Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Sinsidler/ und Beichtiger-

tttchts schaden/ die doch gar starck nach-gehen werden. Dise neun / und der-gleichen heylsame Ra'th / Wahrnungen/und Propheceyen/ hat Bruder Claus»icht nur zu Stantz aufgeweitet Tag-satzung/ sonder auch daheim in demRanftr den Häuptern/ und Fürgesetz-ten hochlöblicher Eydgnoßschaftt ( soihne vil zubesuchen pflegten) oft repe-tiert/ widcräfferet/ und eingebildet /wolle nur GOtt daß man ihme gefol-gt hätte/ oder noch folgere.

Wunderbahrlich ist GOtt in seinenHeiligen / verwegen hat er auch sich /Und seine hohe Geheimnußen feinem ge-treuen Diener Nrcolao wunderbahrli-cher weiß geoffenbahret. Aufein Zeitist B. Clausen ein sehr hell glantzendesAngesicht erschienen ( gleich dem An-gesicht JLfu Christi der ewigen Weiß-heit) gekrvner mit einer KaiserlichenCron/ und ringsweiß mit L. CircklenUmgeben. Auß welchem Angesicht auchgiengen 6. guldine Strahlen / oderStreimen/ also daß sich die Gestalt derErscheinung einem Rad mit 6. Felgenvergleichete. Es haben aber die Altenzu discm eintzigen Rad Nicolai 6. an-dere Circkel / und Figuren gefetzet/nitdaß sie B. Clausen erschinen seyen /sonder um besserer Erklärung derSachenwillen/ ww dann solches ein alter Trak-tat anzeiget / der zu B. Clausen Leb-zeiten geschriben worden / und Anno1570. zu Dilingen durch Adam Wallas-ser dem Buch der neun Felsen ( andäch-tigen Persohnen wohlbekandt ) angerhenckt/ in öffentlichen Druck außgangen/dchin wir auch den guthertzigen Leserwetssen wollen. Der Ehrwürdige /und Hochgelehrte Herr SebastianusVeronius Chorherr zu Freyburg inUchtland legt dise Erscheinung auch außwie sie in deß B. Clausen Leben zulefen/so der E. Herr Joachim Eichhorn be-scheiden. Ferners aber so ist auch (wieLupulus andeutet ) auf vife Vision di-ftS Wunder erfolget / das nehmlich einfuncken von disem'himmltschen Liecht deßRads in dem Angesicht deß B. Clausenalso / und der Gestalt verbliben / daßalle diejenige/ so forthin zu ihm kamen/alsbald sie seiner ansichtig worden/ sichfast entsetzet haben/daß ihme (wieauch H. Ulrich Witweyler bezeuget)ein wunderbahrlicher Glantz von sei-nem Angesicht außgienge/ und dieAn-schauer gar vast bewegte. Ntk un-sügllch aber werden folgende VisioneSder vorhergehenden wegen seiner derMysterien zusamen Stimmung ange-hockt. Aufein Zeit würd der FreundGottes Nicolaus in dem Geist ver-rückt/ und aller leiblichen Empfindung

entsetzet/ bedunckte ihn aber/ wie erdurch wüste Städt/ und weit vonmenschlicher Wohnung abweeg wand-jete. Da käme ihme von ferm ein al-ter Mann entgegen/ derselbige hätteein Ehrwürdiges Angesicht / zihmlichwohl bekleidet / und sänge ein über-süßes Gethön. Erstlich zwar miteiner Stimm/ und bald darauff mitdrey Stimmen zusamen/ jedoch un-derschidlich; lerstlich ist widerum einStimm daraußworden/ dieB.^Clau-sen gar süßiglich in den Ohren erschal-le : also daß er darauß bald verstehenmöchte/ wie er nachmahlen bekennet /daß die Gottheit seye unzertheilt/ obsie wohl in dreyen Persohnen wunder-bahrlich underscheyden ist/ und bleibtdoch ein GOtt einhelliglich. Als er-bet nun der gemelte alte Mann näherherzu kam / begehrt er von B. Clausenein Allmusen/ der ihme es auch gernmittheilt/ daß nähme der al e Mannmit grosser Dancksagung / und Ehrerbie-tung an/und verschwände alsbald.Durch'welches Gesicht Bruder Claus under-wisen war/ daß under andern Wer-kten der Barmhertzigkeit/das Allmusenan dem kräftigsten/ und GOTT daßangenehmste seye. Nun zöge BruderClaus in derselben Verzückung weiters/Und kam M ein Dorff mit wenig Häu-sern erbauen/ darinn aber ein schönerPallast war. Er gienge in den Pal-last/ und fand darinn em Stiegen ze-hrn Staffel hoch/ darunder sahe er ei-nen schölten Bronnen Herfür fließen mitOel/ Wein/ und Honig gemischt. Di-ser Bronnen gienge so schnell als derBlitz/ daß der Pallastdarvon erschall/als von einen grossen Horn. Er hörte einStimm/die sprach : die Durstigen sol-len schöpften von dem Wasser disesBronnens. Da erstummet Bru-der Claus/ stund in ängsten / undverwundert sich fast des Ursprungs ei-nes solchen ungewöhnlichen Bronnens.Er stige die Staffle» hinaus/ und fandein Becher / oder Geschirr voll deßBronnenwassers : könnte aber nicht er-fahren von wannen/ oder auß welcherHole der Erden das fließende Was-ser Hersprunge. Er kam in einen gros-sen > und weiten Saal / darinn fand ereinen grossen viereckigen Kasten / wieein Altar gestaltet / auß welchem derBronn herquellet. Und da er gegendem Kasten gieng / meinet er / er wur-de versincken / als einer / der über einMoß gehet/ zöge darum die Fuß schnellzu sich / und käme zu dem Kasten. Dastunde er / und besähe den K asten/ derwar an vier orthen beschlagen mit viermächtigen ensenen Vlächen : und erhö-ret in dem K asten / und seinem Canal

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