Einsidler / und. Beichtiger.
khaN mein Alp / Kluster genannt'/da-selbst steckte/ und verbärge er sich hin-der ein fast dickes Dorngestäud / undwohnete under einem grossen Lerchen-bäum acht gantzer Tag / ohn qlle Speist/und Tranck/ daß es kein Mensch ge-wahr worden.
Als deine nach diser neu angehendeRitter Christi nunmehr nichts andersgedachte / dann fürohin under seinemhochgewünschten Lerchenbaum zuver-bleiben/ undzuwohnen / sihe dawarer von den Jägern / so Gewild an dem-selbigen Orth suchten / gefunden / undjeinem -leiblichen Bruder Petern vonFlüe gezeiget. Diser aber dieweil erihn hertzlich Lieb hatte / redet mit ihmvon vilen Sachen / und sonderlich er-mähnet er ihn/ daß er sich selbst mit demHunger nicht umbringen / und todtenwolte. Da antwortet Nicvlaus: Esbedvrffte der Sorg nicht / dieweil er bißDato dardurch kommen wäre. Jedochdamit er nicht angesehen wurde / alsrvolre er GOtt versuchen / liesse erheimlich einen frommen / und Gotts-svrchtiqcn Priester mit Nahmen OswaldJsner g)falcherr zu Kerns zu sich be-ruften. Disem vertrauet/ und er-öffnet er das Geheimnuß/ nehmlichdaß er nun biß an den eylssten Tag oh-ne alle Beschwörung des Hungers /Und Dursts/ ja gantz ohne alle leibli-che Nahrung durch die Gnad GOttesVerharret hätte. Derhalben be-gehrt er deß Priesters getreuen Rath/was er forthin thun. solls. DerPriester verwundert sich ab diser neu-en Sach / sienge an dem Nicolao seineHänd / und Fuß allenthalben zubegreif-fen/ und fein Angesicht eygentlich zu-beschauen / daran fand/ und sahe er«inenbleichen Mund/ dünne Backen/dürr zerschrundene Lefftzen/und den Leibso gar außgemärglet/ daß nichts bannHaut / und Bein da war. So er-kannte der Priester auch / daß solcherAbbruch auß Göttlicher Disposition /und Würckung/ und keiner eytelenEhr herkäme. Derhalben ermahne-' ie er den seeligen Mann/ daß er GOtt;u einem Gehilffen nehme / und sich insolchem Abbruch noch länger probierte/welches auch der S- Bruder Claus mitstarckem Gemüth gethan hat/ undfür-hin biß an sein End/ nehmlich zwan-tzigt halb Jahr also verharret/ daß erweder essen/noch trincken/noch leiblicheNahrung gebraucht hat. Und dar-neben nichts destoweniger allweg ge-sund/ ftjsch / wohlklingend/ und Leb-haft gewesen/ und verbliben. Wel-ches wahrlich ein besondere / selhame /unerhörte Gnad GOttes zu Visen lct-Innrer, Die Schweirz,
sten Zeiten gewesen. Nun hätte a-ber gedachtes Orth in dem Melchthall/da Bruder Claus die gemelten8. Tagverhüttete / von Holtzhäckern / undWerckleuthen einen stätren Zugang /hon welchen er vfftrrmahlen besucht /und beschwärt war. Deßwegen fien- D Cla^ge er aü in disem Thall ein wildere /weitere/ und abwegigere Statt/ und «>>»«.Einöde zusuchen. Als er aber nunlang vil rauchet Nedenthäller/ Gru-ben/ und Thäliern durchwandlet/ sa-he er entlich vier heitere Schein / gleichals brenende Kertzen/ von Himmel sichherablassen/ mein Tobel/ oder run-des Thal! / so man nennt in demRanfft/ rc. durch welches Gesicht tl>-mezu erkennen geben war/ daß dijeSOertlein seyn bequemliche Wohnungsein / und daß er forthin bannn sichGOtt zu Lob auffenthallen iolte. Esist aber die Einöde Ranstt der under-ste Theil des vil gedachten Melchchals/zwischen Kerns/ und Sachslen 2. Pfarr-kirchen am mittägigen Alpgebürg ge-legen / ein treffes Bachrvbel / denWelt-Kindern unfreundlich/ mit wil-den Bäumen / und Gestäud (so we-gen feuchte der Bergen nicht wohl auß-zureuten ) fast um / und um bewachsen/welches auch von dem fürfinssendenWasser ( die Melch genannt) mn rau-schen / und getöß erfiUlet wird. Daßalso der Ranfft ein Thall der Zäheren/und Orth der Büß gleichsam natürlichfür Augen stellet.
"Auf solche himmlische Ossenbah-rungkame B. Claus in den Ranfft/hübe allda an mit Hilft der Nachbau-ten ein höltzin Hänßlein zubauen / inwelchem als er schier ein Jahr lang ge-wöhnet/ war er bekannt seinen Freun-den/ und LandsleNthen/ welche wohlbefunden / baß sein Wessen / Und Wan-del nicht wäre ein Gleißncrey/ unddaß in ihme nicht ein unnützer/ undfantastischer Geist/ oder Schein wür-ckete / sonder ein wahrer göttlicherZwang/ und Eyffer. Derhalben ha-ben die guten Leuch ünbcschwärt sichvereiniget / disem Diener Gottes mitgemeinem Kosten ein Capes! (die inder länge 28. und in der breite 18.Schuh hätte) zubauen / nehmlich Gottzu Lob / und ru Ehren der reinen Jung-frauen Maria. Über das haben sidauch aN dem Rost/ und forderen Theilder Capellen ein neues Häuflein/oderWohnung darzu gebauet zu Lieb ihreslieben Landmanns/ daraus er in dieCapell möcht sehen / und wandlen / alsnian noch beyde heutiges tags sehenMag. Da nun solcher Bau vollbrachtwär/.haben sie ihnFenselben B. Clan-
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