Einsidler/ und Beichtiger. Z77
ttndee allen Straffen/ die die Göttli-che Gerechtigkeit über die Christen ver-hänget/ ist kein grössere/ als wann ersolche in Irrthum/ und Unglauben fal-len laßt/ weilen der wahre Glaub dasUnempörliche Fundament unser ewigenHeils/ und Seeligkeit / und ohne wel-chem/ wie der Apostel sagt/ unmöglichist GOtt zu gefallen. Weilen dann-u den Zeiten deß Seeligen BruderClausen/ wie jener Zeiten Geschicht-Schreiber melden/ ein grosse Lauigkeitlinder den Christen / auch der wahreGlaub für kein sondere Gnad GOtteserkennt wurde / haben sie sich unwür-dig diser grossen Gnad gemacht / undVerursachet / daß solcher ihnen solleentzogen werdenAlsdann hat der gü-tige GOtt / sich vor diser Straff zuHütten / in dem Schweitzerland durchein sonders hervorgebrachtes Lischt /welches wäre der villseelige BruderClaus/ die zukünfftige Glaubens Spal-tung verkünden / und andeuten lassen.Diser dann erleucht - ProphetischeMann hatte da / und dorren / sonver-lbahr in der versamlung der Eydtgnof-sen zu Stanß / die zukünfftige Glau-bens - Spaltung ihnen mit klahrestenWorten vorgesagt / sie auch auf dasallerangelegentlichist vor solcher zu Hüt-ten/ und in dem wahren Glauben ihrerfrommen Vorelteren in allen Anfech-tungen / welche ihnen wider solchen wur-den aufstossen/ standhafftig zu verhar--ren gewarnet / gebetten/ und ermähnet:Dise Warnungen / und Ermahnungen/die ich auß mehrgemeldten HerrrnChor-Herren Wölfflein von Bern / HerrenSalath / und anderen bewährtenSchreiberen selbiger Zeit gezogen /stuhnden mehreren Theils m nachfol-gendem.
Es wird leyder! (sprach der vil-feelige Mann ) O liebe Herrennichtlang anstehen/ daß sich in Glaubens-Gachen ein grosse Verwirrung / Auf-ruhr/ und Zweyspalt bey euch erhebenwird / und nicht geringen Schaden indem Land bringen: Aber/ -0 liebeKinder! lasset euch mit solcher Neue-rung / und menschlicher Listigkeit nichtbetriegen / haltet euch zusammen/blei-bet in euerem rechten Christlichen Glau-ben vereiniget/ lasset euch nicht wie dasRohr von den scharpffen Winden hin-und wider - umtreiben / weichet nichtvon dem rechten Weeg / und löblichenFuß-Stapften unserer frommen Vor-Elteren / was sie euch.gelehrt haben /das handhabet/ beschützet / und beför-deret / und bestättiget ohn alle Sor-gen : Bleibet nur in Glaubens - Sa-chen einig/ lasset euch nicht durch fal-
sche Propheten verführen / so werdeneuch so grausame / und gefährliche An-fechtungen keinen Schaden zufügen rc.rc. rc.
Mein GOtt ! feynd das nichtWort/ die klahr anTag geben/ wasNikolaus vorgesehen ? Sehen nicht je-ne / welche in widriger Religion sichbefinden / sich biß auf das Marck ge-troffen ? Sie bekennen / und gestehnbiß auf den heutigen Tag/ daß Niko-laus ein grosser Diener GOttes gewe-sen / GOtt mit seinem heiligen Lebengefallen / sie halten auch noch allezeit vitauf seine Ermahnungen/ die er denEydkgnossen geben, wann sie dann oh-ne Vor - Urtheil richten wollen / m 'ssensie gestehen / daß er die Neuerungenihres Glaubens mrschalliget / und vorsolchen warnet / müssen ebenfahis ge-stehen/ daß der alte Glaub GOtt ge-fällig/ in welchem Nikolaus gelebt /und «ach ihrer Erkandtnuß GOtt ge-fallen : Wann sie villetcht zweifstenwollen / ob Nikolaus dise Wahrnun-gen / und Vorfagungen gethan/ wur-de ich solchen begegnen/und antworten/daß dise Wahrnungen / und Vorsa-gungen schon seynd geschriben/ und gestruckt gewesen / zuvor die Neuerungder Religion / und Glaubens - Irrungihren Ansang genohmen : Villwenigeehaben sie Ursach an solchem zu zweifsten/weilen ein Hochlöblicher Stand Bernjenen Brieft mrt Ehrenbietigkeit m ih-rem Archiv bewahret haben solle/wel-chen der Seelige Mann ihme zugeschrisben- in dem eben dergleichen Wahr-nungen / nemlich vor Neueruna irrGlaubens - Sachen sich zu Hütten: Des-sen Copey ich hiehersetze.
Lopky
Eines Send-Schreibens deß Gott-seeligen Einsidlers Br. NicolaLvon Flüe zu Underwalden ob deinKern-Wald an das Eydgnöffsi»sche Orth Bern im Jahr 1482.«bgangen.
Den Ehrwürdigen / Frommen / undWysm Schultheißen/ und Rathder Statt Bern.
Ehrwürdige / rc. Der Name JE»sns stg »wer Gruß/ und nurWünjchung uch vill Gurs/ und derH. Gelst syg min Irrster Lohn/ unddankte uch erstlich / und vast Uwe«
stund;