Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
370
JPEG-Download
 

c-p. 17.A Claussank vilDing vor.

Z7O Von dem seeilgen

ein so liebliches Gesang / daß er sichdessen größllch verwunderte; daß Was-ser war auch so lauter/ daß man einesjeden Menschen Haar an dem Bodenwohl hat sehen mögen : und wie vilimmer darauß floß/ so war / undblibedoch der Aasten so voll / daß er über-flösse. Nun seynd dise drey Flüß sämt-lich durch den Canal geflossen / jeglicherFluß aber ist in seiner Vollkommenheitbliben/ daß ein Fluß den andern nichtgehindert hat. Und obwohl dise Flüßsich als z. anschauen liessen / so seyndsie doch in gleicher Vollkommenheit ge-wesen/ also daß kein Mittel war/dar-durch sie von einandern vertheilt wur-den / und stoßen gleich als ein einigerBronn. Da gedachte der BruderClaus/ erwoltewiderum hinabgehen/und als er hinab kam/ sahe er denFluß mächtigUch in einen Trog gehen:gedachte auch er wolle sehen/ was dieLcuth thäten/ daß sie nicht hinein men-gen / und aus dem Bronnen schöpfften/dessen doch ein grosser Überfluß wäre /und als er zu der Thür hinauß käme /fände er auf dem Feld ein unzahlbahrevile der Menschen / welche / ob sie gleich-wohl als die Ameissen bekümmerten /und mit vil Schweiß / Arbeit / undNoth den indischen Gewinnen nach-stellen/ waren sie doch/ und verbleibesehr Arm/ Mangelhafte/'und Noth-türsstig. Der B. Claus verwunder-te sich fast/ daß sie so Arm waren/unddoch ihr keiner hinein gieng/ Wasservon dem überreichen Bronnen zuschöpf-fen/ da sie doch solches wohl hättenthun können/ und der Bronnen män-uigltch gemein war: Und er mercketdarauf/ was sie thäten/ undsiheeiner

Bruder Clausen/

machte einen Hag/ oder Zaun / uu«liesse niemand darüber steigen / er hät-te ihme dann zuvor einen Pfenning ge-ben/ der ander machte ein Bruck übetein Wasser/ darvon müßte man ihmeZoll geben/ etliche giengen mit Pfeiftfen um / sunaen/ triben den Kne-bel auf der Hand / rc. Und dise-alles um den Pfenning. Er saheauch Schneider/ Schuhster/ und al-lerley Handwercksleuth / die auchwolten den Pfenning haben / und bli-ben dannoch Arm/ und Nothtürfftig /und kam ihrer keiner hinein von demBronnen zuschöpffen. Bey diser Vi-sion war nun dem Gottfeeligen zuer-kennen geben/ wie daß dieH.Dreyfal-tigkeit kein End noch Zihl hat / undjegliche Persohn in ihrer Vollkommen-heit / und Gottheit als die z. Flüß ineinem Bronnen ohn Mittel zusammenkommen. Darbey weitere zuverste-hen ist/ daß alle durstige Seelen/ ssdurch die Liebe / und Gehorsame der10. Gebott wandle«/ die Gnad em-pfahen/ daß sie aus dem Bronnen derewigen Gottheit die lebendige Wässerzu ihrem ewigen Heyl schöpften. Itemdaß ihr wenig seynd/ die sich zu sol,chen Bronnen recht schicken. Vil a-ber die wegen eigner Liebe/ und welt-licher Eyteikeit sich selbst von der über-flußtgen Gnad Gottes außschliessen /und an ihrer See! des ewigen Hun-gers/ und Dursts sterben/ und ver-derben. Sitzest du lieber Leser / inwas für Schulen B. Claus die Weis-heit/ und Kunst (deren sich männig-lich ab ihme verwundert) gestudirt/und erlehrnet habe.

Etliche Propheceyung/ und Miraeul

bey seinen Lebzeiten.

lAUes auf ein Zeit die Pestilentz mder Eydgnoßschaftt regierte /war einer in Underwalde Land-Ammann/ von dem Geschlechtein Hentzlin. Dlser hätte 2. liebeSöhn/ die stöhnte er/ und schickte siean gesunde -vrt/ vermeinte sie von derGefahr zu sicheren. Käme darnachzum B. Clausen / und zeigte ihme sol-ches an ; darauf antwortet ihme B.Claus: Er solle wohl für sich sehen /daß er seine Sohn nit aus dem Him-mel in die Höll gestöhnt habe. AlsobeMe sich darnach bald / daß dersel-ben Söhn einer zu Sarma auf demPlatz von einem Krenser / mit Nah-men Walhart Isner zu todt erstochenwar. Der ander Sohn aber / als ereinen frechen Gaul geritten/ und ge-

sprengt/ hat sich an einem Ast etnesBaums so hässtig verletzt / daß er ei»klägliches End genommen.

». B. Clausen Söhnen einer mitNahmen Nicolaus/ hatte sich um derLehrnung willen gen Basel auf die ho-che Schul/ und von bannen gen Pa-rift begeben/ da er auch der freyenKünsten Meister worden/ als er Ver-halten noch zu Pariß studierte/ begabes sich / daß ein Student von bannenm sein teutsch Vatterland zoae. Di-sem gäbe nun der Jüngling Nicolau-2. Brieff seinem alten Vatter in demRanfft -»überantworten / den eine»Briessaber verlohreer unverwegen (jagar in Burgund) deßhalben er übel er-schrocken / und dörfft nit wohl für vcs

Bru-