrauen / und Mar-tyrin Tag/ daß ist den 16. Herbstmo-nat/ von der Kirchen - Lasse! in dasChor auf seyn Angesicht hoch hinab /daß er bald hernach hat müssen Ster-ben/ doch empfienge er zuvor von sei-nem S. Bruder Conrade die letsteOe-lung/ da er zuvor an dem Morgen dieH. Meß gelesen/ und sein Gebett ver-richtet hatte / und ligt zu Schönen-Steinbach vor dem Chor-Altar nebenseinem Bruder begraben.

Zehen Jahr hernach starbt auchder S- Vatter Conrad / welcher alser nun zu seinem hohem Alter kommen/und vil zu Heyl seiner Nebenmenschenerlitten hatte/ verspräche er seinen lie-ben Kindern zu Schönen-Steinbach/bey ihnen bis an sein End zuverbleiben/denen er auch vil Lreb/ und Treu alle-zeit erzeigt hatte. Er war Lahm /oder Contract vor seinem Todt wor-den / daß er nicht mehr gehen könnte /daß man ihn täglich in einem Sessel indie Kirchen zu der H. Meß/ undGottsdienst tragen müssen / und ob erschon Lahm war/ so Predigte er doch/hörte zu Beicht/ und regierte die Schwe-stern in dem geistlichen Leben / mid tu-gendsamen Sitten biß an sein End.

Im Jahr 1426. scheidete diser Heil. L-EVatter Conrad mit guter Vernunsst Mvon diser Welt zu den himmlischen Freu- 'den/ und Seeligkeit/ auf den Sonn-tag Lätare zu Mitfasten. SeinLeichnam wurde mit grosser Klag derSchwestern/ vor dem grossen Altarin dem Chor zu Schönen - Steinbachwürdiglich zu der Erden bestattet / undbegraben/ zu der rechten Hand Vat-ters Lhomä seines Bruders. Alsmrn das Ableiben des S. VattersConrads in Städten / und Landenkundtbar worden/ war er von seinengeistlichen Kindern/ und andern gu-t^n Freunden beweinet/ beklagt/ undseynd vil Messen / und Gebett fürihne aufgeopffert worden.

Hie kan ich nicht undcrlassen Zudem Beschluß zuvermelden/ und mitkurtzen Worten einzuführen / dreyerfürnehmster Haubtschrifften / und Lob-reden/ so sie von dem S. Vatter

Con-