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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Cinsidler/ un

Bruder Clausen Angesicht kommen /damit er ihn nicht betrübte: jedoch ge-wahr, er ein Hertz / daß er ihn wolteheimsuchen/ und gienge in den Ranfft/da käme ihme der Bruder Claus ent-gegen/ trüge den verlohrnen Brieff infeinen Händen/ und grüßet denselbi-gen Studenten freundlich/ fragte auchSchimpssweis nach den Brieffen/ undZeigt hiemit den verlohrnen Brieff/da-rab sich der Student verwunderte/ undfröhlich wäre. Es ist aber difer vor-gemelte M. Nicolaus nach seines Vat-ters absterben Priester worden/ understlich der Caplaney in dem Ranfft/und demnach der Pfarr zu Sachslenmit grossemLobvorgestanden/ biSzumJahr 150z. in welchem er zu Sachs-len ftel,glich verschyden/ und zu denFüssen seines Vatters allernächst vorÜ. L. Frauen-Altar begraben worden.

-z. Amman Bründly von Under-feen / aus der Berner - Herrschafft/wardermaßen Schwach/ und an einem FußKranck/daß er von unendlichem Schmer-tzen kein Ruhe hätte / verhiesse sichzu-besuchen die Capell Mariä/ und B.Clausen in dem Ranfft/ und dahin einwächsenen Fuß zutragen um Erlangungder Gesundheit: darauf er alsbald ge-sund worden. Nun käme er aberseinem Gelübd nicht nach/ sonder liessees ein gantzes Jahr anstehen/ fiel der-halben widerum in sein vorige Kranck-yeit/ ja er wurdemoch schwächer dannzuvor. Da war er seines Versprechenswiderum eingedenck / darum so bald ermöchte/ fügte er sich in eyl die Fahrtzu verrichten / brachte den wächsenenFuß/ und legt ihn auf den Altar U.L. Frauen in dem Ranfft / befähle sichauch demüthiglich B. Clausen / wel-cher als er für ihn gebetten hatte/ istderKranck gleich genäsen/ und von sei-ner Kranckheit erlediget worden. Dißgeschahe in Gegenwärtigkeit Herrn Pe-in Bachthalerö B. Clausen Caplans/und eines andern BernerS des Am-mans Gefährten.

4- Au einer andern Zeit käme einleichtfertiger Mensch / lein Ehebrecherzu dem B. Clausen in den Ranfft/vilvon ihme zu erfahren. Da nähme ihn

B. Claus mit sich / und führet ihn hi-nab zu der Welchen / da das Wasserstank rauschet/ und sagte-, er wolle ch-me zeigen wie es in jener Welt den un-reinen Liebhabern ergienge; Also saheder Ehebrecher zwey Geister/ oder zwoSeelen aus dem Wasser herauß steigen/auß denen allenthalben die feurigeFlam-me>: schlugen / sie umfiengen einander /und fuhren dann wider ins Wasser /k. klarer- Die H» Schweif»

d Beichtiger»

und darnach wider herauß mit erbärm-lichem/ und greulichem schröcken. Abdisem Spettacul würd disem Mann fastwehe/ und ist von B. Clausen under-wisen / und gestärckt worden/ und hatalso sein Leben gebesscret.

Der S. Bruder Claus stigeauf ein Zeit in das Mvßlin zu feinemlieben Mitbruder Ulrichen/ und alösievor der Capell nach der Gewohnheit /mit einander sich befrachten / kam ge-gen ihnen ein Jüngling der trüge dreyAnckenstöck / d,e er den dreyen Capel-len desselben Hrths bringen/ und auf-opffern folte. Da nun B. Claus desKnabens ansichtig worden / machte ermit der Hand vil Creutz gegen ihme /darab sich der Knab verwunderte/ undhernach B. Ulrichen fragte/ was d^rB. Claus darmit gemeint hätte. B.Ulrich antwortet ihm/ er hat dich ge-seegnet vor den bösen Geistern/ die erum dich gesehen/ dich an disem gutenMerck zuverhindern.

6. Vil Leuth kommen einsmahls zuB. Clausen in den Ranfft feines Rathszupfiegen / als er nun ein Weil vor derCapell gered / gieng er schnell in seinStüblem/ bald aber kam er widerumheraus/ und bracht mit sich einen solieblichen Geruch/ daß die Menschen sogegenwärtig waren gäntzlich geglaubt /und varsür gehalten/ er habe dazwi-schen ein himmlische Speiß empfangen. '

. 7 - Uneinigkeit/Hader/Und Zanckzwischen den Eheleuten hat der FreundGottes mit seiner heylsamen Lehr oftyestillet / und sonderlich hatte ein Frauvon Kerns in Underwalden ihren Ehe-mann in dem Argwohn des Ehebruchsmit einer andern Frauen ihrer Nach-bäurin. Sie gienge auf ein Zeit insolchen Gedancken aus ihrem Hauß in-die nächste Matten / mitten in dersel-ben stunde ein grosser Staudboschen /und sie bedunckte es greng ein Mannsamt einem Weib zwischen Visen Stau-den/ vermeinte auch endlich / es wäreihr Mann / und das Weib / welche siedes Ehebruchs verdacht hätte/ deßwe-gen ergrimmet sie/ und faßte ein Mes-ser in die Hand/ laufst schnell an dasOrth / M Meynung das Weib umzu-bringen. Als sie aber dahin kommen/und niemand gefunden (dann es ein Be-trug des bösen Feinds gewesen) giengsie eilends zu derselben Frauen Behau-sung/ zu erfahren ob sie anhemisch wä-re/ da hat sie dieselbe im Hauß sitzenmit einem jungen Kind an der Brustjaugent gefunden. Derhalben sie urihren Gedancken verwirret / gedacht /

Aaa sir