Cinsidler/ un
Bruder Clausen Angesicht kommen /damit er ihn nicht betrübte: jedoch ge-wahr, er ein Hertz / daß er ihn wolteheimsuchen/ und gienge in den Ranfft/da käme ihme der Bruder Claus ent-gegen/ trüge den verlohrnen Brieff infeinen Händen/ und grüßet denselbi-gen Studenten freundlich/ fragte auchSchimpssweis nach den Brieffen/ undZeigt hiemit den verlohrnen Brieff/da-rab sich der Student verwunderte/ undfröhlich wäre. Es ist aber difer vor-gemelte M. Nicolaus nach seines Vat-ters absterben Priester worden/ understlich der Caplaney in dem Ranfft/und demnach der Pfarr zu Sachslenmit grossemLobvorgestanden/ biSzumJahr 150z. in welchem er zu Sachs-len ftel,glich verschyden/ und zu denFüssen seines Vatters allernächst vorÜ. L. Frauen-Altar begraben worden.
-z. Amman Bründly von Under-feen / aus der Berner - Herrschafft/wardermaßen Schwach/ und an einem FußKranck/daß er von unendlichem Schmer-tzen kein Ruhe hätte / verhiesse sichzu-besuchen die Capell Mariä/ und B.Clausen in dem Ranfft/ und dahin einwächsenen Fuß zutragen um Erlangungder Gesundheit: darauf er alsbald ge-sund worden. Nun käme er aberseinem Gelübd nicht nach/ sonder liessees ein gantzes Jahr anstehen/ fiel der-halben widerum in sein vorige Kranck-yeit/ ja er wurdemoch schwächer dannzuvor. Da war er seines Versprechenswiderum eingedenck / darum so bald ermöchte/ fügte er sich in eyl die Fahrtzu verrichten / brachte den wächsenenFuß/ und legt ihn auf den Altar U.L. Frauen in dem Ranfft / befähle sichauch demüthiglich B. Clausen / wel-cher als er für ihn gebetten hatte/ istderKranck gleich genäsen/ und von sei-ner Kranckheit erlediget worden. Dißgeschahe in Gegenwärtigkeit Herrn Pe-in Bachthalerö B. Clausen Caplans/und eines andern BernerS des Am-mans Gefährten.
4- Au einer andern Zeit käme einleichtfertiger Mensch / lein Ehebrecherzu dem B. Clausen in den Ranfft/vilvon ihme zu erfahren. Da nähme ihn
B. Claus mit sich / und führet ihn hi-nab zu der Welchen / da das Wasserstank rauschet/ und sagte-, er wolle ch-me zeigen wie es in jener Welt den un-reinen Liebhabern ergienge; Also saheder Ehebrecher zwey Geister/ oder zwoSeelen aus dem Wasser herauß steigen/auß denen allenthalben die feurigeFlam-me>: schlugen / sie umfiengen einander /und fuhren dann wider ins Wasser /k. klarer- Die H» Schweif»
d Beichtiger»
und darnach wider herauß mit erbärm-lichem/ und greulichem schröcken. Abdisem Spettacul würd disem Mann fastwehe/ und ist von B. Clausen under-wisen / und gestärckt worden/ und hatalso sein Leben gebesscret.
Der S. Bruder Claus stigeauf ein Zeit in das Mvßlin zu feinemlieben Mitbruder Ulrichen/ und alösievor der Capell nach der Gewohnheit /mit einander sich befrachten / kam ge-gen ihnen ein Jüngling der trüge dreyAnckenstöck / d,e er den dreyen Capel-len desselben Hrths bringen/ und auf-opffern folte. Da nun B. Claus desKnabens ansichtig worden / machte ermit der Hand vil Creutz gegen ihme /darab sich der Knab verwunderte/ undhernach B. Ulrichen fragte/ was d^rB. Claus darmit gemeint hätte. B.Ulrich antwortet ihm/ er hat dich ge-seegnet vor den bösen Geistern/ die erum dich gesehen/ dich an disem gutenMerck zuverhindern.
6. Vil Leuth kommen einsmahls zuB. Clausen in den Ranfft feines Rathszupfiegen / als er nun ein Weil vor derCapell gered / gieng er schnell in seinStüblem/ bald aber kam er widerumheraus/ und bracht mit sich einen solieblichen Geruch/ daß die Menschen sogegenwärtig waren gäntzlich geglaubt /und varsür gehalten/ er habe dazwi-schen ein himmlische Speiß empfangen. '
. 7 - Uneinigkeit/Hader/Und Zanckzwischen den Eheleuten hat der FreundGottes mit seiner heylsamen Lehr oftyestillet / und sonderlich hatte ein Frauvon Kerns in Underwalden ihren Ehe-mann in dem Argwohn des Ehebruchsmit einer andern Frauen ihrer Nach-bäurin. Sie gienge auf ein Zeit insolchen Gedancken aus ihrem Hauß in-die nächste Matten / mitten in dersel-ben stunde ein grosser Staudboschen /und sie bedunckte es greng ein Mannsamt einem Weib zwischen Visen Stau-den/ vermeinte auch endlich / es wäreihr Mann / und das Weib / welche siedes Ehebruchs verdacht hätte/ deßwe-gen ergrimmet sie/ und faßte ein Mes-ser in die Hand/ laufst schnell an dasOrth / M Meynung das Weib umzu-bringen. Als sie aber dahin kommen/und niemand gefunden (dann es ein Be-trug des bösen Feinds gewesen) giengsie eilends zu derselben Frauen Behau-sung/ zu erfahren ob sie anhemisch wä-re/ da hat sie dieselbe im Hauß sitzenmit einem jungen Kind an der Brustjaugent gefunden. Derhalben sie urihren Gedancken verwirret / gedacht /
Aaa sir