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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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M vergriffen im rathen / und urthei-len ( wie man leyder fast in allen Re-gimenter, solche Leuth findet ) da sahediser Ehren - Mann Nikolaus gemeltenRichtern feurigen Flammen erschreckli-cher Gestalt zum Mund herauß fahren.Ohnezrveiffel hat er damahlen Göttinihme hören reden / wie etwann S. Ar-ftnius : Fliehe die Welt/ so wirst dufeelig. Dann ab disem Spectacul ister dermaßen erschrocken / daß er nach-mahlen weder wenig noch vil mit Ge-richtShändlen wölken zuschaffen haben.Mit wachen / und betten hielte er strengdise Gewonheit; zu Abend wann esZeit war zu Beth zugehen / begäbe ersich samt seinem Haußgesind zur Ruhe/aber nach dem er ein wenig geschlaffen/stunde er auf in aller stille / und giengein ein abgesondertes Orth/ allda warchete er den überrgen theil der Nacht/und verzehret die Zeit mit inbrünstigemGebett/ und andächtigen Betrachtun-gen. Der Feind aber deß Menschli-chen Heyls / neydete die beständigeGottseeligkeit deß frommen Manns /und weil er besorgte / es möchten vilSeelen durch B. Llausen Lehr / undExempel auß dem höllischen Rachengerissen werden/ deßhalben rennett er' den S. Mann oft an / und hindergienge/den Freund Gottes mit allen Listen /ob er ihn villeicht eintwederabwendig/oder verderben/ oder aufs weniges! un-d'sM» gedultig machen könnte. Insonderheitden einmahl / als B. Claus mit seinem^ausm. Sohn Iohannesen ( der nacher Land-Amman worden ) durch ein Thal! gieng/das Melchthall genannt / in seyn Gut/oder Wisen mit Namen Bergmat / seynVieh zuversehen / rc. Als nun derSohn demVieh seyn gewohnlichenRathin der Scheur anthäte / wolle der Vat-rer als ein fleißiger Arbeiter / Stauden/und Dorn außhauen / dre Matten zu-reinigen / da käme ein grausammerTrüffel / erwüschte den frommen Mann/der sich dessen nicht versähe / und warsteihn durch einen grossen dicken Dorn-busch/und Gestäud bey zo. Schritt hi-nab / daß er in grosser Ohnmacht lag.Als nun der Sohn seyn Arbeit voll-bracht hatte / und seyn Vatter suchte /fände er ihn halb Todt/ und seinenLeibvon Dornen verletzet/ richtet ihn baldauf/ zöge/ und trüge ihn nach seinembesten vermögen biß in den Gaben / daßer ihn zu dem Feur brachte. Als dem-nach Nicolaus widerum allgemach zuihm sechsten kam/ redet er mit gedulti-gen / und sanfftmüthigen Worten also:Wohlan / wohlan im Nahmen Gottes/wie hat mit mir der Trüffel so recht ü-bel gehandlet / daran ist aber der Wil-len Gottes erfüllet worden. Mit bi-

ld Beichtiger. Z6t

ser Gedult / und Düimth hat nun B.

Claus bey Gott / und seiner MutterMaria so vil Gunst / und Gnad er-worben/ daß ob ihn schon hernach diebösen Geister mit ic>oo. Künsten auf-heftigst verfolget / und angefochten /haben sie ihn doch weder an Leib nochSeel verletzen mögen.

Als auf ein andere Zeit der Freund ö

Gottes abermahl in fein obgemeltesGut die Bergmat zu fernem Vieh gien-ge/ setzte er sich in der Matten niderauf die Erden/ und fienge da an/nachseiner Gewohnheit / aus gründ seinesHertzens/ mit grosser Andacht zubet-ten / und zu betrachten von himmlisch? K. Cl<n,§Dingen. In dem sahe er ein schöne / M MOund scheinende Gilgen aus. seinem AUcheMund wachsen/ so da rühret biß anden Himmel mit wunderbahrlichemGeruch / und Wohlgeschmack. Dar-nach kam gleich für ihn sein Vieh / undals er sein Gesicht zu demselben kehrte/sahe er under denen für den andern garein schönes Roß daselbst wcyven / aufwelches Roß sich die Gilgen krümmte/und neygte. Er sahe auch das Roßfürgehen / und wie es ihme die Gilgenaus seinem Mund nähme/ und diesel-ben verschluckte. Dardurch war ih-me zu verstehen geben / daß die himm-lische Gaaben/ und Gnaden durch diezeitliche Güter/und Geschafft hinge-nommen/ und vernichtet werden. Alser ferrners auf ein Zeit in seinen hättß-lichen Geschässten war / seynv dreyehrbare Männer in einer ehrlichen Ge-stalt/ und guten Sitten zu ihme kom-men / under denen der erste ansiengtugendlich zureden/ der Meynung: Nl-colae wilt du dich gantz ergeben mitSeel/ und Leib in unfern Gewalt ?

Er antwortet/ und sprach: Ich ergibmich niemand andern dann dem All-mächtigen G0tt/ dessen Diener ichnun lange Zeit znseyn begehrt hab ;da wandten sich dise drey Männer zu-samen mit fröhlichem Lachen / und re-det der erste widerum zu ihme: dieweildu dann dich Gott allein zugeeygnethast ewiglich / so verheiß ich dir gewiß/daß wann du wirst vollbracht/ und erlebthaben das sibentzigst Jahr / wird sichder allgütigst GOtt erbarmen ÜberbeinArbeit / und dich erlösen von aller Wi-derwärtigkeit / darum ermähne ich dichzu einer vesten Beharrlichkeit/ so willich dir geben einen Panner mit einemBärentappen bezeichnet/ einem mäch-tigen Kriegsherr in das ewige Lebenvorzutragen. Ick verlasse dir auchzu unserer Gedäckrnuß das CrrUtz zu-tragen. Wie difts also vollendet /gierigen die drey hinweg. Auß wel-chen