c-p. 17.A Claussank vilDing vor.
Z7O Von dem seeilgen
ein so liebliches Gesang / daß er sichdessen größllch verwunderte; daß Was-ser war auch so lauter/ daß man einesjeden Menschen Haar an dem Bodenwohl hat sehen mögen : und wie vilimmer darauß floß/ so war / undblibedoch der Aasten so voll / daß er über-flösse. Nun seynd dise drey Flüß sämt-lich durch den Canal geflossen / jeglicherFluß aber ist in seiner Vollkommenheitbliben/ daß ein Fluß den andern nichtgehindert hat. Und obwohl dise Flüßsich als z. anschauen liessen / so seyndsie doch in gleicher Vollkommenheit ge-wesen/ also daß kein Mittel war/dar-durch sie von einandern vertheilt wur-den / und stoßen gleich als ein einigerBronn. Da gedachte der BruderClaus/ erwoltewiderum hinabgehen/und als er hinab kam/ sahe er denFluß mächtigUch in einen Trog gehen:gedachte auch er wolle sehen/ was dieLcuth thäten/ daß sie nicht hinein men-gen / und aus dem Bronnen schöpfften/dessen doch ein grosser Überfluß wäre /und als er zu der Thür hinauß käme /fände er auf dem Feld ein unzahlbahrevile der Menschen / welche / ob sie gleich-wohl als die Ameissen bekümmerten /und mit vil Schweiß / Arbeit / undNoth den indischen Gewinnen nach-stellen/ waren sie doch/ und verbleibesehr Arm/ Mangelhafte/'und Noth-türsstig. Der B. Claus verwunder-te sich fast/ daß sie so Arm waren/unddoch ihr keiner hinein gieng/ Wasservon dem überreichen Bronnen zuschöpf-fen/ da sie doch solches wohl hättenthun können/ und der Bronnen män-uigltch gemein war: Und er mercketdarauf/ was sie thäten/ undsiheeiner
Bruder Clausen/
machte einen Hag/ oder Zaun / uu«liesse niemand darüber steigen / er hät-te ihme dann zuvor einen Pfenning ge-ben/ der ander machte ein Bruck übetein Wasser/ darvon müßte man ihmeZoll geben/ etliche giengen mit Pfeiftfen um / sunaen/ triben den Kne-bel auf der Hand / rc. Und dise-alles um den Pfenning. Er saheauch Schneider/ Schuhster/ und al-lerley Handwercksleuth / die auchwolten den Pfenning haben / und bli-ben dannoch Arm/ und Nothtürfftig /und kam ihrer keiner hinein von demBronnen zuschöpffen. Bey diser Vi-sion war nun dem Gottfeeligen zuer-kennen geben/ wie daß dieH.Dreyfal-tigkeit kein End noch Zihl hat / undjegliche Persohn in ihrer Vollkommen-heit / und Gottheit als die z. Flüß ineinem Bronnen ohn Mittel zusammenkommen. Darbey weitere zuverste-hen ist/ daß alle durstige Seelen/ ssdurch die Liebe / und Gehorsame der10. Gebott wandle«/ die Gnad em-pfahen/ daß sie aus dem Bronnen derewigen Gottheit die lebendige Wässerzu ihrem ewigen Heyl schöpften. Itemdaß ihr wenig seynd/ die sich zu sol,chen Bronnen recht schicken. Vil a-ber die wegen eigner Liebe/ und welt-licher Eyteikeit sich selbst von der über-flußtgen Gnad Gottes außschliessen /und an ihrer See! des ewigen Hun-gers/ und Dursts sterben/ und ver-derben. Sitzest du lieber Leser / inwas für Schulen B. Claus die Weis-heit/ und Kunst (deren sich männig-lich ab ihme verwundert) gestudirt/und erlehrnet habe.
Etliche Propheceyung/ und Miraeul
bey seinen Lebzeiten.
lAUes auf ein Zeit die Pestilentz mder Eydgnoßschaftt regierte /war einer in Underwalde Land-Ammann/ von dem Geschlechtein Hentzlin. Dlser hätte 2. liebeSöhn/ die stöhnte er/ und schickte siean gesunde -vrt/ vermeinte sie von derGefahr zu sicheren. Käme darnachzum B. Clausen / und zeigte ihme sol-ches an ; darauf antwortet ihme B.Claus: Er solle wohl für sich sehen /daß er seine Sohn nit aus dem Him-mel in die Höll gestöhnt habe. AlsobeMe sich darnach bald / daß dersel-ben Söhn einer zu Sarma auf demPlatz von einem Krenser / mit Nah-men Walhart Isner zu todt erstochenwar. Der ander Sohn aber / als ereinen frechen Gaul geritten/ und ge-
sprengt/ hat sich an einem Ast etnesBaums so hässtig verletzt / daß er ei»klägliches End genommen.
». B. Clausen Söhnen einer mitNahmen Nicolaus/ hatte sich um derLehrnung willen gen Basel auf die ho-che Schul/ und von bannen gen Pa-rift begeben/ da er auch der freyenKünsten Meister worden/ als er Ver-halten noch zu Pariß studierte/ begabes sich / daß ein Student von bannenm sein teutsch Vatterland zoae. Di-sem gäbe nun der Jüngling Nicolau-2. Brieff seinem alten Vatter in demRanfft -»überantworten / den eine»Briessaber verlohreer unverwegen (jagar in Burgund) deßhalben er übel er-schrocken / und dörfft nit wohl für vcs
Bru-